Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Rang und Privilegien in einer Nussschale

2019-09-18

Der folgende Text, verfasst von Alexandra Vassiliou, Lane Arye, Stanya Studentova und Lukas Hohler, ist ein Auszug aus dem Handout zu Worldwork 2014 in Warschau. Da wir in turbulenten Zeiten leben, hatte ich keine Zeit, sie um Erlaubnis zu bitten, es hier zu veröffentlichen, aber ich wäre sehr überrascht, wenn ihnen das nicht recht wäre. <3

Hier geht's zum englischen Originaltext. Diese Übersetzung wurde unterstützt durch DeepL.

Definition

Rang bezieht sich auf die Macht, die wir in Beziehungen, Gruppen, Gemeinschaft und der Welt relativ zueinander haben. Einige Arten von Rang werden verdient, während andere unverdient sind. Unverdienten Rang erwerben wir durch Geburt oder durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse, Klasse, Geschlecht usw., während der verdiente Rang durch den Umgang mit unseren Lebensumständen erworben wird und indem wir unseren inneren und äußeren Lebenswegen folgen und an ihnen arbeiten. Rang schafft Privilegien. Privileg bezieht sich auf die Vorteile und Vorzüge, die sich aus dem eigenen Rang ergeben.

Arten von Rang

Sozialer Rang basiert auf Faktoren der Konsensrealität wie Rasse, Klasse, Geschlecht und Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, Sprache, Nationalität, Ethnizität, Religion, Alter, Gesundheit, körperliche Leistungsfähigkeit, Körpergröße und -form, Religion, Bildung, Klasse und wirtschaftlicher Stellung, um nur einige zu nennen. Ein gewisser sozialer Rang kann global sein, z.B. haben Männer im Allgemeinen einen höheren sozialen Rang als Frauen.

Struktureller Rang ist die Macht, die zu Deiner Position in einer etablierten Hierarchie gehört, z.B. in einer Organisation, in einer Familie, in einer Gemeinschaft, usw.

Situativer/kontextueller Rang – wenn du zu einer Party gehst, bei der du niemanden kennst und vielleicht die Sprache nicht sprichst, hättest du einen niedrigen situativen/kontextuellen Rang, unabhängig von deinem sozialen Rang. Der kontextuelle/situative Rang ist fließend. Wir bemerken ihn, wenn wir in einen anderen Kontext wechseln und anders gesehen werden.

Psychologischer Rang ist die persönliche Kraft, die wir durch Lebenserfahrung erwerben. Er beinhaltet, wie wir mit uns selbst fühlen und über uns denken. Er kommt aus vielen Quellen, darunter: dass deine Wahrnehmungen als Kind bestätigt wurden; einen liebenden Elternteil zu haben; Hindernisse zu überwinden oder Wege zu finden, mit Herausforderungen im eigenen Leben umzugehen; Leiden zu überleben und dadurch stärker und mitfühlender zu werden; Missbrauch aus der Kindheit durchgearbeitet zu haben; Selbstbewusstheit, sich selbst zu kennen; Liebe und positives Feedback von Freunden, Kollegen und der Gemeinschaft zu erhalten; in einer Gemeinschaft zu leben, die unterstützt, wer du bist; sich deinen größten Ängsten zu stellen.

Spiritueller Rang ist unabhängig von Kultur, Familie und Welt. Er entsteht aus dem Gefühl, mit etwas Göttlichem oder Transzendentem verbunden zu sein, und aus dem Gefühl, davon unterstützt zu werden.
Teil einer unterdrückten Gruppe zu sein, kann manchmal dazu führen, dass Individuen nach etwas Göttlichem oder Transzendentem greifen, was sie wiederum zu spiritueller Verbindung und höherem spirituellen Rang führen kann.

Unbewusstheit über Rang und Privilegien

Im Allgemeinen sind sich diejenigen, die Rang und Privilegien haben, dessen oft nicht bewusst. Diejenigen, die keinen Rang und keine Privilegien haben, wissen sehr wohl, dass sie es nicht haben und dass die anderen Leute es haben.

Eines der größten Privilegien ist es, nicht an einem Problem leiden zu müssen. Sich nicht damit befassen und jeden Tag darüber nachdenken zu müssen. Natürlich wissen die mit dem Privileg das nicht!

Unbewusste Privilegien verschärfen Konflikte. Keine Ahnung zu haben, warum sich die anderen beschweren, oder anzunehmen, dass jeder den gleichen Zugang zur Macht hat, erzürnt diejenigen mit weniger Privilegien oder weniger Zugang zur Macht.

