Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Von der Distanz zur Verbundenheit

2020-08-9

Dieser Spruch auf einem Plakat hat mich besonders tief angerührt auf der Demo am 1. August.

Wir trainieren jetzt schon seit Monaten – und zwar global! – andere Menschen als potentiell gefährlich zu betrachten; und zwar insbesondere dann wenn sie uns nahe kommen. Dabei präsentiert sich der Staat als der große Beschützer mit Bußgeldern, Polizei und Ordnungsamt, mit Grenzkontrollen und Massenüberwachung.

Den Scherben war schon in den Siebzigern klar: Allein machen sie dich ein.

Social Distancing erscheint vor diesem Hintergrund als die neueste Form der uralten Teile und Herrsche-Strategie. Sich mit vielen anderen für eine gemeinsame Sache zusammenzutun gefährdet den Volkskörper und ist unter Strafandrohung zu unterlassen.

Die Klimastreiks von Fridays for Future sind durch den Lockdown monatelang erfolgreich verhindert worden. Auch Proteste gegen Pipelines wurden schlicht verboten und der Pipelinebau einfach durchgezogen. Diese Liste könnte ich noch lange weiterführen.

Die Nazis hatten das Buch von Johanna Haarer als Leitfaden, um schon Babys ihre angeborene Empathie auszutreiben. Heute haben wir "AHA – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske".

Mir selber geht es jedenfalls so, dass ich mit Maske nicht mehr gewillt bin, Bettlerinnen in der Bahn Geld zu geben. Ich ignoriere sie aktiv. Ohne Maske mache ich das manchmal auch, bin aber viel offener um ihnen auch mal was zu geben. Die Maske fährt also meine Empathie runter.
Überhaupt werde ich sofort deutlich gedämpft, wenn ich so ein Ding aufhabe. Mein Körper stellt auf Überlebensmodus.

Rebellion ist so natürlich nicht möglich. Solidarität auch nicht.

Dabei werden diese Abstands- und Hygieneregeln auf verquere Art sogar noch als Solidarität hingestellt, denn: "du schützt damit nicht in erster Linie dich selbst, sondern die anderen – vor dir selbst!"
Das macht es besonders perfide. Wir trainieren seit Monaten eben auch, uns selbst als gefährlich für andere zu betrachten. Der Staat schützt uns somit auch vor uns selbst.

Aufschlussreich ist in dem Zusammenhang, in welcher Geistesthaltung die heute omnipräsente Infektiologie, Bakteriologie und Virologie überhaupt entstanden sind. Dazu empfehle ich das Interview mit Dr. Anne Katharina Zschocke in der aktuellen Oya:

Im 19. Jahrhundert erlebte die Bakteriologie einen Aufschwung durch verbesserte Techniken, um Mikroben sichtbar zu machen. Wenn ich nicht mit meinen eigenen Augen, sondern durch ein Mikroskop schaue, verändert sich das Objekt meiner Wahrnehmung. Mikroskopie bringt per se einen verengten Blick mit sich, weil ich Einzelnes vergrößere, den Bildausschnitt verkleinere, also nicht mehr im Überblick wahrnehme, sondern stark fokussiere auf einen verengten Blickwinkel, und Enge führt zu Angst. Das Mikroskopieren wurde damals als Betrachten mit dem »bewaffneten Auge« bezeichnet. Es herrschte ein Zeitgeist des Kämpfens, der sich auch im wissenschaftlichen Denken niederschlug: So lautet eine Kapitel-Überschrift Charles Darwins in deutscher Übersetzung »Kampf ums Dasein«. Die führenden Forscher waren an Militärkrankenhäusern tätig und meist zu Soldaten ausgebildet – sie waren überzeugt: Hier ist meine Nation, wir sind die Guten; dort ist die Grenze, dort drüben sind die Feinde. Dieser Zeitgeist übertrug sich auf die Bakteriologie.

Noch ein weiterer Aspekt, sich so auf die "bösen Viren" (und ihre Überträgerinnen) zu konzentrieren:

Jedes Leben ist aus einer Berührung, mit einer Begegnung und Partnerschaft entstanden und von Beginn an sind wir dabei in Kontakt mit den Mikroben. Wir dürfen die Fixierung auf einen Täter, der mich umbringen möchte, zugunsten einer Freude in Partnerschaft mit dem Lebendigen loslassen. Mit der Täterfixierung richtet man die Aufmerksamkeit ja auch wieder auf ein Tun statt auf ein Sein. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Probleme, die wir uns geschaffen haben, aus Projektionen unserer eigenen Psyche heraus entstanden sind. Wie kommt es denn, dass wir einem Virus so bereitwillig die Täterrolle zuschreiben? Liegt es vielleicht daran, dass wir uns selbst in einer Opferrolle fühlen? Ein Opfer hat das Bedürfnis, gesehen zu werden und Heilung zu erfahren. Welcher Heilung bedürfen wir – individuell wie kollektiv –, um die Opfer-Täter-Spirale verlassen zu können und uns liebevoll als Schöpfer in einer Welt zu erkennen, die für alle lebenswert ist?

