Schlagwort: privatsphäre

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    Die Cypherpunks und die Blockchain


    Im Februar hatte ich schon mal festgestellt, dass mich das Blockchain-Thema so schnell offenbar doch nicht loslässt. Deshalb widme ich mich in diesem Beitrag den geistigen/ideologischen Hintergründen der Blockchain-Technologie. Diese wurzelt in der Bewegung der Cypherpunks seit Ende der 80er Jahre. Die Cypherpunks widmeten sich der Datenverschlüsselung, wie auch Verfahren zur Anonymisierung in Datennetzen. Von ersterem rührt der Name, auf Englisch heißt Verschlüsselungs-Algorithmus nämlich Cipher. Das Punks im Namen deutet schon darauf hin, dass sich die Bewegung eher als Widerstand im Untergrund verstand. Die Cypherpunks lebten größtenteils in den USA – dem Land, in dem Ayn Rand die meistgelesenste Autorin war und ist. Das färbt auch auf Untergrund-Gruppen ab, bei den Cypherpunks ist das für mich sehr deutlich. Der heutzutage bekannteste Cypherpunk ist sicherlich Julian Assange, und damit gleichzeitig eine Ausnahme, denn der stammt bekanntlich aus Australien.
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    Ein Anarchist wird Mitglied einer Partei


    Nachdem ich vor 2 Jahren schon als Anarchist 70 Jahre Grundgesetz gefeiert hatte, bin ich heute das 2. Mal in meinem Leben Mitglied einer Partei geworden, nämlich bei dieBasis, die Basisdemokratische Partei Deutschlands. Auch da gilt, was ich damals zum Grundgesetz schrieb: Das ist das Schöne daran, dass ich auch innerer Anarchist bin: Ich bin nicht gezwungen, immer und in jeder Situation pauschal jede staatliche Struktur abzulehnen. Basisdemokratische Grundwerte Die Grundwerte der Partei teile ich: Freiheit Machtbegrenzung Achtsamkeit Schwarmintelligenz Wobei ich “Schwarmintelligenz” eher für ein Buzzword halte, das erst noch mit sinnvollem Inhalt gefüllt werden will. Vielleicht ist dieBasis da ja gerade dabei. Sie schreibt dazu Die Säule der Schwarmintelligenz bedeutet, die Weisheit der Vielen in konkrete Politik zu verwandeln.
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    Mein entgoogeltes Fairphone3+


    Einem ziemlich spontanen Impuls folgend habe ich mir ein Fairphone3+ bestellt, um darauf endlich noch weitere Messenger installieren zu können. Auf dem Uralt-Motorola, das ich bisher benutzt hatte, war dafür nämlich der Speicherplatz zu knapp. Das Fass zum Überlaufen gebracht hatten die letzten Entwicklungen bei Signal. Google-freie Zone Da ich schon länger in eine solche Richtung gedacht hatte, war auch der Plan schon lange klar, dieses Gerät dann gemäß der Anleitung von Mike Kuketz zu entgoogeln. Warum das eine empfehlenswerte Sache ist, zeigt z.B. mein Beitrag Alle hacken auf Facebook rum, dabei sammelt Google ein Vielfaches an Daten. Das fing ich mit großem Elan an, wobei ich für die Installation von LineageOS mich an die Anleitung im LineageOS-Wiki für das Fairphone 3 halten musste.
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    Wehret den Anfängen II


    Schon vor einiger Zeit hatte ich mein Entsetzen darüber geäußert, dass die Linken seit Beginn der “Pandemie” fast geschlossen auf Regierungslinie sind. Ungefähr genau so fassungslos bin ich, dass das bei den Nerds von Chaos Computer Club, Piraten, Digitalcourage, Netzpolitik.org & Co. ganz ähnlich aussieht. Dabei wird doch gerade im Eiltempo und global ein Überwachungs-Regime hochgezogen, dass George Orwell in seinem Grab rotiert. Vergleiche dazu z.B. die Website Wie soll es weitergehen? Schon in meinem allerersten Corona-Beitrag hatte ich in einem Nachtrag Noah Yuval Harari in der NZZ zitiert. Der ist zwar total dem megatechnischen Pharo verfallen, warnte aber völlig zu Recht schon am 23.03.2020: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ermächtigte den Geheimdienst, Überwachungsinstrumente, die er gewöhnlich für den Kampf gegen Terroristen braucht, zum Tracken von Viruskranken zu verwenden.
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    Ein Jahr Corona. Was hat es uns gebracht?


    Im Grunde reicht es, wenn du dir zur Beantwortung der Frage nur dieses kurze Video von Michael Hatzius anschaust: Die Zecken gehen darin auf den inzwischen zur Legende gewordenen ["Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"-Tweet des Bundesgesundheitsministeriums](https://twitter.com/BMG_Bund/status/1238780849652465664) ein. Mein Beitrag erscheint genau am ersten Jahrestag dieses Tweets. Also, was hat es uns gebracht? Bereits einen Tag vor besagtem Tweet habe ich hier im Blog die Frage gestellt, ob Corona der neue 11. September ist. Damals schrieb ich, um diese Frage zu konkretisieren den 11. September 2001 haben bekanntlich Staatsapparate in aller Welt zum Anlass genommen, elementare Bürgerrechte massiv und dauerhaft einzuschränken. Droht uns nun ähnliches durch die Corona-Pandemie? Die Frage ist rückblickend eindeutig mit Ja zu beantworten.
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    Wehret den Anfängen