Rang und eskalierende Konflikte

Eine Art, wie Konflikte eskalieren, ist, wenn sich die beteiligten Personen nur mit ihrem niedrigen Rang identifizieren und sich ihres hohen Rangs nicht bewusst sind. Wenn wir Konflikte lösen wollen, kann es hilfreich sein, sich bewusst zu sein, wo wir einen hohen Rang haben. Das bedeutet, dass wir unseren Rang sowie die damit verbundene Macht und Privilegien anerkennen; wir verkörpern ihn, fühlen ihn, nutzen ihn bewusst und bemerken, wie er andere Menschen beeinflusst.

Es ist auch möglich, Konflikte zu eskalieren, indem man sich nur mit seinem hohen Rang identifiziert und gleichzeitig die eigene Verletzlichkeit und Schwäche marginalisiert. In dieser Situation kann es hilfreich sein, die Stellen zu bemerken, an denen wir einen niedrigen Rang haben, und mit dem Gefühl in Kontakt zu treten, das wir eher wegstoßen. In beiden Situationen sind Bewusstsein, Flüssigkeit und Offenheit für unsere Ganzheit entscheidend.

Die Komplexität von Rangdynamiken

Rang ist eine fließende Erfahrung in Beziehungen. Eine wichtige Sache, die man beachten sollte, ist, dass die Rangdynamik komplex ist: Es gibt nie eine Situation, in der nur eine Seite einen höheren Rang im Verhältnis zu einer anderen Seite hat. Es gibt immer hohen und niedrigen Rang auf beiden Seiten, obwohl die Intensität und die Auswirkungen des Unterschieds unterschiedlich sind. Dies kann für den sozialen Rang gelten (z.B. kann ein Weißer auch arm oder ungebildet sein). Und es kann auch für andere Arten von Rängen gelten (z.B. kann ein Straßenbewohner über große innere Freiheit und Kommunikationsfähigkeit verfügen). Während wir uns selbst in Beziehung erkunden, verschiebt sich der Rang. Die Arbeit mit Rang bereichert die Beziehung; es ist eine Möglichkeit, voneinander zu lernen und verschiedene Teile von uns selbst hervorzubringen.

Das träumende Potential aller Rangerfahrungen

Wir neigen dazu, Macht aus der Perspektive von hoch und niedrig zu betrachten – wir haben sie oder wir haben sie nicht. Die Betrachtung des Ranges nur aus der Perspektive der Konsensrealität hat ihre Grenzen. Beginnen wir damit, den Rang durch eine neue Linse zu betrachten. Rang ist neutral, nicht hoch oder niedrig, gut oder schlecht. Jede Rang-Erfahrung ist ein Einstieg in unseren Traumprozess. Jede Rang-Erfahrung kann uns helfen, Zugang zu unseren tiefsten persönlichen Kräften zu erhalten.

Aus dieser Perspektive ist niemand nur ein Opfer. Alle unsere Interaktionen sind Gelegenheiten. Dieser Standpunkt kann uns helfen, die Erfahrung von Schuld, Scham, Schuld und Viktimisierung zu überwinden.


Um dich noch mehr in die Konzepte von Rang und Privilegien einzufühlen, zitiere ich noch aus Arnold Mindells Buch Mitten im Feuer:

Jeder einzelne Konflikt ist der Konflikt eines jeden. Das Rangproblem kann nicht nur an einem Ort gelöst werden; es muss universell bearbeitet werden. Schließlich ist Hierarchie die soziale Struktur von Kultur. Kultur steht hinter unserer Unbewusstheit.

Denken Sie an die Weißen in westlichen Ländern. Sie vergessen farbige Menschen, nicht nur aufgrund von Rassismus, sondern weil die Bildungssysteme bisher gänzlich eurozentrisch waren. Denken Sie an Männer. Bisher war uns Männern nicht bewusst, dass wir Frauen ablehnen, so wie sich Heterosexuelle verhalten, als wären Homosexuelle unsichtbar. Jene, die bei guter Gesundheit sind, können die Gewalt jener, denen es nicht so gut geht, nicht verstehen. Eltern denken, Kinder gingen durch "Entwicklungsphasen". Unsere Kultur lehrt und verstärkt diese Haltungen.