Und ich erinnere noch mal an das, was Charles Eisenstein in seinem Essay Die Krönung schreibt:

Bevor wir das Abstandhalten zu einer neuen Norm machen, nach der sich die Gesellschaft orientiert, lasst uns bedenken, was für eine Entscheidung wir hier treffen und warum. […]

COVID-19 wird irgendwann abebben, aber die Bedrohung durch ansteckende Krankheiten wird bleiben. Unsere Antwort wird den Kurs für die Zukunft bestimmen. Das öffentliche Leben, das gemeinschaftliche Leben und das Leben gemeinsamer Körperlichkeit ist schon seit einigen Generationen im Schwinden begriffen. Statt in Geschäften einzukaufen, lassen wir uns Sachen nach Hause liefern. Statt Rudeln von Kindern, die draußen spielen, haben wir Play Dates und digitale Abenteuer. Statt des öffentlichen Platzes haben wir ein Online-Forum. Wollen wir fortfahren uns noch weiter voneinander und von der Welt zu isolieren? […]

Wollen wir uns, um das Risiko einer weiteren Pandemie zu senken, dafür entscheiden, für immer in einer Gesellschaft ohne Umarmung und Händeschütteln zu leben? Wollen wir uns dafür entscheiden, in einer Gesellschaft zu leben, in der wir uns nicht mehr in größerer Zahl versammeln? Soll das Konzert, das Sportereignis und das Festival der Vergangenheit angehören? Sollen Kinder nicht mehr mit anderen Kindern spielen? Soll aller menschlicher Kontakt durch Computer und Gesichtsmasken vermittelt werden? Kein Tanzunterricht, kein Fußballtraining, keine Konferenzen und keine Kirchenbesuche mehr? Soll die Reduzierung der Todesfälle der Maßstab sein, an dem der Fortschritt gemessen wird? Heißt menschliche Fortentwicklung Getrenntheit? Ist das die Zukunft?

Wir haben die Wahl:

Es gibt eine Alternative zur perfekten Kontrolle, die unsere Zivilisation so lange angestrebt hat, und die sich mit jedem Fortschritt wieder ein Stück weit entzieht, wie eine Fata Morgana am Horizont. Ja, wir können den bisherigen Weg in Richtung zunehmender Vereinsamung, stärkerer Abschottung, mehr Herrschaft und größerer Getrenntheit fortsetzen. Wir können zulassen, dass mehr Getrenntheit und Kontrolle normal werden, im Glauben sie seien nötig um uns Sicherheit zu gewähren, und eine Welt akzeptieren, in der wir uns davor fürchten, einander nah zu kommen. Oder wir können diese Pause, diese Unterbrechung der Normalität zum Anlass nehmen, einen Weg in Richtung Wiedervereinigung, Ganzheitlichkeit, Wiederherstellung von verlorenen Beziehungen und Gemeinschaft und unserer Wiedereingliederung in das Netz des Lebens einzuschlagen.

Zum Schluss verlinke ich noch Saranams Blogbeitrag Eine berührbare Gesellschaft, denn uns als Tantrikerinnen liegt das natürlich ganz besonders am Herzen.

Es steht nichts Geringeres als unsere Menschlichkeit auf dem Spiel. Die Transhumanisten können es kaum erwarten, diese abzuschaffen. Machen wir ihnen das Spiel nicht zu leicht.

Worum geht es am "Tag der Freiheit"?

2020-07-31

Genau genommen sollte ich die Frage noch ergänzen, worum geht es wem am "Tag der Freiheit"? Die Motivationen sind sicherlich unterschiedlich.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass da morgen im Wesentlichen zwei verfeindete Fraktionen des Weiter so wie bisher aufeinander prallen werden, die die Lage völlig unterschiedlich einschätzen.

Der Anlass für diesen Beitrag ist die morgen für 500.000 Teilnehmerinnen angemeldete Demonstration von Querdenken 711 unter dem Namen "Tag der Freiheit". Damit meinen die Organisatorinnen die Freiheit von allen Lockdown-Beschränkungen.
Diese Fraktion fordert das, wie ich vermute, in erster Linie damit es für sie und uns so weiter gehen kann wie bisher; also dass die Menschen wieder ohne Masken einkaufen können, ganz normal Sport machen, uneingeschränkt mit vielen Menschen gemeinsam feiern usw. usf.
Unser Tantra-Institut betrifft der Lockdown auch sehr stark, wir arbeiten bisher immer noch sehr auf Sparflamme. Workshops (die unsere Haupt-Einnahmequelle sind) können wir noch nicht wieder geben, jedenfalls nicht auf die intime Art und Weise, die unsere Workshops gerade ausmacht.

Diese Freiheit ist aber auch die Freiheit unseres kapitalistischen Ausbeutungssystems, fröhlich weiter Menschen und alle anderen Wesen auf der Erde sowie die Erde selber auszubeuten bis es kracht.

Es sind außerdem 8 Gegendemos angemeldet gegen die "Tag der Freiheit"-Demo. "Berlin gegen Nazis" schreibt dazu

Für alle Gegenprotestanmeldungen gilt: Teilnehmer_innen werden gebeten, sich an die Mindestabstände & die Maskenpflicht zu halten und Durchsagen zur Einhaltung der Hygienevorschriften durch die Versammlungsleitung zu beachten.

