Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Jeffrey Epsteins Tod ist ein weiterer Beleg für die Theorie einer strukturellen Weltverschwörung

2019-08-12

Den Tod von Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle nehme ich mal zum Anlass, an meinen Beitrag Theorie einer strukturellen Weltverschwörung von Juli 2015 zu erinnern. Diesen Beitrag ergänze ich fortwährend. Wenn es dich interessiert, schau also in gewissen Abständen dort mal rein.

Mein Rechner atmet auf dank LXDE

2019-08-6

Es ist so weit: wie ich im Beitrag über Firefox Quantum schon angekündigt hatte, stelle ich meinen Desktop von KDE Plasma um auf das deutlich leichtgewichtigere LXDE. Was mich unter anderem dafür einnimmt, ist, dass der Maintainer bei Gentoo kein Geringerer ist als Hanno Böck (siehe zu ihm auch den Schlangenöl-Beitrag).

Der erste Eindruck: Nach einiger Bastelarbeit funktioniert es schon ziemlich gut und deckt fast alles ab, was mir KDE geboten hat. Manches gefällt mir sogar von der Bedienung besser, so z.B. dass in der Taskleiste nur die offenen Fenster des jeweiligen Desktops angezeigt werden und nicht alle. Dadurch kann ich zwar nicht mehr mit einem Klick gleich auf den passenden Desktop wechseln, die Taskleiste ist dadurch jedoch wesentlich aufgeräumter.

Eine der größten Hürden war, den Sitzungsmanager LXSession mit dem automatischen Start meiner regelmäßig benutzten Programme einzurichten. Was noch nicht klappt, ist, jedes Programm gleich auf dem richtigen Desktop zu starten; das scheint grundsätzlich nicht vorgesehen zu sein. Es erfordert auch eine gute Zusammenarbeit von LXSession und dem Fenstermanager (bei LXDE standardmäßig Openbox).
Jedenfalls hat mir dabei auch der Artikel aus dem Ubuntu-Wiki geholfen.

Dass man in LXDE vieles mit Konfigurationsdateien und Shell-Befehlen macht, kommt mir persönlich sehr entgegen.

Was mir abschließend noch bevorsteht, ist der Wechsel des Gentoo-Profils von default/linux/amd64/17.0/desktop/plasma zu default/linux/amd64/17.0/desktop, vielleicht dann auch gleich zu Version 17.1. Bis dahin habe ich noch die Wahl zwischen LXDE und KDE, aber auch den ganzen Müll noch im System.

Nachtrag vom 07.08.: kdesu ersetze ich durch ktsuss, das meiner Philosophie sehr entgegenkommt – die Abkürzung steht nämlich für "keep the su simple, stupid". Drauf aufmerksam wurde ich in diesem Forenthread. Um die auch dort gestellte Frage zu beantworten, warum das einfache su auf der Kommandozeile nicht reicht: Ich brauche es für Menüeinträge für grafische Programme, die mit root-Rechten gestartet werden müssen (wie z.B. GParted).

Nachhaltig telefonieren im Telekom-Netz

2019-08-5

Im Beitrag über die verkackte Bonitätsauskunft hatte ich es schon angedeutet, seit heute bin ich bei einem neuen Mobilfunkanbieter: WEtell, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, der nachhaltigste Mobilfunkanbieter Deutschlands zu werden. Werden deshalb, weil es bisher nur eine Übergangslösung mit newsim als eigentlichem Mobilfunkanbieter gibt.

Das Ganze spielt sich im D-Netz der Telekom ab, weshalb ihr mich ab sofort noch besser erreichen könnt als bisher bei O2. Andererseits stellt sich dabei natürlich die berechtigte Frage, was so ein Mobilfunkprovider überhaupt an Nachhaltigkeit erreichen kann, denn das Netz gehört nun mal einem der drei großen Netzbetreiber.
Übrigens habe ich gerade von Wikipedia gelernt:

2006 bekamen auch E-Plus und O2 von der Bundesnetzagentur D-Netz-Frequenzen im sogenannten E-GSM-Frequenzband zugeteilt. Die Bereiche sind vorher militärisch genutzt worden. Im Gegenzug für die Zuteilung der D-Netz-Frequenzen haben E-Plus und O2 einen Teil der E-Netz-Frequenzen zurückgegeben. Auch die D-Netze haben inzwischen zur Kapazitätserhöhung zusätzlich E-Netz-Frequenzen erhalten, so dass eine strikte Systemtrennung zwischen D- und E-Netz nach Frequenzbändern nicht mehr gegeben ist.