Rang zeigt sich nicht im Spiegel. Er hat subtile Bewusstseinszustände zur Folge. Wenn Sie Teil einer Gruppe sind, die in ihrer Kultur bevorzugt ist, stellen Sie sich vor, Sie seien normal, und jeder, der anders ist, sei eine Randerscheinung. Sie sind sich der Rolle, die zu Ihrer Klasse gehört, nicht bewusst und weisen vergangenes Unheil von sich: "Wer, ich? Meine Vorfahren waren polnische Bauern und nicht die Aristokraten des Südens. Was mich betrifft, ich war nicht einmal auf der Welt, als deine Vorfahren als Sklaven verkauft wurden."

Rang zeit sich auf unzählige Arten, zum Beispiel in einem Gefühl von Zuversicht. Der unbewusste Einfluss von Rang bestimmt, wie wir über uns und andere denken. Hohe oder geringe Selbstachtung kommt nicht nur von unseren Lehrern, unserer Familie oder Subkultur. Da all diese Quellen mit der Mainstreamkultur verbunden sind, ist die ganze Welt die Quelle unseres Gefühls für den Wert unserer selbst und den Wert anderer. Mainstreamkultur ist heimtückisch. Sie durchdringt unser Denken, unser Fühlen und selbst unsere Träume.

Sich sicher und geborgen zu fühlen ist eine Form psychologischen Ranges. Sie mögen sich fragen: "Diese Menschen, mit all den Minderwertigkeitsgefühlen, warum sind sie so unsicher?" Wir vergessen jene schreckenerregenden Momente, als niemand da war, der sich um uns gekümmert hätte – keine Eltern, keine Lehrer, kein Partner, keine Freunde, nicht einmal die Götter.

Psychologischer Rand ist eine Droge, die unser Bewusstsein für den Schmerz anderer unterdrückt und uns ermutigt, auf andere herabzuschauen, als seien sie nichts weiter als "Opfer". Rang befähigt uns zu der Vorstellung, dass wir die Probleme anderer transzendieren können: Wir stehen über allem, fern der Probleme der Benachteiligten. Unsere Egos isolieren uns. Selbst wenn wir in der Vergangenheit Unterdrückung erlitten haben, zeigen wir keinerlei Bereitschaft, jetzt anderen zu helfen, Unterdrückung zu lindern. Wir bestehen darauf, dass andere dort sein sollen, wo wir sind, statt uns zu erwaitern, um zu verstehen, wo sie sind.

Wie ich schon sagte: Rang ist eine Droge, die uns ein gutes Gefühl gibt. Wir vergessen, dass wir diese Droge benutzen. Wie bei Heroin brauchen wir mehr und mehr davon, um uns gut zu fühlen. Wir stehlen vom Wohlergehen anderer und der Umwelt, um unsere Gewohnheit aufrechtzuerhalten. Schließlich können die anderen es nicht mehr aushalten und revoltieren.

Rang bewusst gebrauchen

Rang ist nicht von Natur aus schlecht, und Machtmissbrauch nicht unvermeidbar. Wenn Sie sich Ihres eigenen Ranges bewusst sind, können Sie ihn zu Ihrem eigenen Wohl und dem Wohle anderer gebrauchen. Sie erinnern sich an Ihre Vergangenheit. Sie vergessen nicht, dass einige von uns in Häusern aufwuchsen, während andere Kinder auf der Straße lebten; dass es sicher war, in Ihre Schule zu gehen, während andere Teenager jeden Tag an einen Ort der Gewalt und der Sucht gingen; dass Ihr Vokabular eine Erziehung widerspiegelt, die andere vielleicht nicht erhalten haben. Wenn Sie sich eine Phase Ihres Lebens nach der anderen in Erinnerung rufen, sehen Sie, dass Sie privilegiert waren; jemand anderes hatte weniger als Sie.

Rangbewusste Menschen wissen, dass ein großer Teil Ihrer Macht ererbt war und nicht alle diese Macht haben. Sie schauen nicht herab auf weniger mächtige Menschen, die viele Dinge oder Fähigkeiten nicht haben. Rangbewusste Menschen sind demütig, und doch können sie sich gut fühlen, da Rang gleichermaßen Medizin wie Krankheit sein kann.

Machtkämpfe sind allgegenwärtig. Menschen mit weniger Macht sind eifersüchtig, verletzt und wütend, wenn andere kein Bewusstsein für Rang haben. Rangbewusstheit reduziert grundsätzlich die Bereitschaft zum Kampf.