Diese Fraktion des "Weiter so wie bisher" schätzt offensichtlich die Lage anders ein; sie hält Sars-CoV-2 für ein gefährliches Virus und empfindet uns mitten in einer "Pandemie". An den Anführungszeichen wird schon deutlich, dass ich diese Einschätzung nicht teile. Dazu habe ich auch schon verschiedentlich gebloggt.
Jedenfalls sagt diese Fraktion "bloß nicht alle Einschränkungen aufheben, dann kommt eine noch viel gefährlichere zweite Welle, die die Gesundheitssysteme dann wirklich global überlasten und unser Gesellschaftssystem zusammenbrechen lassen wird". Diese Fraktion unterstützt also den Lockdown, damit es überhaupt so weitergehen kann wie bisher.

Offenbar tendieren politisch rechts eingestellte Menschen tendenziell eher zur ersten, politisch links eingestellte Menschen tendenziell eher zur zweiten Fraktion. Warum das so ist, erschliesst sich mir nicht. Darauf kommt es mir auch gar nicht an.

Die erste Fraktion hat ein paar Punkte, die ich mit ihnen teile. Ich sehe auch die Gefahr, dass sich die autoritären Maßnahmen verfestigen und wir uns in Richtung totalitärer Staaten bewegen.

Dabei gehöre ich aber zu der kleinen Minderheit, die z.B. Oya liest und aktuell gerade Die Post-Kollaps-Gesellschaft. Für mich ist klar, dass ich gar nicht weitermachen will wie bisher. Und davon abgesehen ist mir klar, dass es sicherlich nicht so weitergehen kann und wird wie bisher.
Entweder begreifen das in sehr kurzer Zeit genügend Menschen, damit wir noch gemeinsam eine radikale Wende einleiten können.
Oder, was ich für viel wahrscheinlicher halte, die Zivilisation kracht gegen die Wand. Diejenigen, die dann noch aus den Trümmern rauskriechen, werden keine andere Wahl haben als völlig neu anzufangen.

Was tue ich damit morgen? Was sage ich zu den Leuten, mit welcher Haltung gehe ich zu den Demos? Ein Impuls war, mich von der Liebe zu allem was lebt leiten zu lassen.

Doch welche Geschichte erzähle ich? Ein paar mögliche Geschichten eines guten Lebens für alle kenne ich, z.B. von Starhawk und natürlich von Charles Eisenstein. Doch das sind große und lange Erzählungen. Wie kann der Geist dieser Erzählungen in Gesprächen aufleuchten? Wie kann ich diese Geschichten leben?

Nachtrag vom 01.08.: Die Antifa weist darauf hin, dass "Tag der Freiheit" der Titel eines Leni Riefenstahl-Films über die Wehrmacht ist. Zu unterstellen, dass das eine absichtliche geheime Botschaft der Veranstalterinnen an rechte Insider sei, wäre allerdings schon wieder eine Verschwörungstheorie.

Weiterer Nachtrag vom 01.08.: Nun war ich bei der Demo, mehr als Beobachter denn als Teilnehmer, und ich bin völlig fassungslos über die sogenannten "Linken". Diese Flagge habe ich auf der falschen Seite der Demo gesehen, nämlich bei einer Gegendemo:
anarchosyndikalistische Flagge

Was denkt sich eine Anarchosyndikalistin, wenn sie diese Flagge auf einer Gegendemo gegen eine Demo schwenkt, die sich gegen autoritäre Maßnahmen einer CDU-/SPD-Regierung wendet? Übrigens die gleiche Große Koalition, gegen die sich in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine linke außerparlamentarische Opposition gebildet hatte.

Sind die Linken auf einen Schlag alle obrigkeitsgläubig und -hörig geworden? Und haben dabei auch noch ihr kritisches Wissenschaftsverständnis verloren?

Ich kann es echt nicht fassen. Charles Eisenstein teilt meine Verwunderung:

Die Bezeichnung “rechte Verschwörungstheoretiker“ ist sowieso ein wenig merkwürdig, denn traditionell warnt ja doch eher die Linke vor der Neigung der Mächtigen zum Machtmissbrauch. Traditionell ist es doch die Linke, die Konzerninteressen kritisch beäugt, die uns drängt, „die Autoritäten“ zu hinterfragen, und die faktisch auch am meisten unter der Unterwanderung und Überwachung durch die Regierungen gelitten hat.

Hier jedenfalls noch meine Eindrücke von der Demo: Ich stand lange an der Ecke Friedrichstraße/Mittelstraße, von wo aus ich beobachten konnte, wie die Demo von Unter den Linden in die Friedrichstraße einbog. Beziehungsweise erst mal eine ganze Weile nicht einbog, weil die Polizei wohl länger mit der Versammlungsleitung diskutierte wegen der Maskenpflicht.
Dabei ging mir auf, dass das ein klassischer Catch-22 ist: Mit Masken gegen die Maskenpflicht zu demonstrieren. Egal was frau da macht, es kann nur falsch sein.

Schließlich setzte sich der Zug dann durch die Friedrichstraße wieder in Bewegung, & ich habe die gesamte Demo an mir vorbeiziehen lassen, vom gelben bis zum grünen Fähnchen. Es waren seeehr viele Menschen, ich schätze bestimmt sechsstellig (ich bin allerdings echt schlecht im Schätzen von Menschenmengen). Und es waren durchaus nicht alles "Verschwörungsideologen und Nazis", sondern ein sehr bunt gemischter Haufen von Menschen, unter denen bekennende Linke allerdings durch völlige Abwesenheit glänzten. Die waren nur in den Gegendemos vertreten, siehe oben.

