Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Das Atman-Projekt und Halbzeit der Evolution

2018-11-16

Im Zuge meiner Beschäftigung mit der Integralen Theorie habe ich inzwischen schon einige Bücher von Ken Wilber gelesen, aber noch keins davon hat mich nur annähernd so gefesselt wie Halbzeit der Evolution. Das hatte ich mir bestellt, weil ich gerade mit diesem Aspekt der wilberschen integralen Theorie noch etwas gehadert habe – der Idee, dass sich die kulturelle Evolution der Menschheit, wenn auch mit Schlenkern & Rückschlägen, doch im Wesentlichen aufwärts bewegt. Insofern knüpft dieser Beitrag auch an Wilber, Evolution und Eigentum an, wo ich schon schrieb, dass Wilber auch um die Schattenseiten der Evolution weiss.

In "Halbzeit der Evolution" stellt Wilber diese Entwicklung der Menschheit so schlüssig dar, wie ich das noch nirgendwo anders gelesen oder gehört habe. Hier kommt nun der erste Teil der Überschrift ins Spiel: Das Atman-Ptojekt. Dabei handelt es sich zum einen um den Titel des "Schwesterbuchs" von "Halbzeit der Evolution" – Wilber hat diese Bücher gezielt gleichzeitig veröffentlicht, weil sie einander ergänzen. "Das Atman-Projekt" beschreibt die individuelle Evolution eines Menschen, und das feiner in Phasen unterteilt, während "Halbzeit der Evolution" von der kulturellen Entwicklung der Menschheit insgesamt handelt.
Zum anderen meint das Atman-Projekt folgendes:

Alle Menschen stehen vor diesem fundamentalen Dilemma: Jeder sehnt sich zutiefst nach wahrer Transzendenz, nach Atman-Bewusstsein, nach der Höchsten Ganzheit, fürchtet jedoch zugleich mehr als alles andere den Verlust seines separaten Ich, dessen "Tod". Weil der Mensch mehr als alles andere reale Transzendenz wünscht, den notwendigen Tod seines separaten Ichempfindens jedoch nicht akzeptieren will, sucht er Transzendenz auf eine Weise zu erlangen, die sie in Wahrheit verhindert und symbolische Ersatzlösungen erzwingt. Dieser Ersatz nimmt die verschiedensten Formen an: Sex, Essen, Geld, Ruhm, Wissen, Macht. Alles das sind letzten Endes Ersatzbefriedigungen, primitiver Ersatz für die wahre Befreiung in der Ganzheit. Daher ist das menschliche Verlangen so unersättlich, daher sehnt sich der Mensch nach nie endenden Freuden: Alles, was der Mensch will, ist Atman; aber alles, was er findet, sind symbolische Ersatzbefriedigungen. […]

Diesen Versuch, Atman-Bewusstsein auf eine Weise zu gewinnen, die dieses verhindert und nur zu symbolischen Ersatzbefriedigungen führt, nenne ich das Atman-Projekt. Es ist das unmögliche Verlangen, das individuelle Ich möge unsterblich, kosmozentrisch und allbedeutend sein.

Dieses Spannungsfeld aus Atman und dem Atman-Projekt bildet bei Wilber den Kontext der gesamten Evolution, und das ergibt (für mich jedenfalls) mächtig Sinn. An späterer Stelle schreibt er drastisch:

Es gibt nur zwei Zustände, in denen der Mensch vollkommen zufrieden ist. Der eine ist der Schlummer im Unbewussten, der andere das Erwachtsein zum Überbewussten. Alles dazwischen ist die Hölle in verschiedenen Graden.

Der Motor des Atman-Projekts ist dabei das Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit in sich wandelnder Form:

Sobald dies einmal bewusst geworden ist, kann man zweierlei dagegen unternehmen. Der Mensch kann Tod und Thanatos leugnen und verdrängen oder beides ins überbewusste All transzendieren. Solange er sich an das separate Ichempfinden klammert, muss er Tod und Todesangst verdrängen, denn um die Todesangst zu überschreiten, muss man das Ich transzendieren. Das separate Ich kann überhaupt nichts tun, um die Todesangst loszuwerden, da das separate Ich die Todesangst ist. Beide entstehen gemeinsam und können auch nur gemeinsam vergehen.

Im Vergleich zu Spiral Dynamics finde ich Wilbers Theorie wesentlich umfassender und dabei differenzierter. SD kommt mir manchmal recht platt vor und wird von vielen Menschen auch so benutzt, was m.E. der integralen Theorie keinen guten Dienst erweist. An Wilber gefällt mir gerade, dass er vehement jeglichen Reduktionismus zurückweist & in jeglicher Hinsicht genau hinschaut bzw. -denkt.

