Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.
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Robert Anton Wilsons Rezept zum Ausbruch aus der Filterblase

2016-11-13

Einer von Fefes letzten Beiträgen zum Thema Filterblase hat mich wieder an Cosmic Trigger erinnert, worin Robert Anton Wilson ja folgendes Rezept empfiehlt:

Seit dieser Zeit macht es sich der Skeptiker zur Gewohnheit, jeden Monat ein oder zwei Periodika von politischen oder religiösen Gruppen, die er verachtet, zu lesen; er will damit feststellen, welche Art Signale von seiner gewohnten Realitätsgrundlage ausgelöst werden. Es ist äusserst aufschlussreich. (Aleister Crowley und Bertrand Russell, der hervorragendste Mystiker und der hervorragendste Rationalist des 20. Jahrhunderts, haben diese Praxis ebenfalls empfohlen.)

Was wir heute Filterblase nennen, nannte er seinerzeit Realitätstunnel.
An Fefe deshalb die spezielle Empfehlung: Lies doch mal ein paar SPD-Blogs. ;-)

Mich persönlich hat es überhaupt nicht überrascht, dass Trump die US-Präsidentschaftswahlen gewonnen hat, und ich teile Fefes Einschätzung:

Erstens hat Trump ausreichend viele Investitionen in anderen Ländern, dass die Wahrscheinlichkeit für Kriege bei ihm geringer ist. Zweitens ist er ein lupenreiner Populist. Das wird gerne als Schimpfwort für Politiker benutzt, aber das ist ein absurder Vorwurf. Populismus ist der Job eines Politikers. Und Populismus ist mir lieber als so Triebtäter wie die Leute im polnischen Parlament, die aus Überzeugung die Abtreibung verbieten wollten. Populismus ist vorhersagbar. Ich denke mal, auch die Russen und Chinesen werden verhalten optimistisch sein, weil sie Trump als Geschäftsmann einschätzen, mit dem man Verhandeln kann.

Zu den Filterblasen im Zusammenhang mit dem "überraschenden" Wahlergebnis äußert sich Fefe so:

Die Medien haben praktisch unisono gegen Trump geholzt. Die Zeitungen praktisch alle, die Talk Shows auch fast alle, sogar Fox News wurde vorsichtiger auf den letzten Metern und selbst Glenn Beck fand am Ende, Obama sei gar kein so schlechter Präsident gewesen. Die kombinierte Macht der Medien ist komplett verpufft.
Ich schließe daraus, dass die gar keine Macht haben. Dass die sozialen Medien und Filterblasen inzwischen mächtiger sind als die alten Medien. Das ist ein sehr beunruhigender Gedanke für mich.

und weiter, da es mir ja um den Ausbruch aus der Filterblase geht:

Ich habe hier ja schon häufiger die Warnung ausgesprochen, dass Filterblasen und Blocken und Wegzensieren von Nazis und "besorgten Bürgern" das Problem eher noch schlimmer macht, weil wir dann auch gar nicht mehr sehen können, wie groß das Problem eigentlich inzwischen geworden ist. Und weil solche Leute sich dann in Parallelgesellschaften organisieren, und man gar nicht mehr an die rankommt, und alle moderierenden Einflüsse weg sind.
Wenn die Trump-Wahl etwas gezeigt hat, dann wie erschütternd berechtigt diese Warnung war. Während sich die Generation "problemfreie Ultraprivilegierte" mit gendergerechter Sprache beschäftigt haben, ist da ein Abgrund voll Hass und Verachtung entstanden. Als das hie und da mal durchschien, waren alle kurz entsetzt und haben ein bisschen Raumspray angewendet und sich dann der Frage zugewendet, wie viele Geschlechter man in der Geburtsurkunde zulassen sollte.
Und was hat niemand getan? Mit denen mal das Gespräch gesucht!
Und das war das eine, was man hätte tun können, um dieses Pulverfass zu entschärfen.

