Schlagwort: bewusstsein

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    Geben und Empfangen vs. Nehmen


    Schon lange arbeite ich daran, das falsche Paar von “Geben und Nehmen” in unserer Sprache richtig zu stellen. Warum ist das ein falsches Paar? Nun, der Gegenpol zum Geben ist das Empfangen, nicht das Nehmen. Wenn mir jemand etwas gibt, dann kann ich das empfangen. Zum Nehmen brauche ich niemand anderes. Ich nehme mir einfach das, was da ist. Da liegt eben der Hase im Pfeffer: Empfangen kann ich nur in Beziehung zu jemand, die mir etwas gibt. Zum Nehmen brauche ich keine Beziehung, und beim Nehmen entsteht auch keine Beziehung. Ich bleibe egozentrisch, wenn nicht sogar egoistisch. Zugespitzt ist Nehmen die Haltung des Extraktivismus, des Imperialismus, des Kolonialismus. Das zeigt exemplarisch in der Sprache (und das ist mindestens im Deutschen und im Englischen so, in anderen Sprachen kann ich es nicht beurteilen), wie das egozentrische Nehmen ganz selbstverständlich als falscher Gegenpol zum Geben gesetzt wird.
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    Dunkelmächte revisited


    Das Buch Conspiranoia von Daniel Pinchbeck (der hier im Blog schon durch sein Buch How Soon Is Now? vorkam) hat mich veranlasst, das Thema der Dunkelmächte noch mal neu aufzurollen. Meine Motive, den ursprünglichen Beitrag über Dunkelmächte zu schreiben Was veranlasste mich, am 16. April 2020 den ersten Beitrag über Dunkelmächte hier im Blog zu verfassen? Hintergrund sind zwei verschiedene Gefahren, die ich dabei sehe, sich (zu sehr) mit okkulten Dunkelmächten zu beschäftigen: Wenn ich von der Existenz okkulter dunkler Mächte ausgehe, die das Weltgeschehen lenken, kann das zu einem Fatalismus führen (“ich kann ja eh nichts machen, die Dunkelmächte kontrollieren alles”). Das hatte ich damals in dem Nachtrag vom 18. April auch erläutert und darauf hingewiesen, dass mir das Herauskommen aus der Opferrolle ein zentrales Anliegen ist.
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    Alternative Fakten


    Als Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway den Begriff Alternative Fakten prägte, hat sie eine gefährliche Entwicklung in Gang gesetzt, die sich in meiner Wahrnehmung seither beschleunigt. Weshalb ich mich dabei gerade auf die Alternativen Fakten beziehe und nicht auf Fake News, macht die Abgrenzung im Wikipedia-Artikel deutlich: Bei Fake News ist nach Hanna Steinharter auch der Autor selbst von Anfang an davon überzeugt, dass es sich um eine Lüge handelt, während der Autor von alternativen Fakten an das glaubt, was er sagt. Außerdem haben alternative Fakten wenigstens einen minimalen Anknüpfungspunkt in der Realität (ein Fakt), um den herum sich der Autor seine eigene Realität aufbaut. Somit seien alternative Fakten in Wirklichkeit nur Wunschvorstellungen des Autors. Just dieses Phänomen greift massiv um sich, während Fake News im Grunde nur ein neudeutsches Wort für Lügengeschichten ist.
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    Die Kapelle der Gefahren


    Anfang des Monats hatte ich in meinem Telegram-Kanal schon darüber geschrieben, heute kommt es noch mal in mein Blog: In diesen seltsamen Zeiten kann Chapel Perilous, Die Kapelle der Gefahren, hinter jeder Ecke lauern. Da ist es gut, von einem zu lesen, der lebend & mit gesundem Geist wieder aus ihr herausgekommen ist - Robert Anton Wilson. Dessen Buch Cosmic Trigger hatte ich an anderer Stelle schon als Bewusstseinsraketentreibstoff bezeichnet. Neben dem Treibstoff bietet es auch Navigationshilfen: Actually, I no longer disbelieve in the Illuminati, but I don’t believe in them yet, either. Let us explain that odd remark quickly, before we go any further in the murk. In researching occult conspiracies, one eventually faces a crossroad of mythic proportions (called Chapel Perilous in the trade).
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    Die Menschheit steckt mitten in den Wehen


    Während ich mich Anfang des Jahres noch davor gefürchtet hatte, dass die Konsensrealität zerbricht, habe ich das inzwischen akzeptiert (eine Erläuterung, was mit Konsensrealität gemeint ist, findest du im Beitrag Konflikte entstehen an der Grenze zwischen Konsensrealität und Traumland). Wie ich in meinem Telegram-Kanal schrieb die Konsensrealität hat sich aufgelöst, wir leben längst im Traumland. Es fiel mir am Montag Abend erstaunlich leicht, das so anzunehmen. Dazu beigetragen hat sicherlich das Buch Also sprach Corona. Die Psychologie einer geistigen Pandemie von Wilfried Nelles. Den kannte ich bisher noch gar nicht, das Buch wurde mir geschenkt & hat sich als ein Volltreffer erwiesen. Da schreibt echt ein weiser alter Mann. Es ist sehr dicht gepackt und dabei gut zu lesen.
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    Die Cypherpunks und die Blockchain