"Halbzeit der Evolution" finde ich dabei so gehaltvoll, dass ich hier im Blog eine ganze Artikelserie starte mit diesem Beitrag hier als Übersicht. Schon 1986 hat die Zeitung "Die Zeit" übrigens eine lange Rezension des Buches veröffentlicht unter dem Titel Die Wandlungen des Bewußtseins.

Um das Buch besser einordnen zu können, weise ich auch noch darauf hin, dass Wilber sein Werk in (bisher) 5 Phasen unterteilt, von denen gerade diese beiden Bücher die Phase II bilden:

In Phase 2 (1980-1982) wendet sich Wilber der Entwicklungspsychologie zu, als einem umfassenderen Kontext zur Integration östlicher und westlicher Psychologie. Spirituelles Wachstum sieht er nun als etwas, das nach dem Erwachsenwerden kommt. Mit anderen Worten, wir haben Gott nicht verloren, sondern wir wachsen in ihn hinein, in einem schrittweisen Entwicklungsprozess. Hier formuliert er auch erstmals das Konzept der Prä/Trans-Verwechslung (pre/ trans fallacy - PTF).

In der 2. Phase beschreibt er Evolution noch relativ grob verallgemeinert, in den Phasen 3 (hier kommen die Entwicklungslinien hinzu) und 4 (das Konzept der Quadranten) differenziert er sein Modell noch viel stärker. Die Landkarte wird immer genauer. Dafür wird in der 2. Phase gerade durch das Zusammenfassen die rote Linie der Evolution (wie im übrigen auch der Involution!) besonders deutlich.

Damit habe ich den wesentlichen Rahmen skizziert, in dem ihr euch auf (zunächst) folgende Themen freuen könnt (ggf. kommen noch weitere hinzu):

  • Selbsteigentum als evolutionäre Errungenschaft
  • Sinn und Unsinn des Patriarchats
  • Sex, Geld & Tod aus Sicht von Wilber

Übrigens musste ich auch bei diesem Buch, wie bei vielen von Wilber, oft an Käptn Peng denken. Deshalb überlasse ich diesem das letzte Wort:

Und ein weiterer Peng:

Softwarefehler = menschliches Versagen

2018-11-8

Die Durchsage der S-Bahn Berlin zu "unregelmäßigem S-Bahn-Verkehr" mit der Ausrede eines Softwarefehlers nehme ich zum Anlass, um mal klarzustellen:

Jeder Softwarefehler ist prinzipiell menschliches Versagen.

"Es gab einen Softwarefehler" heisst nichts anderes als, da hat jemand was verkackt. Und zwar wahlweise derjenige, der die Software geschrieben hat oder die Person, die diese spezifische Software mit irgendwelchen anderen Softwares (oder einer unpassenden Hardware) falsch verkuppelt hat.

Im Gegensatz zu Hardware (wie Maschinen) unterliegt Software nämlich keinen physikalischen Prozessen und somit auch keinem Verschleiss irgendwelcher Art. Wenn also in einer Software "plötzlich" ein Fehler auftritt, dann war dieser Fehler da (in dieser aktuellen Version) von vornherein schon drin.

Fefe schreibt dazu:

Der Kern des Problems ist aus meiner Sicht, dass wir als Gesellschaft uns darauf geeinigt haben, dass Software halt ein schwieriges Problem ist, und daher Fehler halt passieren und niemand für seine Fehler geradestehen muss. Man kann sich heute bei so gut wie allen Problemen mit "das war ein Softwarefehler" herausreden. Für mich als Programmierer ist das natürlich auf der einen Seite toll, weil ich mich so Dinge trauen kann, die ich sonst nicht in Angriff nehmen würde. Aber es hat in der Szene so ein wirklich widerliches Gefühl erzeugt, als hätten wir Programmierer es verdient, als sei das unser Recht, niemals für unseren Scheiß den Kopf hinhalten zu müssen.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Ein Krieger 'muss' glauben

2018-11-1

An diesem Satz von Don Juan Matus, ein Krieger muss glauben, hatte ich seinerzeit länger zu knabbern. Er stammt aus dem 4. Band der Castaneda-Reihe, Der Ring der Kraft. Als ich das Buch das erste Mal las, hatte ich den Wert des Zweifelns und kritisch Hinterfragens gerade noch mal für mich bekräftigt. Es war die Zeit, als ich mich sehr radikal von allen christlichen und überhaupt religiösen Überzeugungen löste. Und da kommt nun dieser Don Juan mit so einem Satz.