Als Kinder transzendierten wir Rang, und wir transzendieren Rang, wann immer wir dem Tod nahe sind. Manchmal haben wir andere transpersonale und transzendente Erlebnisse. Diese geben uns einen spirituellen Rang – macht, die unabhängig ist von Kultur, Familie und der Welt. Wenn wir diese Macht unbewusst gebrauchen, ignorieren oder marginalisieren wir das Leiden anderer. Menschen, denen transzendente Erfahrungen leicht zugänglich sind, können elitär werden. Es ist leicht, Rang im Kontext religiösen Glaubens und spiritueller Praxis zu vergessen. Wir denken, wir folgen dem Pfad der Liebe. Friede wird in vielen Religionen so hochgeschätzt, dass Anhänger sich der Konflikte nicht bewusst sind, die dadurch hervorgerufen werden, dass man denkt, andere seien weniger spirituell.

Das Ziel der Weltarbeit liegt nicht darin, Rang zu transzendieren, sondern ihn wahrzunehmen und konstruktiv zu gebrauchen.

Auf Deutsch kann ich leider außer dem (nur noch antiquarisch erhältlichen) Buch von Arnold Mindell keine weiteren Leseempfehlungen geben. Englische Lesetipps findest Du am Ende des englischen Originals. more

Rank and privilege in a nutshell

2019-09-17

The following text, written by Alexandra Vassiliou, Lane Arye, Stanya Studentova and Lukas Hohler, is an excerpt of the handout for Worldwork 2014 in Warsaw. As we are living in troubled times, I didn't have time to ask them for permission to publish it here, but I'd be very surprised if they didn't appreciate it. <3

You can find my German translation here.

Definition

Rank refers to the power we have relative to one another in relationships, groups, community and the world. Some kinds of rank are earned, while others are unearned. Unearned rank we acquire through birth, or by membership in a particular race, class, gender, etc., while earned rank is acquired by dealing with our life circumstances and by following and working on our inner and outer life paths. Rank creates privilege. Privilege refers to the benefits and advantages that come from one's rank.

Types of rank

Social rank is based on consensus reality factors like race, class, gender and gender identity, sexual orientation, language, nationality, ethnicity, religion, age, health, physical ability, body size and shape, religion, education, class and economics, to name a few. Some social rank can be global, e.g. in general men have higher social rank than women.

Structural rank is the power that belongs to your position in an established hierarchy, for instance in an organization, in a family, in a community, etc.

Situational/contextual rank – if you went to a party where you did not know anyone, and maybe didn't speak the language, you would have low situational/contextual rank regardless of your social rank. Contextual/situational rank is fluid. We notice it when we move to another context and are seen differently.

Psychological rank is personal power we acquire through life experience. It includes how we feel about ourselves. It comes from many sources including: having your perceptions validated as a child; having a loving parent; overcoming obstacles or finding ways to deal with challenges in one's life; surviving suffering and coming out stronger and more compassionate; having worked through abuses from childhood; self-awareness, knowing oneself; receiving love and positive feedback from friends, colleagues, community; living in a community that supports who you are; confronting your greatest fears.

Spiritual rank is independent of culture, family and the world. It comes from feeling connected to something divine or transcendent and from feeling supported by this.
Being part of an oppressed group can sometimes lead individuals to reach for something divine or transcendent, which can in turn lead them toward spiritual connection and higher spiritual rank.

Unconsciousness of rank and privilege

Generally those who have rank and privilege are often unconscious of it. Those who don't have rank and privilege know very well that they don't have it and that the other people have it.

One of the biggest privileges is not to have to suffer about an issue. Not to have to deal with it and think about it every day. Of course, those with the privilege don't realize this!

Unconscious privilege exacerbates conflicts. Having no idea why the others are complaining, or assuming that everyone has the same access to power inflames those with less privilege or less access to power.

Rank & escalation of conflict

One way conflict escalates is if the people involved only identify with their low rank and are unconscious of their high rank. If we want to resolve conflict, it can be helpful to be aware of where we have high rank. This means that we recognize our rank, as well as the power and privileges that come with it; we embody it, feel it, use it with awareness, and notice how it impacts other people.

It is also possible to escalate conflict by identifying only with our high rank, while also marginalizing our own vulnerability and weakness. In this situation, it can be helpful to notice the places we have low rank, and get in touch with the feeling we tend to push away. In either situation, awareness, fluidity, and openness to our wholeness are vital.