Eben deshalb habe ich ein Herz für Nazis und bekenne mich dazu, selbst ein besorgter Bürger zu sein, während ich gleichzeitig darauf hinweise, dass die AfD die neue Partei der Besserverdienenden ist.

Zum Abschluss noch ein letztes Fefe-Zitat zu den Filterblasen:

Also das hat ja fast ein religiöses Erweckungsmoment gerade, wie die ganzen Leute in ihren geplatzten Filterblasen mit Kopfschmerzen aufwachen und zum ersten Mal seit Jahren ein paar unbequeme Aspekte der Realität wahrnehmen. Wie sie der Reihe nach merken: Ja, es gibt da noch andere Leute, die meine offensichtlichen Wahrheiten nicht für offensichtlich wahr halten. Ja, wir müssen Leuten mit anderer Meinung zuhören, denn wenn wir einfach so tun, als gäbe es sie nicht, dann wählen sie einen Trump zum Präsidenten.

Nachtrag vom 14.11.: Bei der Liste von Trumps selbst gewählten Beratern wird es mir ganz anders…

Weiterer Nachtrag vom 14.11.: Pete Carroll schreibt:

Happy new POTUS to all my American correspondents. A Clinton victory would have meant more of the same which doesn’t work. The parallels with the Brexit result seem worth noting, both phenomena depended heavily on the issue of Globalisation. We haven’t managed Globalisation at all well, and now the furious people have elected politicians who say that they will manage it. The religious right have inconsequential influence in the UK but they can hardly claim a victory in the person of Trump. Sovereignty proved a significant issue in Britain; we didn’t want to become swallowed up in the failing superstate of the EU. However as Archdruid Greer USA points out, the sovereignty of the states in the face of an overbearing and out of touch federal government played a part in Trump’s victory too.

Übrigens, zum Thema EU wärmstens zu empfehlen: die Anstalt-Folge vom 1. November.

Noch ein Nachtrag vom 14.11.: Frauke Petry (AfD) schreibt in der Jungen Freiheit: Die Political Correctness ist am Ende. Damit bestätigt sie selber, dass Trump das US-Gegenstück der AfD ist.

Und noch ein Nachtrag vom 14.11.: Charles Eisenstein schreibt über The Election: Of Hate, Grief, and a New Story:

The dissolution of the old order that is now officially in progress is going to intensify. That presents a tremendous opportunity and danger, because when normal falls apart the ensuing vacuum draws in formerly unthinkable ideas from the margins. Unthinkable ideas range from rounding up the Muslims in concentration camps, to dismantling the military-industrial complex and closing down overseas military bases. They range from nationwide stop-and-frisk to replacing criminal punishment with restorative justice. Anything becomes possible with the collapse of dominant institutions. When the animating force behind these new ideas is hate or fear, all manner of fascistic and totalitarian nightmares can ensue, whether enacted by existing powers or those that arise in revolution against them.

Und indirekt schreibt er auch über Filterblasen & Selbstgerechtigkeit:

We’ve got to stop acting out hate. I see no less of it in the liberal media than I do in the right-wing. It is just better disguised, hiding beneath pseudo-psychological epithets and dehumanizing ideological labels. Exercising it, we create more of it. What is beneath the hate? My acupuncturist Sarah Fields wrote to me, “Hate is just a bodyguard for grief. When people lose the hate, they are forced to deal with the pain beneath.”
I think the pain beneath is fundamentally the same pain that animates misogyny and racism – hate in a different form. Please stop thinking you are better than these people! We are all victims of the same world-dominating machine, suffering different mutations of the same wound of separation. Something hurts in there. We live in a civilization that has robbed nearly all of us of deep community, intimate connection with nature, unconditional love, freedom to explore the kingdom of childhood, and so much more. The acute trauma endured by the incarcerated, the abused, the raped, the trafficked, the starved, the murdered, and the dispossessed does not exempt the perpetrators. They feel it in mirror image, adding damage to their souls atop the damage that compels them to violence. Thus it is that suicide is the leading cause of death in the U.S. military. Thus it is that addiction is rampant among the police. Thus it is that depression is epidemic in the upper middle class. We are all in this together.

