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Nur Commonismus ist echte Sharing Economy
Mich nervt die inflationäre Verwendung des Wortes “Sharing/Teilen” für alles mögliche, was nur Kapitalismus in anderem Gewand ist. Beispiel Car"sharing": Das ist in aller Regel nur ein anderer Begriff für Autovermietung.
Denn um etwas mit anderen teilen zu können, muss es mir zuerst mal (teilweise) gehören. Wikipedia schreibt zwar “Mitglieder der Carsharing-Organisationen gehen meist eine langfristige, zum Teil kostenpflichtige Mitgliedschaft in der Organisation ein.” Diese Mitgliedschaft umfasst aber gerade nicht das Eigentum an den Fahrzeugen. Bzw. ich bin als “Mitglied” dort weder am Gewinn beteiligt, noch habe ich ein Mitspracherecht bei der Eigentümerversammlung. Das genau sind aber Kennzeichen für echte Sharing Economy oder eben Commonismus.
Wenn das an sich sinnvolle Prinzip “Nutzen statt besitzen” nun schon als Geschäftsmodell bezeichnet wird, sollte das hellhörig machen. Denn aus der Nutzer-/Konsumentenperspektive lassen sich wunderbar die Produktionsverhältnisse ausklammern, in denen die eigentliche Herrschaft und Ausbeutung stattfindet. Eine Kreislaufwirtschaft lässt sich sowohl kapitalistisch als auch commonistisch organisieren, langfristig natürlich besser commonistisch.
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Commons sind keine Dinge, sondern Beziehungen
Die aktuelle Oya nehme ich zum Anlass, zwei Tags hier im Blog umzubenennen: “Commons” in Commoning und “Gemeingüter” in Gemeinschaffen. Denn, wie Matthias Fersterer in Gemeinschaffen – ein »ander Seyn« schreibt:
Commons sind keine Dinge, sondern Beziehungen. Sie fordern uns zu prozesshaftem Denken heraus und lassen sich besser durch Verben als durch Substantive ausdrücken. Als gemeinschaffender Mensch eigne ich mich einem mehr-als-menschlichen Zusammenhang zu – sei es ein Wohnprojekt, ein Unternehmen, Acker- oder Weideland. Erst durch diese gelebte Beziehung entsteht ein Commons – in den Worten des Historikers Peter Linebaugh: »Es gibt keine Commons ohne Commoning«. Die je spezifischen Regeln des Pflegnutzens werden von den beteiligten »Commoners« (gemeinschaffende Menschen) auf Augenhöhe ausgehandelt. Eine übernutzte Lebensquelle ohne klare Regeln mag alles mögliche sein, aber keine Allmende. Selbst Garret Hardin, Schöpfer des vielzitierten Mythos von der »Tragik der Allmende«, räumte dies in seinem – leider weit weniger bekannten – Nachfolgeessay »The Tragedy of the Unmanaged Commons« ein.
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Meine erste Aktionärsversammlung
Wer mein finanzielles Coming out regelmäßig mitverfolgt, weiss, dass ich seit diesem Jahr Aktionär bei der Regionalwert AG Berlin-Brandenburg bin. Das hat mich nun gestern zu meiner ersten Hauptversammlung als Aktionär gebracht.
Vereins- und Genossenschaftssitzungen kenne ich schon, so eine AG hat im Vergleich noch mal höhere formelle Anforderungen. So hat z.B. ein Notar das Protokoll der Versammlung geführt. Auch die Abstimmungen sind komplizierter als bei Vereinen oder Genossenschaften, weil sich die Stimmen nach den Aktienanteilen richten.
Wir haben auf der Versammlung u.a. ein genehmigtes Kapital von 725.000 EUR beschlossen, d.h. ihr könnt auch in der nächsten Zeit Aktionär:innen werden & damit die Agrarwende in Berlin & Brandenburg selber machen. Leider finde ich gerade nirgends eine konkrete Auskunft, wieviel Geld ihr dazu mindestens investieren müsst, bei der letzten Kapitalerhöhung waren es 500 €.
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Ich verwalte meine Feeds nun in Liferea
Über die Jahre hinweg habe ich immer mehr Feeds von Webseiten im Thunderbird angesammelt. Das ging immer noch reeelativ gut, allerdings wurde der Thunderbird doch immer schwerfälliger dadurch, weil das halt nicht seine Kernkompetenz ist.
Deshalb habe ich mich nun entschieden, die Feeds in Liferea auszulagern, wo sie doch erheblich besser aufgehoben sind.
Bei der Gelegenheit habe ich nun auch mal alle von mir aktuell abonnierten Feeds gezählt: Es sind sage & schreibe 486 Stück. Kein Wunder, dass Thunderbird damit an seine Grenzen stieß.
Und ich kehre auch an diesem Punkt wieder mehr zur UNIX-Philosophie zurück.
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Free Julian Assange!
Diesen Bericht zu lesen, hat mich zutiefst erschüttert. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, Einzelheiten zu zitieren, das ganze “Gerichtsverfahren” (man muss das Wort in diesem Fall in Anführung setzen) ist einfach unfassbar. Die pure staatliche Willkür, und eine Machtdemonstration der USA.