In dieser Mischung waren nun auch etliche Reichsbürger, was meine gemischten Gefühle bestätigte. Um so mehr wären linke Fahnen und Sprüche als Gegenpol angebracht gewesen. Dadurch, dass die Linken sich komplett von der Demo distanziert haben, konnte sie nur noch "rechtsoffen" werden, denn "linksoffen" zu sein ging ja nun nicht mehr.

Außerdem habe ich heute das erste Mal das Kürzel WWG1WGA gesehen (dafür allerdings gleich viele Male), das ein Kennzeichen von QAnon ist. Ja, es war schon ein sehr bunter Haufen. Fefe hat die Problematik m.E. gut erkannt:

Früher hat man ja die Emporkömmlinge zersetzt, indem man ihre Vorwürfe mit zunehmend absurderen Verschwörungstheorien mixt.

Wenn man da geschickt rangeht, dann unterstellt man die nicht der ganzen Gruppe sondern ein paar Wenigen aus der Gruppe. Das führt dann entweder zur Spaltung der Gruppe (Win!) oder dazu, dass der Rest der Gruppe die Angegriffenen zu verteidigen versucht, und sich damit dann Teile der dazugedichteten Verschwörungstheorien aneignet (auch Win!). Daher erhöht man die Absurdität am besten langsam und schrittweise.

Ich glaube ja, dass es diese Methode ist, die uns gerade so richtig in unseren Händen explodiert. […]

Gute Arbeit, CIA! Fast so gut wie eure Afghanistan-Strategie damals. Wer hätte gedacht, dass das nach hinten losgehen würde, wenn man die Islamisten bewaffnet?

Vergleiche auch, was Charles Eisenstein in seinem Essay Der Verschwörungs-Mythos (ich zitierte oben schon daraus) schreibt:

Heute liegt das breite Vertrauen in die Wissenschaft und den Journalismus im Argen. Ich kenne etliche hochgebildete Leute, die glauben, die Erde sei eine flache Scheibe. Wenn wir Flat-Earther und die zehntausenden Anhänger weniger extremer alternativer Narrative (seien sie historisch, medizinisch, politisch oder wissenschaftlich) als ignorant abtun, verwechseln wir Symptom und Ursache. Ihr Vertrauensverlust ist ein klares Symptom des Verlustes von Vertrauenswürdigkeit. Unsere Institutionen der Wissenserzeugung haben das öffentliche Vertrauen wiederholt hintergangen, genau wie unsere politischen Institutionen. Jetzt glauben ihnen viele Leute nicht mehr, und wenn sie auch die Wahrheit sprechen.

So sieht's aus. Und das lässt mich ratlos zurück.

Weiterer Nachtrag vom 01.08.: Peter Nowak schreibt in Telepolis:

Zudem wird in dem Aufruf auch keine Unterscheidung gemacht zwischen linken Kritikern des Corona-Notstands und seiner Folgen und den angeblichen Coronaleugnern.

Diese Trennung wäre aber unbedingt notwendig, damit deutlich wird, dass es wohl nötig und möglich ist, die Corona-Maßnahmen von links zu kritisieren. Gerade in einer Zeit, in der die zweite Corona-Welle von Medien und Staatsapparaten schon herbeigeredet wird, sollte daran erinnert werden, dass wir seit Mitte März die massivsten Eingriffe in Grundrechte seit dem 2. Weltkrieg in Deutschland hatten.

Es ist bedauerlich, dass sie in den antifaschistischen Aufrufen gegen die rechtsoffenen Veranstaltungen der kommenden Tage in Berlin völlig ausgeblendet werden. Es war doch viele Jahre eine gute Praxis einer unabhängigen Antifabewegung nicht nur diverse Rechte und Rassisten, sondern auch die Staatsapparate zu kritisieren.

In dieser Tradition könnte man die absolut notwendige Forderung nach Abstand gegen rechts verbinden mit einer Forderung nach Abstand von den Staatsapparaten, die mit einer Politik der Angst Grundrechte einschränken wollen.

Nachtrag vom 06.08.: Am heutigen 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima komme ich endlich dazu, mich noch den verschiedentlich gemeldeten Teilnehmerinnenzahlen der Demo zu widmen.
Die Polizei spricht von 20.000 Teilnehmerinnen, was seeehr niedrig gegriffen ist. Die Veranstalterinnen sprachen anfangs von 1,3 Millionen, was wiederum ziemlich hoch gegriffen ist. Aber wenden wir die übliche Formel an und bilden den Durchschnitt der beiden Angaben, dann kommen wir auf 660.000.
An anderer Stelle hörte ich was von einer Million, nach dem gleichen Rechenschema ergibt das immerhin 510.000.
Noch anderswo las ich 800.000, macht 410.000.

Ich stand ja ziemlich am Beginn der Demo, es können später also durchaus noch viele Menschen dazu gekommen sein. Die Schätzung eines Telepolis-Autoren ist von meiner nicht so weit weg:

nach einer "Zähl-Schätzung" von Telepolis-Autor Thomas Moser, der bis 13 Uhr 15 bei der "Demo Unter den Linden" vor Ort war, bestand der Demozug, der 70 Minuten lang vorbeizog, aus "50.000 - 60.000 Teilnehmern".

Bei der Kundgebung an der Straße des 17. Juni war ich später gar nicht mehr dabei, das kann ich persönlich also gar nicht einschätzen.