    Gestern sind an einem Tag drei Dinge passiert, die mir zeigen, dass die Demokratie-Simulation in Deutschland gerade abgestürzt ist. Die Gründung einer neuen Partei wurde von der Polizei abgebrochen und geräumt. Das hat die Freie Linke veranlasst, alle demokratischen Kräfte zum Widerstand gegen diesen verlängerten und seit März fortgeführten Staatsstreich gemäß Art. 20 (4) GG aufzurufen. Über den Telegram-Kanal der Freien Linken wurde ich überhaupt auf dieses unerhörte Ereignis aufmerksam. Das zweite Ereignis ist die Änderung des Bundeswahlgesetzes, die der Bundestag beschlossen hat. Damit stellte der Bundestag fest, dass die Durchführung von Versammlungen für die Wahl der Wahlbewerber und der Vertreter für die Vertreterversammlungen zur Bundestagswahl 2021 zumindest teilweise unmöglich ist. 486 Abgeordnete stimmten für den Antrag, 72 dagegen, es gab 21 Enthaltungen.
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    Die Blockchain lockt euch mit ihrem Versprechen von Anonymität in eine Falle


    Offenbar bin ich gerade in Debunking-Stimmung. Nach dem Thema Geldschöpfung wende ich mich als nächstes der Blockchain und den Kryptowährungen zu, die hier im Blog auch schon mehrfach Thema waren. Liebe Libertäre und Anarchokapitalistinnen, ihr müsst jetzt sehr tapfer sein: Die Blockchain- und Kryptowährungs-Industrie verarscht euch nach Strich und Faden. Sie versprechen euch nämlich, die Transaktionen in einer Blockchain seien anonym. Grundsätzlich stimmt das zwar; in der Blockchain selber sind deine Transaktionen beispielsweise bei Bitcoin nur durch eine Bitcoin-Adresse gekennzeichnet, die z.B. so aussehen kann: 3GL1MMJvw99DbrzoPQYhu7H5Zv2S8ykvPy. Nun kommt das große Aber: Sobald du deine Bitcoins oder sonstigen Kryptowährungen benutzt, um damit etwas zu kaufen, entsteht ein Risiko, dass deine Bitcoin-Adresse mit deiner Identität verknüpft wird. Denn was du kaufst, muss ja irgendwie zu dir kommen, nachdem deine Bitcoins zur Verkäuferin übertragen wurden.
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    Der Teufel hat ein legitimes Interesse an deiner Seele #DSGVO


    Boah, ich könnte kotzen! Der Cookie-Wahnsinn ist inzwischen auf einer neuen Stufe angekommen. Vor allem die “journalistischen” Verlagsangebote tun sich dabei hervor, auf die Fefe schon lange schimpft. Das neue Zauberwort lautet “berechtigtes Interesse” bzw. “legitimes Interesse”. In den Cookie-Fenstern der Verlage verbergen sich hinter diesem Zauberwort oft Hunderte von “Werbepartnern”, die dich fröhlich ausspionieren, wenn du nicht widersprichst. Bei vielen Websites geht das gar nicht, da musst du pauschal allem zustimmen, um überhaupt die Inhalte aufrufen zu können. Bei anderen, wie seit kurzem auch Heise online, musst du jedem “Werbepartner” einzeln widersprechen!! In diesem Fall hoffe ich deshalb ausnahmsweise mal, dass sich die Bundesregierung mit einem Vorschlag durchsetzt. Sie will nämlich in der geplanten E-Privacy-Verordnung der EU Cookies aus “berechtigtem Interesse” pauschal verbieten (Vorsicht, Link geht zu Heise mit der erwähnten Klick-Orgie).
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    Technologie der unfreien Welt


    Unter diesem Titel hat Hauke Ritz einen sehr gehaltvollen Artikel in zwei Teilen veröffentlicht. Ich zitiere nur zwei Sätze aus dem 2. Teil als Appetitanreger: Die derzeitige technologische Revolution zielt darauf ab, den Menschen insgesamt berechenbar zu machen. Und der andere Satz: So haben wir es heute zunehmend mit einer Gesellschaft zu tun, die zum großen Teil nur noch auf mediale Signale reagiert und von Ängsten bald in die eine und bald in die andere Richtung getrieben wird. Hier nun die Links zum Artikel: Technologie der unfreien Welt – Teil 1: Der Quellcode Technologie der unfreien Welt – Teil 2: Mythos und Selbsterlösung</ol
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    Signal, die PIN und die Cloud – weniger ist manchmal mehr


    Hmpf. Da hatte ich mich doch vor kurzem erst so gefreut, dass meine Gemeinschaft von WhatsApp zu Signal gewechselt ist. Und jetzt kommt wenige Wochen später diese Geschichte mit der Zwangs-PIN und der Speicherung von Nutzerinnendaten in der Cloud. Wenn du, wie ich, verstehen willst, was da technisch genau eigentlich los ist, ist der Artikel von Matthew Green die Quelle der Wahl. Für alle anderen erläutere ich es mal ganz einfach runtergebrochen: Signal hatte (bisher zumindest) das Grundprinzip, dass die Firma, die das System betreibt, möglichst gar keinen Zugriff auf irgendwelche Nutzerinnendaten hat, die darüber ausgetauscht werden. Das ist an sich eine sehr lobenswerte Philosophie. In der Zwischenzeit hat sich der Messenger allerdings bei vielen Nutzerinnen verbreitet, was dazu führt, dass diese Features wollen, die sie von anderen Messengern kennen.
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