    Im Februar hatte ich schon mal festgestellt, dass mich das Blockchain-Thema so schnell offenbar doch nicht loslässt. Deshalb widme ich mich in diesem Beitrag den geistigen/ideologischen Hintergründen der Blockchain-Technologie. Diese wurzelt in der Bewegung der Cypherpunks seit Ende der 80er Jahre. Die Cypherpunks widmeten sich der Datenverschlüsselung, wie auch Verfahren zur Anonymisierung in Datennetzen. Von ersterem rührt der Name, auf Englisch heißt Verschlüsselungs-Algorithmus nämlich Cipher. Das Punks im Namen deutet schon darauf hin, dass sich die Bewegung eher als Widerstand im Untergrund verstand. Die Cypherpunks lebten größtenteils in den USA – dem Land, in dem Ayn Rand die meistgelesenste Autorin war und ist. Das färbt auch auf Untergrund-Gruppen ab, bei den Cypherpunks ist das für mich sehr deutlich. Der heutzutage bekannteste Cypherpunk ist sicherlich Julian Assange, und damit gleichzeitig eine Ausnahme, denn der stammt bekanntlich aus Australien.
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    China ist... anders


    Zu Beginn dieses Beitrags bekenne ich, dass ich von China bisher kaum eine Ahnung hatte und zu großen Teilen westlicher Propaganda aufgesessen war (dies gilt insbesondere für meine bisherige Einschätzung des chinesischen Social Credit Systems). Auch jetzt fange ich gerade erst an, mich vorsichtig in die chinesische Kultur einzuschwingen, so weit mir das hier aus der Ferne überhaupt möglich ist. Deshalb danke ich all den Menschen, die viel tiefer eingetaucht sind und ihre Erlebnisse und ihr Wissen weitergeben in Sprachen, die ich verstehe. Je mehr ich mich nun damit beschäftige, um so deutlich wird mir, dass die chinesische Kultur schon vor Jahrtausenden an einigen Weggabelungen anders abgebogen ist als die indoeuropäische Kultur. Deshalb die Überschrift. Und weil wir hier von einer jahrtausendealten, sehr weit entwickelten Kultur reden, kann ich in diesem Beitrag nur anreißen, was es da zu entdecken gibt.
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    Wenn Diskursgrenzen Herrschaftsverhältnisse unsichtbar machen und warum Diversität trotzdem wichtig ist


    Diversität als Thema bei der Bewegungsstiftung Dieses Wochenende war ich bei der Online-Strategiewerkstatt der Bewegungsstifung, die das Schwerpunktthema Diversität hatte. Das Thema liegt mir bekanntlich sehr am Herzen; ich verweise als zentrale Anlaufstelle hier im Blog auf den Beitrag Rang und Privilegien in einer Nussschale. Vor ein paar Monaten habe ich endlich den lange geplanten Rang- & Priviliegientag hier in der Gemeinschaft veranstaltet, um auch hier das Bewusstsein für die Thematik zu verstärken. Dass das Thema erst jetzt (nach beinahe 20 Jahren Bestehen der Stiftung) so ins Zentrum gerückt ist, kann auf der einen Seite verwundern, denn wie ich in meinem finanziellen Coming out geschrieben hatte, warum mich die Bewegungsstiftung besonders angezogen hat: Dort entscheiden nämlich nicht allein die StifterInnen, wer zu welchem Zweck wie viel Geld bekommen soll, sondern die AktivistInnen der geförderten Projekte entscheiden über die Geldvergabe der Stiftung mit (mehr darüber in der Broschüre Den Wandel gestalten).
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    Der Mythos der Macht


    Gestern Abend habe ich mir eine sage & schreibe 3 1/2stündige Doku über die Machtkämpfe hinter den Kulissen des Geldsystems angeschaut. Dabei hatte ich erst fleißig mitgeschrieben & Links gesammelt, um daraus einen Blogbeitrag zu basteln. Über Nacht hat sich ein ganz anderer Impuls in den Vordergrund geschoben: Die Frage, was es denn eigentlich bewirken soll, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Stärke ich nicht gerade solche Machtstrukturen, indem ich sie “aufdecke”? Fördere ich nicht regelrecht die strukturelle Weltverschwörung, indem ich immer mehr Belege für sie und andere Dunkelmächte sammle? Dieser Gedanke hat mich dann heute Nachmittag bei herrlichstem Wetter in den Park geführt, wo ich eine Baumzeremonie zum Thema gemacht habe. Da steckt jetzt etwas Insiderwissen drin, dem ihr vielleicht nicht in allen Punkten folgen könnt.
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    Die Wirklichkeit ist Allmende


    Dieser Andreas Weber schreibt so schöne Sachen, dass es mir jedes Mal aufs Neue das Herz erwärmt. Heute bin ich von Miki Kashtan kommend wieder bei ihm gelandet. Miki beschreibt in ihrem Text das Fließen des Lebens, und Andreas Weber tut das noch viel ausführlicher & poetischer. In seinem Buch Sein und Teilen lautet eine der Zwischenüberschriften des ersten Kapitels Die Wirklichkeit ist Allmende. Er schreibt dazu Der Begriff, der diese Perspektive beschreibt, ist die Allmende oder, im heute populären englischen Plural, die Commons. Allmende ist ein Geflecht von Beziehungen, durch die sich Lebendigkeit entfaltet. Allmenden kennzeichnen alle Bereiche des Lebendigen. Ökosysteme sind Allmenden – aber auch ein Großteil der Regeln, denen menschliche Gesellschaften folgen, indem sie allen nützen und alle sie erhalten.
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