Die Zahlen werden heiss diskutiert, so auch bei Multipolar.

Nachtrag vom 07.08.: Gaby Weber hat etliche Demonstrantinnen interviewt:

Nachtrag vom 11.08.: Auch Daniel Kulla schreibt differenziert über die Demo:

1) Auf der Demo waren wohl mehr als die von der Polizei angegebenen 17000, wenn auch deutlich weniger als die aus der Demo verkündeten 1,3 Millionen.

2) Es nahmen vermutlich viele aus Berlin teil, aber auch aus praktisch allen anderen Teilen des Landes.

3) Es waren viele Nazis dabei, viele radikal-nationalistische Leute, aber auch ein großer Teil, der sich politisch nicht rechts verortet, ebenso Menschen, die sich als Linke verstehen. Hier wird es sich zur eigenen Entlastung und zur Rettung von Verbindungen vielfach zu leicht gemacht.

Unsere eingebaute rosa Brille

2020-07-26

Empfohlener Soundtrack zu diesem Beitrag: 4Hero – Wishful Thinking ;-)

Vor kurzem habe ich endlich Die Post-Kollaps-Gesellschaft von Johannes Heimrath angefangen, um das ich mich schon seit Jahren gedrückt hatte. Bekannt ist es mir schon lange, weil es so was wie der rote Faden der Oya ist; einen Vorgeschmack gibt der Artikel in Oya Nr. 2 Auf in die Post-Kollaps-Gesellschaft.

Darin erwähnt Johannes die Studie How unrealistic optimism is maintained in the face of reality aus dem Jahr 2011, von der es in der gleichen Zeitschrift eine Zusammenfassung gibt, die zur Überschrift meines Beitrags passt: The brain's rose-colored glasses.

Johannes fasst das Ergebnis so zusammen:

Die Zeitschrift "Nature Neuroscience" des amerikanischen Kollegiums für medizinische Genetik veröffentlichte jüngst eine Studie, nach der bei 80 Prozent der Menschen die vorderen Stirnlappen im Neokortex, dem Teil des Gehirns, der unsere kognitiven Prozesse steuert, kurz: mit dem wir logisch denken und urteilen, ihre Arbeit einstellen, sobald sie problematische oder unangehme Eindrücke empfangen. Die schlechte Nachricht wird schlichtweg nicht verarbeitet. Die Fakten werden nicht so wahrgenommen, wie sie sind. Stattdessen erhält das Gehirn die Illusion einer warmen, wohligen, wattigen Welt aufrecht, in der am Ende alles gutgeht, das Unmögliche möglich wird und sich Probleme in Luft auflösen. Diese fatale Eigenschaft des dominanten Teils unserer Spezies wird "unrealistischer Optimismus" genannt. Er führt beispielsweise dazu, dass die meisten Befragten der Untersuchung es eher für möglich halten, den Jackpot im Lotto zu gewinnen, als an Krebs zu erkranken. Sowohl die Statistik wie der gesunde Verstand der restlichen 20 Prozent Nicht-Optimisten sprechen massiv dagegen.

Konkret wurden die Studienteilnehmerinnen gefragt, wie hoch sie das Risiko verschiedener negativer Ereignisse für sich selbst einschätzen. Anschließend wurde ihnen das durchschnittliche statistische Risiko mitgeteilt, woraufhin die besagten 80 Prozent zwar ihre Einschätzung angepasst haben, wenn sie vorher das Risiko überschätzt hatten, aber nicht, wenn sie das Risiko vorher unterschätzt hatten. Deshalb passt die rosa Brille als Metapher.
"Wir schaffen das"…

Johannes schreibt weiter

Nach alledem dürfte der "unrealistische Optimismus" die Ursache für das blinde Weiterwursteln der Menschheit im Allgemeinen und ihrer Entscheider im Besonderen sein. Vor allem der Stand der Berufspolitiker aller Schattierungen scheint in hervorragendem Maß von dieser Wahrnehmungsblockade betroffen zu sein. Wie sonst wäre zu erklären, dass wider alle wissenschaftliche Erkenntnis, nach der das Weiterwursteln die Grundlagen unseres Überlebens zerstört, mit roten Backen eifrig weitergewurstelt wird? Zu einem Innehalten scheinen eben 80 Prozent der Menschen nicht imstande zu sein, und womöglich sind gerade mit Entscheidungsmacht ausgestattete Berufe, wie Konzernführer und Bürokrat, Politiker, Investmentbanker und Despot, so attraktiv für "unrealistische Optimisten", dass sie die verfügbaren Plätze zu 100 Prozent einnehmen.

In diese Richtung spekuliert die Zusammenfassung in Nature Neuroscience auch:

it is also interesting to speculate that being optimistic might be correlated with social effects, such as leadership and social dominance, an effect perhaps at work in politics, as in religion. These two possible accounts may of course interact: ­people’s need for a rosier view of the future may be satisfied by subscribing to religious or political groups that provide reasons to believe in such a view.

In einer Folgestudie haben Tali Sharot et al. gezeigt, dass dieser unrealistische Optimismus von erhöhtem Dopamin-Ausstoß befeuert wird.