Complexity of rank dynamics

Rank is a fluid experience in relationship. One important thing to remember is that rank dynamics are complex: There is never a situation where only one side has higher rank in relation to another side. There is always high and low rank on both sides, although the intensity of the difference and the impact of the difference varies. This can be true for social rank (e.g., a white man can also be poor or uneducated). And it can be true for other types of rank as well (e.g., a street person can have a lot of inner freedom and communication skills). As we explore ourselves in relationship, rank shifts. Working with rank enriches relationship; it is a way to learn about each other, and to bring out different parts of ourselves.

The dreaming potential of all rank experiences

We tend to view power from the perspective of high and low—we have it or we don't. Viewing rank from a consensus reality perspective only, has its limitations. Let's begin to look at rank through a new lens. Rank is neutral, not high or low, good or bad. Every rank experience is a doorway into our dreaming process. Every rank experience can help us access our deepest personal powers.

From this perspective, no one is only a victim. All of our interactions are opportunities. This viewpoint can help us get beyond the experience of blame, shame, guilt and victimization.


To empathize more with the concepts of rank and privilege, I also quote from Arnold Mindell's book Sitting in the Fire: Large Group Transformation Using Conflict and Diversity.

Any single conflict is everyone's. The problem of rank cannot be solved in one place alone; it must be worked on universally. After all, hierarchy is the social structure of culture. Culture stands behind our unconsciousness.

Consider the whites in Western countries. They forget People of Color, not only because of racism, but because educational systems have been entirely Eurocentric. Consider men. Globally we men have been unconscious of negating women, just as heterosexuals act as though gays were invisible. Those in good health cannot understand the violence of those in poor health. Parents think children go through "phases". Our culture teaches and reinforces those attitudes.

Rank doesn't show in the mirror. It results in a subtle state of mind. If you are part of a group which is the most favoured in your culture, you imagine that you are normal and anyoune unlike you is marginal. You ignore the role that belongs to your class and repudiate past evils. "Who me? My forebears were Polish peasants, not the Southern aristocrats. As for me, I wasn't even around when your ancestors were sold as slaves."

Rank shows up in countless ways, in feeling confident, for example. The subconscious influence of rank determines how we feel about ourselves and others. High or low self-esteem does not come just from our teachers, family or subculture. Since all of these sources are linked to mainstream culture, the whole world is the final source of our sense of self-worth and the worth of others. Mainstream culture is insidious. It gets into our thinking, our feelings, and even our dreams.

Feeling secure and cared are forms of psychological rank. You may wonder, "These people with all the inferiority feelings, why are they so insecure?" We forget those terrifying moments when no one was there looking after us — not parents, not teachers, not a partner, not friends, not even the gods.

Psychological rank is a drug that suppresses our awareness of other people's pain and encourages us to look down on others as nothing more than "victims." It enables us to imagine that we transcend other people's problems: we are above it all, aloof from the problems of the disadvantaged. Our egos insulate us. Even if we suffered oppression in the past, we don't demonstrate any willingness to help relieve oppression now. We insist that others be where we are instead of extending ourselves to understand where they are.

As I have said, rank is a drug that makes us feel good. We forget we are on it. Like heroin, we need more and more of it to feel well. We steal from whe well-being of others and the environment to support our habit. Finally, the others can't take it anymore and they revolt.

Using rank consciously

Rank is not inherently bad, and abuse of rank is not inevitable. When you are aware of your rank, you can use it to your own benefit and the benefit of others as well. You remember your past. You don't forget that some of us grew up in houses when other children lived on the streets; that it was safe to go to your school, whereas other teenagers went every day to a place of violence and addiction; that your vocabulary reflects an education which others may not have received. Remembering one phase of life after another, you see that you were privileged; somebody else had less than you.

Rank-conscious people know that much of there power was inherited and is not shared. They do not look down on less powerful individuals who don't have many things or abilities. They are humble and yet can feel good about themselves, for rank can be a medicine as well as a disease.

Power struggles are ubiquitous. People with less power are jealous, hurt and furious when others are not conscious of rank. Rank-consciousness reduces struggle universally.

As children, we transcended rank, and we also transcend it whenever we are near death. At times we have other transpersonal or transcendent experiences. These give us a spiritual rank — power that is independent of culture, family and the world. Using this power unconsciously, we either ignore or marginalize the suffering of others. People who engage easily in transcendent experiences may become elitists. It's easy to be forgetful of rank in the context of religious belief or spiritual practice. We think we are following the path of love. Peace is so highly valued in many religions that followers may ignore the conflicts caused by thinking others are less spiritual.