Nachtrag vom 16.11.: Michael Seeman sieht das Ganze wie üblich anders als Fefe, er schreibt in seinem Artikel Netzwerkmacht: Macht in Zeiten der Globalisierung z.B.:

Mir scheint, die Lösung mehr miteinander zu reden und aufeinander zuzugehen, wenig zielführend.

(was er allerdings nicht näher ausführt, geschweige denn begründet)

Sein pessimistisches Fazit besteht darin, dass sich die Filterblasen wohl verfestigen werden:

Es wird klar, dass wir den Riss nicht mehr heilen werden und dass wir niemals zu dem früheren Konzept von Gesellschaft – als eine durch Geographie eingehegte und kulturell weitgehend homogene Gemeinschaft – zurückkehren werden. Die nächsten Gesellschaften werden sich entlang der Risse, statt entlang von Staatsgrenzen formieren müssen.

Für mich ist da das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Nachtrag vom 18.11.: Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Home of the Brave, Land of the Free?

47 % aller Amerikaner sagen, dass sie nicht in der Lage wären, eine plötzliche Ausgabe in Höhe von 400 $ aus eigener Kraft zu bewältigen. Fast die Hälfte aller Erwachsenen in einem der reichsten Länder der Erde lebt also nur einen kleinen Unglücksfall von finanzieller Not entfernt. Dafür gibt es handfeste Gründe: Die inflationsbereinigten Löhne sind seit 1972 praktisch nicht mehr gestiegen. Das Gesamthaushaltseinkommen der untersten 60 % hat seit 2000 im Durchschnitt um über 10 % abgenommen, am meisten für die untersten Einkommensgruppen. Gleichzeitig ging mehr als die Hälfte des Wirtschaftswachstums an die reichsten 1 %.

(Warum Donald Trump gewählt wurde)

Nachtrag vom 20.11.: Die pinksliberale Jenny bezeichnet Trump als Das trumpjanische Pferd des Establishments. Und Trump wird den Monsanto-Unterstützer Mike Pompeo zum CIA-Chef ernennen.

Weiterer Nachtrag vom 20.11.: Der New Statesman empfiehlt Robert Anton Wilsons Rezept: How to burst your social media bubble.

Noch ein Nachtrag vom 20.11.: Die New York Times schreibt darüber, dass der US-Wahlkampf besonders stark vom Mean Green Meme bzw. Boomeritis und entsprechenden Gegenreaktionen geprägt war: The End of Identity Liberalism. Zum Thema Identität vergleiche auch die Identitäre Bewegung in Europa. Aus dem Artikel:

Liberals should bear in mind that the first identity movement in American politics was the Ku Klux Klan, which still exists. Those who play the identity game should be prepared to lose it.

Und noch ein Nachtrag vom 20.11.: Sezession im Netz schreibt unter der Überschrift In Echos Kammer:

Gibt es einen Ausweg aus der Echokammer? In der Spieltheorie der 60er und 70er Jahre gab es die sogenannte Drehpunktperson (Pivot player). Solche Drehpunktpersonen sorgen zwischen der Hauptkultur und der Subkultur für einen Ideenaustausch. Auf diese Weise wurden linke Utopien gegen allen anfänglichen Widerstand nach und nach salonfähig – in Politik, Wirtschaft, Medien und Kirchenkreisen. Der anfängliche Widerstand bröckelte und brach bald auf breiter Front ein. Auf heutige Verhältnisse übertragen heißt das: Jemand, der konservative bzw. rechte Ansichten hegt, als solcher in einer sezessionistischen Subkultur verkehrt, beruflich aber beispielsweise als Unternehmensberater tätig ist, kann – persönliche Integrität, einen gewissen Charme und ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit vorausgesetzt – durchaus Einfluß auf Unternehmerkreise ausüben.