Die englische Wikipedia hat einen umfangreichen Artikel über den Optimism bias, auf Deutsch habe ich auf die Schnelle nur den Artikel über Optimismus im Online-Lexikon der Psychologie bei Spektrum der Wissenschaft gefunden. Der Artikel in der deutschen Wikipedia glänzt mal wieder durch Abwesenheit…

Tali Sharot hat 2014 ein ganzes Buch dazu geschrieben, Das optimistische Gehirn. Im Sinne der Selbsterkenntnis scheint mir das ein Must-Read zu sein.

Das wirft natürlich auch ein Licht auf die Strategie der Klimaschutzbewegung (vgl. Warum unser Gehirn darauf programmiert ist, die Klimakrise zu ignorieren): Bei der Rebellion Wave von Extinction Rebellion letzten Herbst habe ich intuitiv schon vermieden, die Sticker mit "Wir sind am Arsch!" zu verkleben, weil diese Botschaft eben bei 80% der Bevölkerung gar nicht ankommt. Und es verwundert also auch nicht, warum beinahe 50 Jahre nach der Veröffentlichung von Die Grenzen des Wachstums der Naturverbrauch immer noch weiter zunimmt.

Mich lässt dieses Phänomen erst mal ratlos zurück (zumal man den Effekt auch kaum wegkriegt). Ob wir als Menschheit die nächsten Jahrzehnte überleben, ist für mich sehr ungewiss.

Nachtrag: Scheisse, wenn ich so was sehe, muss ich weinen:

Nachtrag vom 27.07.: Heute habe ich mir die Kali-Figur an meinen Arbeitsplatz gestellt.
Kali-Figur
Die können wir gut gebrauchen, wie sie mit ihrer Sichel die Köpfe der Illusionen abschlägt.

Signal, die PIN und die Cloud – weniger ist manchmal mehr

2020-07-14

Hmpf. Da hatte ich mich doch vor kurzem erst so gefreut, dass meine Gemeinschaft von WhatsApp zu Signal gewechselt ist. Und jetzt kommt wenige Wochen später diese Geschichte mit der Zwangs-PIN und der Speicherung von Nutzerinnendaten in der Cloud.

Wenn du, wie ich, verstehen willst, was da technisch genau eigentlich los ist, ist der Artikel von Matthew Green die Quelle der Wahl. Für alle anderen erläutere ich es mal ganz einfach runtergebrochen:

Signal hatte (bisher zumindest) das Grundprinzip, dass die Firma, die das System betreibt, möglichst gar keinen Zugriff auf irgendwelche Nutzerinnendaten hat, die darüber ausgetauscht werden. Das ist an sich eine sehr lobenswerte Philosophie.
In der Zwischenzeit hat sich der Messenger allerdings bei vielen Nutzerinnen verbreitet, was dazu führt, dass diese Features wollen, die sie von anderen Messengern kennen. Wobei die Features oft Rückschritte bei der Sicherheit bedeuten; es gibt immer einen Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit.
Wer beim Lesen meines Blogs aufgepasst hat, weiss, dass ich bei neuen Features seeehr skeptisch bin, denn Komplexität ist der Feind. Und genau mit diesem Feind hat sich Signal jetzt angelegt. Ich hoffe inständig, dass es sich deshalb nicht zu einem weiteren Clusterfuck entwickelt.

Eben wegen des Zielkonflikts zwischen Sicherheit (der Philosophie von Signal) und Bequemlichkeit (den gewünschten neuen Features) mussten die Signal-Entwicklerinnen sich ein hochkomplexes System ausdenken, wie auch weiterhin die Signal-Betreiberinnen keinen Zugriff auf die inzwischen auf ihren Systemen doch gespeicherten Daten bekommen. Und dieses System basiert ausgerechnet auf Software Guard Extensions (Intel SGX). Das sind Befehlssatzerweiterungen (=mehr Komplexität), und zwar ausgerechnet von Intel – dem Prozessorhersteller, dem Apple gerade den Rücken kehrt. Und zwar, wie frau hört, weil Intel die Qualitätskontrolle zu nachhaltig verkackt hat. Und zwar insbesondere bei der Skylake-Architektur, derjenigen, mit der SGX eingeführt wurde.
Was soll da schon schiefgehen?!

Im Signal-Forum gibt es zur neuen PIN einen Thread mit aktuell (13.07.) 661 Beiträgen; dort wird also auch heiss diskutiert, ob das so eine kluge Idee war.

Mir erscheint diese Entwicklung als ein weiteres Argument für dezentrale Strukturen wie in diesem Fall XMPP (Jabber) + OMEMO. Darüber hatte ich mich im Beitrag Der Messenger-Salat ja schon ausgelassen, und ich fange gerade wieder an, ernsthafter über Conversations als Messenger für Android nachzudenken. Dazu stellt sich mir aufs Neue die Frage, welchen Client ich dafür unter Linux nehme; es gibt ja insgesamt eine ganze Menge OMEMO-fähiger Messenger. Nur mein bisheriger Lieblings-Messenger Pidgin gibt in dieser Hinsicht eine sehr traurige Figur ab. Auch meine praktischen Erfahrungen waren bisher überaus durchwachsen; ich habe es faktisch nicht zum Laufen gekriegt.