The objective in worldwork is not to transcend, but to notice rank and use it constructively.

Some more reading recommendations:

Regenerative Kultur für alle

2019-09-16

Einer der Hauptgründe, warum mich Extinction Rebellion so begeistert, ist der Fokus auf die regenerative Kultur innerhalb der Bewegung. Prinzipien & Werte Nr. 3:

Wir brauchen eine Kultur der Regeneration
Wir schaffen eine Kultur die gesund, anpassungsfähig und belastbar ist.

Das hat bei allen bisherigen Revolutionen gefehlt und ist der Hauptgrund, warum ich wieder Hoffnung für die Menschheit habe. Denn eine solche Kultur tut uns allen gut, und zwar nicht nur uns Menschen, sondern genauso auch der mehr-als-menschlichen Welt.

Deshalb erinnere ich an dieser Stelle noch mal an die Core Nonviolence Commitments von Miki Kashtan. Sie hat diese vor ein paar Monaten erweitert, auf deutsch gibt es bisher nur die Übersetzung der ersten Version.

Dazu stelle ich als Inspiration weiterhin gerne die Regenbogenkrieger-Sätze zur Verfügung, die mir in der Zeremonie letzten Sommer gekommen sind.

Gestern bei der Hour of Silence im Mariannenpark hat sich in meinem Geist ein Schalter umgelegt: Wir sitzen nicht für die mehr-als-menschliche Welt, wir sitzen mit ihr. Bis zu dem Moment hatte ich noch im Kopf, dass wir das für andere machen, für die nachfolgenden Generationen usw. usf. Damit habe ich mich selber gedanklich von denen abgetrennt, "für" die ich sitze. Das ist aber gerade das Denken, das uns in diese Situation gebracht hat.

Daher wiederhole ich noch mal auch für mich selbst, was ich vor einer Woche geschrieben habe:

Meine momentane Verzweiflung über die sich zuspitzende Weltsituation rührt ihrerseits aus der Denkweise, die unsere Krise überhaupt erst ausgelöst hat. Ich bin nämlich deshalb so verzweifelt, weil ich mich insgeheim selber frage "was soll ich denn da ausrichten?"

Das ist genau der Punkt: Ich allein kann und soll da gar nichts ausrichten! Wir schaffen das gemeinsam!

Da ich mich schon lange intensiv mit dem Geldsystem auseinandersetze, gehört an diese Stelle auch die Einladung, an einem lebensförderndem Anreizsystem bzw. eben einem empathieförderlichen Geldsystem mitzuwirken. Denn so lange wir uns ernsthaft fragen müssen, ob wir uns eine regenerative Kultur überhaupt leisten können, wird sie schwer zu realisieren bleiben.

Der Aufstand gegen das Aussterben ist auch eine Gelegenheit für viele Menschen, schon mal für kurze Zeit aus dem Hamsterrad auszusteigen, zu verschnaufen & sich einen Überblick zu verschaffen, was eigentlich auf der Erde los ist.

Mir hat es jedenfalls sehr gut getan, ein Seminar in der Aktionswoche & ein anderes jetzt am kommenden Wochenende kurzfristig abzusagen.

Zum (vorläufigen) Schluss empfehle ich noch, dich mit dem Wasserweg zu befassen, den Ilan Stephani beschreibt. Im Beitrag Haben wir uns zu viel vorgenommen? hatte ich darüber schon mal als Nachtrag geschrieben. Und aktuell hat Ilan ein 5-Minuten-Video dazu gemacht, Wie du den kollektiven Bewusstseinssprung unterstützen kannst.

Nachtrag vom 17.09.: Im Zusammenhang mit der regenerativen Kultur darf natürlich auch das ganze Thema Care/Sorgearbeit nicht fehlen. Götz Werner ist schon relativ nah dran, wenn er sagt "Wirtschaft ist das füreinander Leisten". Das ist auf jeden Fall besser als, wie in der Neoklassik üblich, Wirtschaften als die allgemeine Konkurrenz aller gegen alle zu definieren, aus der dann die unsichtbare Hand auf wundersame Weise das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen erzeugt.
Solange wir Wirtschaften aber von Leistung abhängig machen, machen wir auch den Wert der Menschen von ihrer Leistungsfähigkeit abhängig, & das schafft dann wieder die bekannten, sich verschärfenden Ungleichheiten.

Deshalb definiere ich hiermit Wirtschaften als füreinander sorgen.

Und ich verlinke Wirtschaft ist Care sowie das Care Revolution Netzwerk.