Mir bleibt gerade nur, Matt Taibbis Forderung zu bekräftigen: Julian Assange Must Never Be Extradited.
Und Roger Waters hat im September vor dem Gefängnis, in dem Assange sitzt, Wish you were here gesungen. Recht hat er.
Auch Paul Craig Roberts fordert: We must act now to save Julian Assange and the Rule of Law.
Und bei Telepolis gibt es mehr Hintergründe zu dem Ermittlungsverfahren in Spanien.
Nachtrag vom 08.11.: Und ich frage mit John Pilger Did this happen in the home of Magna Carta?
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Edward Snowden bei Joe Rogan
Ein absolutes Must see (knapp 3 Stunden):
Inzwischen gehe ich nicht mehr davon aus, dass Snowden immer noch für die NSA arbeitet…
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Google Webfonts durch die Hintertür
Es ist doch zum Kotzen! Da macht man sich alle Mühe, Google Webfonts lokal zu hosten und bindet vermeintlich vorbildlich datenschutzkonform ein YouTube-Video von youtube-nocookies.com ein, und was muss ich im Wasserfall sehen? Die Seite bindet, ohne mich zu fragen, die Google Webfont Roboto ein. (nicht mein Blog hier, sondern eine andere Seite, die ich verwalte)
Des Rätsels Lösung: das YouTube-Einbette-Skript von Google macht das. Scheißverein!!
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Psiram ist genau so wenig eine seriöse Quelle wie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten
tl;dr Medienkompetenz tut not, ich erinnere in dem Zusammenhang an Robert Anton Wilsons Rezept zum Ausbruch aus der Filterblase.
Weil auch innerhalb von Extinction Rebellion an manchen Stellen Psiram als “Informationsquelle” benutzt wird, sehe ich in diesem Punkt akuten Aufklärungsbedarf. Denn bei Psiram schreiben die Autor*innen anonym, wodurch es keinerlei Möglichkeit gibt, deren eigene Interessen beim Veröffentlichen von Artikeln abzuschätzen. Und das ist für mich ein entscheidendes Kriterium für Seriösität von Medien.
Aus diesem Grund binde ich die 8 Gründe, warum ich “Deutsche Wirtschafts Nachrichten” nicht lese ein, die schon 5 Jahre alt sind:
Wohlgemerkt, es geht nicht um die Inhalte dieser Medien; es kann durchaus sein, dass Aussagen aus den Deutschen Wirtschafts Nachrichten oder von Psiram auch anderswo zu finden sind. Einzelne Aussagen können durchaus zutreffen. Der Punkt ist allerdings, dass ich wegen der Anonymität des Mediums keinen Anhaltspunkt habe, ob was dort steht zutrifft und vor allem wem die veröffentlichen Aussagen dienen. Unter dem Deckmantel der Anonymität kann man seine Feinde ganz ungeniert denunzieren.
Da ich als Leser keine Möglichkeit habe zu unterscheiden, ob da gerade jemand denunziert wird oder ernsthafte Kritik geäußert, kann ich Psiram & Co. nicht als seriöse Quellen behandeln.
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Türkisches Militär raus aus Rojava!
Kaum habe ich über die Solidarität mit allen Wesen gebloggt, muss ich noch direkt die Solidarität mit Rojava nachschieben, denn heute hat das türkische Militär einen Großangriff auf Nordsyrien gestartet.
Nachtrag: Dabei ist es wichtig, sich klarzumachen, dass auch Erdoğan und sein Militär nicht böse, sondern verblendet sind. Oder buddhistisch ausgedrückt: Sie sind vom Geistesgift der Unwissenheit befallen, eine Epidemie, die auch mich & dich jederzeit erwischen kann.
Dennoch braucht es aktuell, um sie zu stoppen, Waffengewalt.
Nachtrag vom 11.10.: Fridays For Future Rojava appelliert an Weltöffentlichkeit
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Solidarität mit allen Wesen
Diese Rebellion stellt mich immer wieder neu auf die Probe, kein schlechtes Gewissen zu bekommen, weil ich nicht mitblockiere. Eine Stimme in mir sagt “Deine Leute von XR brauchen dich!” Eine andere gleichberechtigte Stimme sagt “Deine Gemeinschaft braucht dich!” Beide haben recht. Und es gibt noch viel mehr Stimmen, weshalb ich die letzten Wochen übe, solidarisch mit allen Wesen zu leben. Das schließt natürlich mich selber auch mit ein. <3
Denn was uns in diese Misere gebracht hat, ist ja gerade der Verlust an Solidarität, der Konkurrenzkampf jedeR gegen jedeN, und, wie Charles Eisenstein es auf den Punkt bringt, der Krieg gegen die Natur.
Es gibt keinen Feind, und es wird Zeit dass du das lernst.
Alles gehört dazu. Deshalb lautet das Motto Aufhören, Gegner zu sein.
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