Jedenfalls haben sich Moxie Marlinspike (Seitenhieb: in der deutschsprachigen Wikipedia gibt es keinen Artikel über ihn; er ist offensichtlich nicht relevant…) & Co. möglicherweise einfach zu viel vorgenommen, eine sichere Messenger-Infrastruktur für zig Millionen Nutzerinnen zentral zu verwalten. Die Planwirtschaft im real existierenden Sozialismus war ja auch nicht gerade eine Erfolgsstory…

Nachtrag vom 08.08.: Es war echt eine super Idee, die Sicherheit privater Schlüssel SGX-Enklaven anzuvertrauen!!1!
Foreshadow returns to the foreground: Secrets-spilling speculative-execution Intel flaw lives on, say boffins:

Foreshadow – an L1 Terminal Fault (L1TF) bug in Intel parlance – involves abusing the processor's speculative execution to discern private data in an Intel SGX enclave's L1 data cache via a side channel. It relies on manipulating how information is prefetched – collected before it's needed – from the cache. This anticipatory data gathering doesn't take place in the way computer scientists had thought.

Wie gesagt, was soll da schon schiefgehen… more

Bhakdis Corona-Faktencheck

2020-07-4

Im aktuellen Buch Corona Fehlalarm? von Sucharit Bhakdi und seiner Frau habe ich einige aufschlussreiche Informationen gefunden, die ein ganz anderes Licht auf die Corona-"Pandemie" werfen. Im gleichen Verlag erschien im Jahr 2016 von den gleichen Autorinnen das Buch Schreckgespenst Infektionen. Mythen, Wahn und Wirklichkeit.

Wie schon an anderer Stelle im Blog erwähnt, halte ich Bhakdi für eine vertrauenswürdige Quelle in der Angelegenheit.

Vorneweg, wer lieber Videos schaut statt zu lesen, findet eine ganze Reihe davon in Bhakdis YouTube-Kanal.

Ich greife nur die Punkte heraus, die für mich selber besonders signifikant und neu sind. Das fängt an mit Belgien, wo ich mich schon länger gewundert hatte, warum ausgerechnet dort die Fallzahlen so hoch sind, und warum frau nirgends etwas darüber liest und hört. Nun, des Rätsels Lösung ist erschreckend einfach:

In Belgien erscheinen nicht nur jene Toten in der Statistik, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Sondern auch all jene, bei denen nur ein Verdacht besteht, es könnte einen Zusammenhang mit dem Virus geben.

Kannste dir nicht ausdenken so was!

Nächster Punkt aus dem Buch, was die Panikmache angeht:

Herr Drosten verbreitete sehr früh, dass asymptomatische Personen sehr ansteckend sein könnten. Die zentrale Studie, auf die er sich bezog (mit ihm als Co-Autor), berichtete, dass die chinesische Geschäftsfrau, die bei ihrem Besuch in Bayern Mitarbeiter eines Autozulieferers infiziert hatte, selbst keine Symptome hatte. Die Veröffentlichung halt weltweit für Aufsehen gesorgt und gleichzeitig zu einer großen Verunsicherung geführt. Ein Virus, das von Menschen verbreitet wird, die keine Symptome haben, lässt sich nur sehr schwer kontrollieren. Diese Furcht stellte eine treibende Kraft hinter vielen Extremmaßnahmen dar, die kurze Zeit später verhängt wurden – vom Besuchsverbot von Krankenhauspatienten bis hin zur Maskenpflicht.

Praktisch unbekannt geblieben ist dabei die Tatsache, dass der in dieser Schlüsselarbeit publizierte Befund sich als absolut unzutreffend herausgestellt hat. Im Nachhinein ergaben Recherchen, dass die Chinesin während ihres Aufenthaltes in Deutschland unter starken Beschwerden gelitten hat, diese waren jedoch nicht offensichtlich, weil sie schmerz- und fiebersenkende Mittel eingenommen hatte.

Was ist nun aber mit den in vielen Ländern offensichtlich überlasteten Gesundheitssystemen? Nun, diese Überlastung ist nicht Corona-spezifisch:

Als im Winter 2017/2018 eine wirklich schwere Grippe-Epidemie durch die Welt zog, kam es auch in den USA zu einer Überlastung der Krankenhäuser, zum Aufbau von Triage-Zelten, Operationen wurden abgesagt, Patienten abgewiesen. Alabama erklärte den Ausnahmezustand. Aber es hat keinen interessiert.

In Spanien kaum anders. Die Grippewelle 2017/2018 führte in ganz Spanien zum Kollaps der Krankenhäuser.

In Italien kaum anders. In Mailand und anderen Städten ging auf den Intensivstationen gar nichts mehr. Am Gesundheitssystem wird in Italien seit Jahren gespart, die Anzahl an Intensivbetten ist sehr viel geringer als in anderen Ländern Europas.

Das hatte ja auch die Anstalt letztens.

"Nicht schlimmer als eine Grippe" heisst also angesichts des Zustands der Gesundheitssysteme bei weitem nicht "harmlos".

Was hat es nun mit den schockierenden Bildern der Särge aus Bergamo auf sich, die vom Militär abtransportiert wurden? Dazu sagt der Vorsitzende des bayerischen Bestatterverbandes und Vizevorsitzende des deutschen Dachverbands, Ralf Michal, folgendes:

In Italien ist eine Feuerbestattung eher selten. Deshalb "waren die italienischen Bestatter überfordert, als im Zuge der Corona-Pandemie der Staat die Feuerbestattung anordnete", analysiert Michal. Dafür waren die Bestatter nicht vorbereitet. Es fehlten Krematorien und die komplette Infrastruktur. "Deshalb musste das Militär helfen. So lassen sich die Aufnahmen aus Bergamo erklären, die zeigen, wie Armeelaster Särge mit Corona-Verstorbenen abtransportieren helfen". In Deutschland hat die Urnenbestattung längst Tradition. "Bilder wie aus Italien wird es bei uns nicht geben", sagt der Fachmann.