Was mir auf jeden Fall sehr gefällt, ist, dass WEtell eine Gemeinwohlbilanz erstellen wird. Auch die monatlich kündbaren Verträge heben sich angenehm vom restlichen Markt ab.

Im Blog von WEtell habe ich übrigens entdeckt, dass das Shiftphone aus Hessen kommt – das weckt doch glatt meinen Lokalpatriotismus… Falls ich also tatsächlich mal von meinem alten Nokia-Handy zu einem Smartphone wechsle, dann wird es voraussichtlich ein Shiftphone. more

Bonitätsauskunft Pi mal Daumen

2019-07-23

Anders kann ich die Posse nicht nennen, die ich gerade im Zuge meines Wechsel zum ersten nachhaltigen Mobilfunkanbieter in Deutschland WEtell (dazu mehr in einem späteren Beitrag) erlebt habe. Der tatsächliche Mobilfunkanbieter im Hintergrund ist die newsim GmbH, und diese fragt bei Neuverträgen als Wirtschaftsauskunftei die Firma Creditreform Boniversum an.
Das Ergebnis war Folgendes:

Unser Vertragspartner newsim führt bei allen Kund*innen eine Bonitätsprüfung durch. Newsim hat einen Wert festgelegt, bis zu welchem Kund*innen aufgenommen werden.

Leider ist dein Wert unter dieser entsprechen Grenze. Wir von WEtell empfinden die Bonität nicht als relevante Zielgröße, gerade auch weil Scoring Werte teilweise durch Wohnort, Geschlecht und Jahrgang zugeordnet werden.

Diesen letzten Satz kann ich voll unterschreiben, denn ich habe dann gleich eine Selbstauskunft bei Boniversum angefordert, die ich euch nicht vorenthalten will. Die haben über mich offenbar gar keine Daten gespeichert (Klick aufs Bild führt zum voll aufgelösten Scan):
Seite 1 Selbstauskunft Boniversum

Das hält sie aber nicht davon ab, mir allein auf Grund meiner Wohnadresse eine schlechte Bonität anzudichten (80%, d.h. eine Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls von 20%):
Scorewerte Boniversum

Es ist ja nicht so, dass ich mich bezüglich meiner Finanzlage besonders bedeckt halte. Sie hätten nur in mein Blog gucken brauchen, um festzustellen, dass ihr Bonitätswert wohl etwas unrealistisch ist.

Das bestätigt mich darin, dass ich seinerzeit das Projekt OpenSCHUFA mit gecrowdfundet habe. Bei der SCHUFA sieht es nicht besser aus als bei Boniversum:

Etwa war auffällig, dass zahlreiche Personen von der SCHUFA verhältnismäßig negativ eingestuft werden, obwohl die SCHUFA keine negativen Informationen, beispielsweise Zahlungsausfälle, über sie vorliegen haben.

Und noch eine Gemeinsamkeit mit Boniversum, denn newsim hat dort den Score I angefordert, während es auch einen Score II gibt (Unterschiede siehe Bonipedia), der deutlich besser für mich ausfällt:

Auch scheint es offenbar bemerkenswerte Differenzen zwischen verschiedenen Versionen des SCHUFA-Scores zu geben: Die Auskunftei bietet ihren Kunden (beispielsweise Sparkassen oder Telekommunikationsunternehmen) einen auf ihren Geschäftsbereich zugeschnittenen Score an. Der unterscheidet sich in einem vorliegenden Fall mit 10 Prozent, je nachdem ob der Kunde auf die Version 2 oder 3 des Scores zurückgreift. Ein Fingerzeig dafür, dass die SCHUFA selbst bei der Version 2 ihres Scoring-Algorithmus einiges für verbesserungswürdig hält. Doch Version 2 wird offenbar immer noch weithin von SCHUFA-Kunden verwendet.