Dabei erschliesst sich der Sinn bei genauerem Hinsehen aus dem Zusammenhang:

Ein Krieger muß beweglich sein und sich harmonisch mit der ihn umgebenden Welt verändern, sei es die Welt der Vernunft oder die Welt des Willens.

Der gefährlichste Moment dieser Veränderung tritt immer dann ein, wenn der Krieger feststellt, daß die Welt weder das eine noch das andere ist. Ich mußte lernen, daß die einzige Möglichkeit, diesen entscheidenden Wechsel zu überstehen, darin besteht, daß man bei seinen Handlungen so tut, als glaubte man. Mit anderen Worten, das Geheimnis eines Kriegers ist, daß er glaubt, ohne zu glauben. Aber natürlich kann der Krieger nicht einfach sagen, er glaubt, und es damit bewenden lassen. Das wäre zu leicht. Einfach glauben, das würde ihn von der Verpflichtung entbinden, seine Situation zu überprüfen. Immer wenn ein Krieger sich darauf einlassen muß, zu glauben, dann tut er es als freie Entscheidung, als Ausdruck seiner innersten Wahl. Ein Krieger glaubt nicht, ein Krieger muß glauben.

Es geht also gar nicht darum, irgendwelche Glaubensinhalte unbesehen für bare Münze zu nehmen, es geht nicht um Glaubenssysteme. Sondern es geht darum, wenn ich handle, an meine eigenen Handlungen zu glauben. Tue ich das nämlich nicht, dann haben meine Handlungen keine Kraft, da ich selber an ihnen zweifle. Ich fahre sozusagen mit angezogener Handbremse.

Im dritten Band Reise nach Ixtlan klingt das schon mal an:

»Ist all das wirklich wahr, Don Juan?«
»Würde ich auf deine Frage mit ja oder nein antworten, so wäre das Tun. Aber da du das Nicht-tun lernen sollst, muß ich dir sagen, daß es in Wirklichkeit ganz gleichgültig ist, ob es wahr ist oder nicht. Genau das ist ja der Vorsprung, den ein Krieger gegenüber, dem Durchschnittsmenschen hat. Ein Durchschnittsmensch sorgt sich darum, ob die Dinge wahr oder falsch sind, ein Krieger aber tut das nicht. Ein Durchschnittsmensch verhält sich in einer bestimmten Weise zu Dingen, von denen er weiß, daß sie wahr sind, und in einer anderen Weise zu Dingen, von denen er weiß, daß sie nicht wahr sind. Wenn die Dinge als wahr gelten, dann handelt er und glaubt an das, was er tut. Aber wenn die Dinge als unwahr gelten, dann macht er sich nicht die Mühe, zu handeln, oder er glaubt nicht an das, was er tut. Ein Krieger hingegen handelt in beiden Fällen. Wenn die Dinge als wahr gelten, dann handelt er, um zu tun. Wenn die Dinge als unwahr gelten, dann handelt er trotzdem, um nicht-zu-tun.«

Die Unterscheidung zwischen Tun und Nicht-tun ist dabei noch mal ein Thema für sich. An dieser Stelle geht es mir darum, deutlich zu machen, dass meine eigenen Taten nur dann Kraft haben, wenn ich selbst an sie glaube. Bei diesem Glauben handelt es sich um einen Akt des Willens. Mit blindem Glauben, dem ungeprüften Akzeptieren einer Behauptung, hat das nichts zu tun.

Ich kann an dieser Stelle noch mal die Sätze von Pete Carroll wiederholen:

Der Zauberer tut auf dieser Ebene der Illusion das, was er will, er weiß, daß nichts wichtiger ist als irgendetwas anderes und daß alles, was er tun kann, lediglich eine Geste ist. Deshalb steht es ihm frei, alles so zu tun, als sei es ihm wichtig.

Und wie Don Juan es schon im ersten Band Die Lehren des Don Juan so schön formuliert:

Alle Wege sind gleich: sie führen nirgendwo hin. Es gibt Wege, die durch den Busch führen oder in den Busch. Ich kann sagen, daß ich in meinem eigenen Leben langen, langen Wegen gefolgt bin, aber ich bin nirgendwo.