Die Autorinnen verweisen im Buch mehrfach auf die Corona-Initiative Deutscher Mittelstand (Achtung, Link zu einem Google-Dokument!), die eine ganze Menge von Daten rund um Corona und die Folgen dort gesammelt und aufbereitet hat. Wie gesagt, klickt auf eigene Gefahr auf diesen Link, dort trackt euch Google.

Im Buch ist mir nun auch deutlicher geworden, was künstliche invasive Beatmung konkret bedeutet:

Invasive Beatmung bedeutet, dass der Patient in ein künstliches Koma gelegt wird, er ist nicht mehr ansprechbar, braucht eine Komplettversorgung auf der Intensivstation. Die Beatmungsmaschine drückt den Sauerstoff über einen Schlauch mit Überdruck in die Lunge. Über den Schlauch verschaffen sich nicht selten Bakterien Zutritt – und führen früher oder später zur tödlichen Lungenentzündung. Der Mediziner spricht von Krankenhausinfektionen. Das Risiko dafür steigt mit jedem Tag. Deshalb lernt der Mediziner auch, dass eine Beatmung zwar so lange wie nötig, aber immer nur so kurz wie möglich angewandt werden sollte.

Der Lungenfacharzt Thomas Voshaar findet drum auch: Es wird zu häufig intubiert und invasiv beatmet.

Bhakdi zitiert Scott Atlas von der Universität Stanford, der sich für die Strategie der Herdenimmunität ausspricht:

In fact, infected people without severe illness are the immediately available vehicle for establishing widespread immunity. By transmitting the virus to others in the low-risk group who then generate antibodies, they block the network of pathways toward the most vulnerable people, ultimately ending the threat. Extending whole-population isolation would directly prevent that widespread immunity from developing.

Spannend fand ich noch den Hinweis auf Empfehlungen der WHO zu Maßnahmen bei Grippe-Epidemien von Oktober 2019, Non-pharmaceutical public health measures for mitigating the risk and impact of epidemic and pandemic influenza, in denen sie den meisten Maßnahmen (die jetzt in der Corona-"Pandemie" umgesetzt wurden) schwache bis gar keine Evidenz bescheinigen.

Warum eine Impfung gegen Coronaviren (im Allgemeinen, nicht nur gegen SARS-CoV-2) medizinisch nicht sinnvoll ist, erklärt Dave Brych in einem seiner Videos, das im Wesentlichen auf dem Buch "Corona Fehlalarm?" basiert. Dazu müsst ihr wissen, dass Bhakdi durchaus kein pauschaler Impfgegner ist. In seinem ersten Buch Schreckgespenst Infektionen differenziert er, welche Impfungen er für wirksam hält und welche für medizinischen Unfug.

Oh, zum Ende des Buches hin gibt es noch ein interessantes Detail: Kein Geringerer als Christian Drosten hat im Dezember 2009 "vor einer Unterschätzung des Risikos der Schweinegrippe gewarnt" – als diese schon längst wieder am Abebben war. Wir erinnern uns, die Schweinegrippe war ein hoffnungslos aufgeblasenes Gefährdungsszenario, an dem vor allem einzelne Pharmakonzerne verdient haben.

Ach ja, weil's so schön ist, verlinke ich an dieser Stelle den "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"-Tweet des Bundesgesundheitsministeriums.

Auch interessant: Noch am 30. Januar hat der Bayerische Rundfunk diejenigen, die Corona für gefährlich halten, als Verschwörungstheoretiker und Populisten bezeichnet! So schnell kann sich der Wind drehen…

Der Virologe Pablo Goldschmidt sagt in einem Interview mit der argentinischen Zeitschrift Infobae:

Wir sind alle eingesperrt. In Nizza gibt es Drohnen, die den Menschen von der Luft aus Bußgelder aufbrummen. Wie weit ist es mit dieser Überwachung gekommen. Man muss jetzt Hannah Arendt lesen und sehr genau die damaligen Ursprüngen des Totalitarismus anschauen. Wenn man der Bevölkerung Angst macht, kann man alles mit ihr machen.

Übrigens hängt in Berlin an etlichen Stellen ein Plakat für die aktuelle Hannah-Arendt-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum mit dem Spruch "Niemand hat das Recht zu gehorchen".

So weit zum Buch. Abschließend bette ich noch das Video der "Pressekonferenz" (die sich allerdings durch einen eklatanten Mangel an Presse auszeichnet) zur Gründung der Stiftung Corona-Ausschuss ein, die die Folgen des Lockdown auswerten will:

Bhakdi wird mit vielen anderen an diesem außerparlamentarischen Untersuchungsausschuss beteiligt sein.

Nachtrag vom 11.07.: Hier die nächste "Presse"konferenz vom Corona-Untersuchungsausschuss ohne anwesende Presse:

Etwas verwirrend finde ich, dass es neben der Stiftung noch eine weitere Seite Außerparlamentarischer Corona Untersuchungsausschuss gibt, die aber offenbar zum gleichen Ausschuss gehört.
Ah, noch verwirrender – das sind zwei unterschiedliche Ausschüsse unter dem gleichen Namen…

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