Und mit Social Scoring wäre bei mir auch nichts zu holen…

Bleibt mir am Ende nur zu sagen: Trau keinem Kreditscore, den du nicht selbst gefälscht hast. ;-)

Nachtrag vom 26.07.: Wenn du eine Selbstauskunft bei einer oder mehreren Auskunfteien einholst, empfehle ich, dabei nicht deine vorherigen Wohnadressen anzugeben, aus zwei Gründen:

  1. willst du der Auskunftei es nicht unnötig leicht machen, ein umfassendes Profil von dir anzulegen
  2. ist eine Abfrage nur mit deiner aktuellen Wohnanschrift auch realistischer, denn Unternehmen, bei denen du neuer Kunde wirst, kennen in aller Regel keine deiner früheren Anschriften

Nachtrag vom 29.07.: Inzwischen sind auch die Selbstauskünfte von Infoscore und der Schufa gekommen. Infoscore hat keine Daten & gibt keinen Score an – heisst das jetzt, dass die gar keinen Score von mir haben oder dass sie ihn mir nur nicht mitteilen?
Und bei der Schufa habe ich einen Basisscore von 98,77% (von möglichen 100%), da sieht es also deutlich besser aus als bei Boniversum. Dafür hat die Schufa ein denkbar dämliches Verfahren für die Selbstauskunft, die kommt nämlich grundsätzlich per Post & es stehen dann sehr umfangreiche Zugangsdaten für die elektronische Datenkopie drin. Klingt toll, was bekommt man da? Genau das gleiche Schreiben wie per Post, mit jeder Seite einzeln als JPEG-Datei *facepalm*. more

Ich werde konservativ

2019-07-21

Dieser Satz kam vor knapp zwei Jahren zu meinem eigenen Erstaunen über meine Lippen & begleitet mich seither. Was meine ich damit? Es geht nicht um die politische Weltanschauuung des Konservatismus (politisch bin ich bekanntlich innerer Anarchist), sondern darum, was das Wort eigentlich bedeutet: etwas erhalten und bewahren. Und zwar etwas, das mir wertvoll und wichtig ist.

Konkret wollte ich damals mit diesem Satz ausdrücken, dass ich mit dem, was ich tue, die Antinous Gemeinschaft und damit das Diamond Lotus Tantra Institut bewahren will, in dem ich lebe und arbeite.

Inzwischen bin ich ja 41 Jahre alt & beobachte fasziniert, was die verschiedenen Lebensalter so mit mir machen. Bis Ende 30 war ich immer noch darauf aus, Neues zu lernen & auszuprobieren, überhaupt die Fülle der Möglichkeiten auszuloten. Immerhin habe ich mit 38 noch eine neue Ausbildung abgeschlossen.

Von da an habe ich gemerkt, dass ich nicht noch mehr lernen & üben will, sondern das viele, das ich in meinem Leben schon gelernt habe, endlich auch mal mit voller Kraft anwenden will. Deshalb habe ich mich gegen die Tantramassageausbildung entschieden, auch wenn ich zeitweilig dachte, dass das hier ja mehr oder weniger dazugehört.

Und dann hat mich das Leben auch noch dahin geführt, dass ich nicht, wie mein ursprünglicher Plan war, selber Workshops mit anleite (der Männerworkshop mit Saranam kam mangels Teilnehmern nicht zustande). Vielleicht werde ich das eines Tages noch tun, zur Zeit ist einfach anderes dran. In meinem XING-Profil habe ich als Berufsbeschreibung stehen "IT, Buchhaltung und Seminarmanagement", was meine Tätigkeiten ganz gut umreisst.
Dazu kommt seit knapp anderthalb Jahren, dass ich unsere soziokratischen Kreise moderiere und dort zumindest einen Teil meiner Fähigkeiten aus der Prozessarbeits-Ausbildung einbringen kann.