Spannend auch, wo das Wort Echo eigentlich herkommt:

In der griechischen Mythologie war die Echo übrigens eine äußerst begabte Geschichtenerzählerin. Sie unterhält die Zeus-Gattin Hera aufs Trefflichste, währenddessen Zeus seinen erotischen Abenteuern nachgeht – ein klassisches Ablenkungsmanöver. Als Hera dahinterkommt, beraubt sie Echo der Sprache – Echo ist fortan nur noch in der Lage, das letzte an sie gerichtete Wort zu wiederholen.

Und noch ein Nachtrag vom 20.11.: Donald Trump ist noch gar nicht zum US-Präsidenten gewählt worden. Bisher sind nur die Wahlmänner gewählt worden, die in 24 Bundesstaaten gar nicht an den Wählerwillen gebunden sind. Warten wir also den 19. Dezember ab. Vergleiche auch den Brexit.

Nachtrag vom 21.11.: If the presidential election had taken place somewhere in Africa

Weiterer Nachtrag vom 21.11.: Cat it get even weirder? Yes, it can: The Truth About Pepe The Frog And The Cult Of Kek. Im US-Wahlkampf war geballte Chaosmagie am Werk.

Nachtrag vom 30.11.: Stefan Eichner schreibt über Trump:

Es gibt weitere konkretere Hinweise, die darauf hindeuten, dass Trump politisch einiges Umkrempeln wird. Der vielleicht wichtigste: Bisher hat er für seine Regierung streitbare, in jedem Fall unbequeme Persönlichkeiten ausgewählt, die sich (bisher) alle nicht scheuen, mit ihren Überzeugungen und Ideen anzuecken – im politischen Establishment, im wirtschaftlichen Establishment und gegebenenfalls auch nicht beim Präsidenten selbst. Das heißt, Trump umgibt sich offenbar nicht – wie es in vielen Regierungen praktiziert wird – mit Ja-Sagern. Das ist bemerkenswert.

Andererseits: Steven Mnuchin, a financier with deep roots on Wall Street and in Hollywood but no government experience, is expected to be named Donald J. Trump’s Treasury secretary as soon as Wednesday:

In Mr. Mnuchin, Mr. Trump has an ally whose nomination is expected to be well received on Wall Street, a number of traders and bankers contacted on Tuesday said.

Since Mr. Trump’s victory, United States equity markets have hit record highs, with financial institutions leading the way. Having a Treasury secretary with broad experience as a financier is likely to sustain the view that a Trump administration will look favorably on Wall Street, not least in terms of pulling back some regulations put in place by Mr. Obama. […]

Mr. Mnuchin, the son of a Goldman Sachs partner, joined the firm after graduating from Yale. He worked there for 17 years, rising to oversee trading in government securities and mortgage bonds.

Nachtrag vom 01.12.: Na sieh mal einer guck: Aus einer der Podesta-E-Mails geht hervor, dass Obamas Kabinett von Wall Street zusammengestellt wurde.

Nachtrag vom 02.12.: Jan-Hendrik Cropp macht sich auf keimform.de Gedanken zum politischen Elend unserer Zeit:

Es ging also auch nicht um eine wie auch immer geartete Protestwahl. Es ging, und das ist die traurige Realität, um schon lange vorhandene, tief liegende, sexistische, rassistische, anti-queere, chauvinistische, nationalistische, anti-ökologische und verschwörungstheoretische Ressentiments die sich nun „endlich“ Bahn brechen konnten. Die ökonomischen Verhältnisse mögen das Fass zum Überlaufen gebracht haben; es war aber schon immer, zumindest aber jahrelang randvoll mit Ressentiments gefüllt.