Hinter allen Erscheinungen steht die grenzenlose Freiheit des Einen Bewusstseins, das sich höchstens selbst einschränken kann – und das auch in großem Stil tut. Aber da müssen wir ja nicht mitmachen. ;-) more

Kalter Zuckerentzug

2018-10-29

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich längst veröffentlicht haben, durch die Wartezeit kommt nun allerdings noch Wesentliches dazu.

Es fing damit an, dass ich die Sendung Vorsicht Zucker: Die verborgene Gefahr von Harald Lesch gesehen habe. Das erinnerte mich schmerzlich daran, dass ich bereits 2006 der Zuckerindustrie den Krieg erklärt hatte, damit allerdings zunächst kläglich gescheitert war und meine ganze Initiative (persönlich auf Zucker zu verzichten) damals schnell wieder im Sande verlaufen war.
Mir fiel dann neben meinem persönlichen Versagen auch wieder ein, dass ich in Das Ende der Megamaschine vom Zucker als Motor der Industrialisierung gelesen hatte.

Dann fing ich wild an weiter zu recherchieren und fand auch beim Deutschlandfunk einen Beitrag über die Droge Zucker.

Martin Dehnke, unser Soziokratie-Berater, hatte schon im Jahr 2002 beim Dresdner coloRadio ein Feature über die Droge Zucker gemacht, das damals den Alternativen Medienpreis gewann.

Dieses wiederum erinnerte mich an den Geschichtsunterricht, als ich vom Dreieckshandel das erste Mal erfuhr. Dass es dabei vor allem um Zucker ging, wurde mir jetzt erst richtig klar. Wikipedia schreibt:

Ab April segelten die Schiffe überwiegend mit Zuckerprodukten beladen in ihre Heimathäfen zurück, um die Fracht auf dem europäischen Markt gewinnbringend zu verkaufen. Die Schiffe kamen im europäischen Frühsommer zu Hause an.

Bei meinen Recherchen entdeckte ich dass Edeka in Sachen Zucker-Reduktion mit gutem Beispiel vorangeht. Das gilt ebenso für die Edeka-Tochter Netto, die durch drastische Werbung aufgefallen ist.

Beim Schweizer Rundfunk fand ich einen Zweiteiler, Teil 1 Zucker – das moderne Gift, Teil 2 Zucker: Süsses Geschäft. Man kann da hochdeutsche Untertitel anschalten, ich für mein Teil verstehe das Schwyzerdütsch grösstenteils nicht.

Weiterhin fand ich die Website Sugar Politics von Cristin Kearns, die aufgedeckt hat, wie die US-Zuckerindustrie in großem Stil Studien verfälscht hat, um die Schädlichkeit von Zucker zu leugnen.

Ein weiterer wichtiger Akteur in der Anti-Zucker-Front ist Robert Lustig.

Diese beiden arbeiten, neben anderen, bei SugarScience an der Uni San Francisco.

Arte hatte auch mal eine Doku über Die große Zuckerlüge.

Das Ärzteblatt weiss zu berichten: Zuckerstoffwechsel: Kalorien sind nicht alle gleich.

Foodwatch hat eine Infoseite Wenn Essen krank macht über Zucker, Fett & Co. Besonders lesenswert in unserem Zusammenhang ist die Seite über Zucker-Mythen.

Das Deutsche Technikmuseum, zu dem ich in ein paar Minuten hinlaufen kann, allerdings seit 3 Jahren immer noch nicht drin war, hat eine Ausstellung über Zucker. Die nehme ich zum Anlass, nun tatsächlich mal hinzugehen.

Schliesslich habe ich mir noch Das Zuckerbuch von Werner Pieper bestellt und angefangen zu lesen.

Theresa Bäuerlein schreibt sogar, Zucker könnte noch schlimmer sein, als du denkst und bezieht sich dabei auf ein Buch von Gary Taubes.

Teile der Informationen habe ich in meine Zeitleiste zu Psychiatrie und Antipsychiatrie eingearbeitet; immerhin reden wir über ein starkes Suchtmittel, das weltweit sehr weit verbreitet ist.

Nachdem ich diesen Berg von kritischen Informationen einigermaßen verdaut hatte, beschloss ich, mich selbst auf kalten Zuckerentzug zu setzen. Dabei dehnte ich das gleich auf eine Candida-Diät aus, um vor allem auch hoch verarbeitete Kohlehydrate wie Weißmehl wegzulassen.
Dabei fing ich endlich an, das Stadt-Kräuter-Buch zu lesen, das schon monatelang bei mir rumgammelte. Früher hatte ich mir immer wieder mal einen grünen Smoothie aus Wildkräutern zubereitet, nun aß ich meinen ersten Wildkräutersalat, der sehr lecker schmeckte.