Put your money where your mouth is: Extinction Rebellion

2019-09-11

Was für ein Tag. Eigentlich wollte ich beim XR Café in Kreuzberg 36 erst mal bei Extinction Rebellion reinschnuppern, nachdem mich das vor kurzem gepackt hat. Dann erfahre ich da allerdings, dass es kurz darauf ein Onboarding gibt, wo ich direkt hingefahren bin. Nun bin ich also direkt dabei & warte auf den Einladungslink zum XR-Mattermost.
Was ich auch schon mitbekommen habe: sie suchen Admins…

Jedenfalls habe ich mir dann gedacht put your money where your mouth is & direkt 10.000 € gespendet:
Überweisung an XR

Das ist die beste Investition in unsere Zukunft, die ich mir im Moment vorstellen kann.

Mein Vater würde mit seinem Verstand wahrscheinlich dazu sagen, der Junge verprasst das Erbe. Sein Herz würde sich allerdings darüber freuen, dass ich sein Erbe für eine lebenswerte Zukunft für seine Enkel & Urenkel einsetze, da bin ich mir sicher.

Ich kann noch gar nicht in Worte fassen, was mich an Extinction Rebellion so berührt, nur so viel: Das ist etwas wirklich Neues, was es so als soziale Bewegung noch nicht gegeben hat. Ich habe wieder Hoffnung für die Menschheit.
Weil ich das vor allem an den Prinzipien und Werten von XR festmache, stelle ich diese hiermit als PDF zum Ausdrucken zur Verfügung. Ich hatte sie nämlich schon gestern Abend bei uns in der Gemeinschaft aufgehängt.

Wir sehen uns bei der Berlinblockade!

Nachtrag: Hier gehören unbedingt die Scherben mit hin:

Und Grobschnitt:

Und ich halte es ganz mit Tapete:

Ich nutze jedes Privileg von mir
dafür, was die zerstörn, zu reparieren

Sowie

In Anbetracht des nahenden Endes
ist Gehorchen Zeit verschwenden

Weiterer Nachtrag: Mir wurde gerade die Blockadefibel von X-tausendmal quer zur Vorbereitung empfohlen, ein Tipp, den ich gerne weitergebe.

Nachtrag vom 12.09.: Sehr hilfreiche Tipps von Starhawk:

Und dann kommt mir noch in den Sinn, dass ich mich ja immer wieder mit dem Thema Aufmerksamkeitsökonomie beschäftige. Solange wir versuchen, rein im medialen Raum Aufmerksamkeit zu bekommen, haben wir da große & mächtige Widersacher. Wenn wir Lebensadern der Zivilisation physisch blockieren, bekommen wir in jedem Fall die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Dann kommt es darauf an, was wir mit dieser Aufmerksamkeit machen. Bei XR bin ich da guter Dinge.

Und dann nutze ich die Gelegenheit, eure Aufmerksamkeit auch auf Free the Soil zu legen. Was machen die?

Vom 19.-25. September 2019 organisiert Free the Soil eine Massenaktion zivilen Ungehorsams gegen das Düngemittelunternehmen YARA, sowie ein Agrar- und Klimagerechtigkeitscamp.
Werde jetzt Teil der Kampagne für Klimagerechtigkeit und gegen die Agrarindustrie!

Dass die industrielle Landwirtschaft unser aller Lebensgrundlagen massiv bedroht, schrieb ich schon an anderer Stelle.

Nachtrag vom 13.09.: Im Sinne der Prinzipien von XR dichte ich ein kleines entscheidendes Detail in der Zeile von Tapete um:

Ich nutze jedes Privileg von mir
dafür, was wir zerstörn, zu reparieren

Das ist genau der Punkt: Ich bin Teil des Problems und der Lösung. Du bist auch Teil des Problems und der Lösung. Man kann nicht nicht mitmachen. Allein dadurch, dass du auf dieser Erde geboren wurdest, gehörst du unweigerlich dazu.