So stelle ich jetzt also meine schon vorhandenen Fähigkeiten in den Dienst meiner Gemeinschaft, wobei ich dabei natürlich auch immer noch dazulerne. Das bleibt nicht aus, es steht jedoch nicht mehr im Mittelpunkt meines Lebens. In diesem Sinne werde ich seit einigen Jahren konservativ.

Der erste bewusste Übergang von einer Lebensphase zu einer nächsten war, als ich 30 geworden bin und damit kein Twen mehr war. Das ging interessanterweise damit einher, dass ich mich auch dem Twenprojekt, wo ich ja einige Jahre lang sehr aktiv mitgewirkt, einfach nicht mehr verbunden gefühlt habe. Meine Twenzeit habe ich als eine Zeit des Suchens, Forschens & mich Orientierens erlebt. Das Studieren in Bielefeld habe ich sehr genossen, vor allem auch, dass man in der Uni Bielefeld ganz einfach in Veranstaltungen aller anderen Fakultäten reinschnuppern kann. Mein Horizont hat sich dadurch & später durch meine Gemeinschaftsreise sehr erweitert.

Meine Dreißiger Jahre waren stark geprägt durch das Zusammenleben mit Sabine (heute Dvarika), Maya & Konrad, ausserdem durch mein praktisches Erforschen der Wirtschaftswelt mit PC ab 50. In dieser Zeit hat sich schon das Verhältnis von Neues ausprobieren und erforschen und Bewährtes und Bekanntes in die Tat umsetzen zugunsten von Letzterem verschoben.

So habe ich erst durch meine PC ab 50-Tätigkeit meine Ausbildung als Fachinformatiker Systemintegration in einem mittelständischen Systemhaus, das ausschliesslich mit Windows-Netzwerken arbeitet, richtig schätzen gelernt. Überhaupt bin ich durch PC ab 50 nicht nur konservativ, sondern auch im IT-Bereich sehr pragmatisch geworden.
Im Studium habe ich Linux kennen- & lieben gelernt, ich selber benutze es seither auf meinen Rechnern (meine Distributionsgeschichte kannst du neben anderem über das Tag "Linux" verfolgen). Während der Ausbildung habe ich noch eher widerwillig mit Windows gearbeitet, aber eben auch viel Nützliches darüber gelernt, was ich bis heute gewinnbringend anwenden kann.
Meinen Kunden in Leipzig habe ich durchaus Freie Software wie Linux empfohlen, wie auch aus den Software-Empfehlungen der PC ab 50-Seite hervorgeht. Allerdings wurde mir klar, dass die meisten Leute ja keine IT-Nerds sind, sondern das Zeug einfach nur benutzen wollen und dabei in aller Regel proprietäre Software gewohnt sind. Das Wichtigste dabei ist ihnen und wurde es zunehmend auch mir, dass die Software funktioniert. Findet sich dabei eine Open Source-Lösung, die für eine Kundin funktioniert, super. Funktioniert die proprietäre Lösung, dann ist auch das in Ordnung.

Dieser Trend, Bewährtes und Bekanntes in die Tat umzusetzen, verstärkt sich jetzt Anfang 40. Und ich bin schon sehr gespannt, wie ich mit 50 drauf sein werde. :-)

Geblieben ist dabei der weite Horizont & dass ich immer neugierig bin auf das was kommt.

Nachtrag: Die Oya hatte schon mal eine Ausgabe mit dem Titel Wir werden konservativ; da ging es ganz handfest darum, Lebensmittel haltbar zu machen.

Nachtrag vom 22.07.: Ein Aspekt, der in den letzten Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle in meinem Leben gespielt hatte, ist dieses Jahr wieder deutlich stärker geworden – Menschen und Projekte vernetzen. Exemplarisch dafür steht mein Einstieg ins Wandelbündnis und die Gemeinschafts-Vernetzung, wobei ich das jetzt anders als früher nicht mehr als Einzelperson, sondern für meine Gemeinschaft tue.

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