Was bei dieser Diät für mich neu war: als Jugendlicher hatte ich schon mal sogar ein ganzes Jahr lang auf Süßigkeiten verzichtet, das allerdings eben als einen großen Verzicht bis hin zur Selbstkasteiung empfunden. Das konnte natürlich nicht funktionieren. Diesmal ließ ich Zucker & verarbeitete Kohlehydrate weg in dem Bewusstsein, dass das meinem Körper gut tut. Das war ein ganz wesentliches Reframing, das mir das Weglassen deutlich erleichterte.

Geplant hatte ich diese Diät für sechs Wochen, allerdings wäre meine Woche in Kroatien in die Endphase gefallen. Da mir klar war, dass ich das dort so radikal nicht würde durchhalten können, beendete ich die radikale Diät nach vier Wochen, hielt mich beim Zucker selbst und direkten Süßigkeiten aber auch in Kroatien noch sehr zurück.

Als ich dann wieder zurück war, wurde ich allerdings rückfällig und aß wieder Süßigkeiten. Das ist das, was ich sonst als Nachtrag hätte ergänzen müssen, nun ist es gleich Bestandteil des eigentlichen Beitrags und verdeutlicht, wie stark die Zuckersucht wirkt.

Der aktuelle Stand ist, dass ich in der letzten Schwitzhütte die Zuckersucht weggegeben habe. Aus eigenem Antrieb nehme ich so wenig Zucker wie möglich, wenn ich etwas Süßes angeboten bekomme, verzichte ich aber nicht grundsätzlich, sondern sage auch mal ja. Drückt mir die Daumen, dass es mir gelingt!

Damit verbindet sich die Bitte:

Bitte schenkt mir ab sofort keine Süßigkeiten jeglicher Art mehr!

Selbst wenn ich sie dann wegschmeiße, habt ihr sie schon gekauft und damit dem Markt signalisiert, dass es eine Nachfrage nach Zucker gibt, was in dem Fall gar nicht stimmt.

Nachtrag vom 30.10.: Habe im Zucker-Buch von Werner Pieper weitergelesen, vor allem das Kapitel über die Geschichte des Zuckeranbaus, die zu großen Teilen mit der Geschichte des Sklavenhandels übereinstimmt. Dadurch bin ich nun zu dem Schluss gekommen:
Wenn ich Zucker weglasse, tue ich nicht nur meinem Körper etwas Gutes, sondern auch der Erde und den Menschen des globalen Südens.
Pieper zitiert viel aus dem Zucker-Buch von Al Imfeld, ebenso von Sidney Mintz. Der Zuckerrohranbau ist bis heute geprägt von Ausbeutung, Sklaverei und Kolonialisierung, siehe dazu auch der Zeit-Artikel Einst war er Luxus der Könige. Ausgebeutet werden dabei Menschen und Erde, denn wie Wikipedia schreibt:

Der Wasserbedarf der Pflanze ist sehr hoch.

Dieser hohe Wasserbedarf gilt übrigens für die eng mit Zucker verbundene Droge Kaffee ebenfalls.

Weiterer Nachtrag vom 30.10.: In Marc-Uwe Klings dystopischem Roman QualityLand kommen die so genannten FeSaZus vor, das sind "Snacks", die zu je einem Drittel aus Fett, Salz und Zucker bestehen.

Nachtrag vom 14.11.: Die AOK hat eine Kampagne Weniger Zucker ist süß.

DNSSEC statt DoH für ein weiterhin freies Internet

2018-10-29

Lutz Donnerhacke bringt in seinem Kommentar bei Heise auf den Punkt, warum DNS over HTTPS ein Scheiss ist:

Das Internet basiert auf zwei grundsätzlichen Prinzipen: Dezentralität und Interoperabilität. Internet ist das genaue Gegenteil von großen, zentralen Plattformen. Es ist die große, weite Landschaft, nicht der eingezäunte Garten.

Ich hoffe, die besinnen sich bei Mozilla noch eines Besseren.

Eine weitere Stimme zum Thema ist Geoff Huston in seinem Blog, siehe DOH! und Diving into the DNS.

Dan Bernstein wiederum entwickelt DNSCurve als Gegenentwurf zu DNSSEC.

Siehe auch im Allgemeinen Komplexität ist der Feind.

Die ganze Angelegenheit ist also etwas unübersichtlich… more

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