Noch ein Nachtrag vom 13.09.: Ich hab grad in ganz anderem Zusammenhang die Kategorisierung von Weltstädten des Globalization and World Cities Research Network entdeckt. Da wird noch mal deutlicher, dass sich XR für den Oktober echt was vorgenommen hat:

  • die beiden einzigen Städte der Kategorie Alpha++, nämlich London & New York, werden beide blockiert
  • Paris als eine von sieben Alpha+-Städten ebenso
  • Amsterdam und Sydney sind immerhin Kategorie Alpha
  • dagegen ist Berlin als Beta-Stadt fast schon zu vernachlässigen…

Und Extinction Rebellion US weitet den Protest auf die Rechte von Schwarzen und Ureinwohnern aus. Sehr gut!
Ebenso schreibt XR Australia auf ihrer Seite:

Extinction Rebellion Australia pays respect to the Traditional Owners and Custodians who looked after this land for tens of thousands of years. We acknowledge that this land was stolen from them and that sovereignty has never been ceded.

Weiterer Nachtrag vom 13.09.: Das Eis der Erde schmilzt – "ein gigantisches Experiment"

Kooperieren, kooperieren, kooperieren

2019-09-9

Meine momentane Verzweiflung über die sich zuspitzende Weltsituation rührt ihrerseits aus der Denkweise, die unsere Krise überhaupt erst ausgelöst hat. Ich bin nämlich deshalb so verzweifelt, weil ich mich insgeheim selber frage "was soll ich denn da ausrichten?"

Das ist genau der Punkt: Ich allein kann und soll da gar nichts ausrichten! Wir schaffen das gemeinsam!

Das sollte mir als Regenbogenkrieger eigentlich klar sein. & auch das Schöne daran, Agent des kosmischen Bewusstseins zu sein, ist doch, dass ich nicht alles alleine machen muss.

Doch das alte Denken bricht sich immer wieder Bahn in Richtung Selbstwichtigkeit & Größenwahn. Wir Menschen, vor allem in der westlichen Kultur, haben uns eben schon seit Tausenden von Jahren auf Konkurrenz getrimmt. "Der Mensch ist des Menschen Wolf", wie es Thomas Hobbes prominent ausdrückte und als Naturzustand behauptete.

Also kommen wir weiter, wenn wir alle als Einzelne nicht mehr versuchen, Patentrezepte für die Lösung aller unserer Probleme zu finden und alle anderen zu ihrem Glück zu zwingen. Es braucht unsere kollektive Intelligenz und Weisheit, und dafür müssen wir miteinander kooperieren.

Angeregt durch die Ausschnitte in der aktuellen Oya habe ich mir deshalb gerade Starhawks Empowerment Manual bestellt.

Alles Beschriebene spielt sich bisher in der Sphäre der Menschen ab, was allerdings nicht reicht – es braucht auch die Kooperation mit der mehr-als-menschlichen Welt. Das wurde mir vor ein paar Tagen bei einer Baumzeremonie deutlich. Ich hatte die Welten (Pflanzenwelt, Mineralwelt, Tierwelt, Menschenwelt & Ahnenwelt) um Rat gefragt, was es damit auf sich hat, dass ich mich in der letzten Zeit so erschöpft fühle.
Die Tierwelt teilte mir mit, dass sie aufgehört hat, mit uns Menschen zu kooperieren – nachdem zuerst wir Menschen die Kooperation aufgekündigt hatten & alles selber kontrollieren wollten. Dabei ist die Tierwelt grundsätzlich bereit, mit uns zu kooperieren, wenn wir unsere Haltung ändern, sie hat sich nur zu ihrer eigenen Sicherheit von uns Menschen zurückgezogen.
Anders sieht das aus bei der Ahnenwelt, vor allem dem Kleinen Volk: die ist richtig sauer auf uns Menschen & arbeitet teilweise aktiv gegen uns. Da müssen wir einiges tun, um uns mit der Ahnenwelt wieder zu versöhnen.

Im Kern dieses Dilemmas steckt jeweils, dass wir Menschen uns vom Ganzen abgetrennt haben, nicht mehr Teil davon sein sondern das Ganze kontrollieren & beherrschen wollen. Der Satz Macht euch die Erde untertan bringt diese Haltung auf den Punkt.

Wie könnten wir unseren Arsch als Menschheit noch retten?
Indem wir uns in jedem Moment von der Absicht leiten lassen, mit allen Wesen zu kooperieren und gemeinsam ein gutes Leben für alle zu ermöglichen.

Ahow!

Deshalb gehe ich am Freitag dem 20.09. zur wichtigsten Demo meines Lebens, außerdem schließe ich mich Extinction Rebellion (XR) an. Deren Prinzipien & Werte zielen nämlich voll auf Kooperation mit allen Wesen ab.

Auch DiEM25, die ich zur Europawahl gewählt habe, unterstützen XR und rufen dazu auf, sich deren Oktoberrebellion anzuschließen.

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