Diese Erkenntnis ist wichtig. Und sie ist wahr, nicht nur für die US-Wahl sondern ist in vielerlei Hinsicht erhellend für die wahl- und gesellschaftspolitischen Erfolge der Rechtspopulisten in ganz Europa (inkl. Türkei und Russland) und damit eben auch für die vergangenen und kommenden Wahlerfolge der AfD.

Was steckt dahinter?

In diesem Kampf spielt die Frage der Identität eine entscheidende Rolle. Denn den beschriebenen Chauvinisten kommt ihre Identität abhanden; sie wissen nicht mehr: Wer bin ich in dieser sich wandelnden Gesellschaft? Was macht mich noch aus?

Wen er hier "Chauvinisten" nennt, bezeichnet die Prozessarbeit neutraler als den Mainstream, und der durchläuft allerdings gerade eine heftige Identitätskrise: So ziemlich alles, was er für richtig hielt, bewegt sich zielsicher auf den Komposthaufen der Geschichte zu.

Cropp schreibt weiter:

Gefühlte ökonomische Unsicherheit, sinkende Löhne und unsichere Arbeitsbedingungen sind etwas anderes als systematisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden und sie sind keine Legitimation für menschenverachtendes Denken und Handeln. Unter unsicheren und schlechten Arbeitsbedingungen leiden die allermeisten Menschen im Spätkapitalismus. Und es sind gerade auch prekär Lebende die dieser verkürzten Logik (Armut bzw. Angst vor sozialem Abstieg = Hass) Lüge strafen. Den wir „Prekären“ und „Überflüssigen“ sind es bisher auch die den mit aktivsten Widerstand gegen den globalen Wutbürger organisieren.

Es ist fatal, alles auf den Kapitalismus zu schieben und damit in die Falle von Haupt- und Nebenwiderspruch zu tappen.

Und zur Krise des Kapitalismus:

Eine Krise oder gar den Kollaps des Kapitalismus und damit auch der oben erwähnten liberalen Errungenschaften sollte man sich unter dem Vorzeichen der massiven Erfolge der Rechtspopulisten nicht wünschen. Denn sie sind nicht das Resultat verführter Unschuldiger die sich nach der Revolution von heute auf morgen in den guten, „neuen Menschen“ verwandeln. Von einer emanzipatorischen Aufhebung der Kapitalismus und einer fortschrittlichen Transformation sind wir Lichtjahre entfernt und die Ereignisse der letzten Monate und Jahre haben uns noch weiter zurück geworfen.

Der Anarchist in mir kann mit diesem Absatz natürlich nicht mitgehen:

Außer der konkreten Keimform-Praxis gilt es die besten Ausgangsvoraussetzungen für eine emanzipatorische Transformation zu erkämpfen. Und das heißt ein aktives Einbringen für eine Offene Gesellschaft und gegen verkürzte und regressive Weltanschauungen: Auch durch eine radikale, differenzierte, umfassende und fundierte Kapitalismuskritik; keine Frage. Aber es heißt eben auch, gerade in diesen Zeiten, Krise hin oder her, staatliche Politik nicht aufzugeben sondern dafür zu kämpfen, das durch staatliche Regulation der gesellschaftliche Reichtum (solange er noch da ist) als Grundsicherung für alle verteilt wird und für emanzipatorische Projekte ein möglichst großer Teil des Kuchens zur Verfügung steht. Und es heißt auch die Grundfesten der Offene Gesellschaft, so kritikwürdig sie aus commonistischer oder anarchistischer Perspektive auch sind, zu verteidigen.



Mal so zwischendurch: Dieser Beitrag ist bisher derjenige mit den meisten Nachträgen. Und es kommen bestimmt noch welche.

Sag ich doch:
Weiterer Nachtrag vom 02.12.: Die Zeit-Stiftung hat eine "Digitale Charta" veröffentlicht, die Markus Kompa in Telepolis verreisst. Natürlich dreht es sich auch dabei um "Hatespeech".

Doch Meinungsfreiheit ist nun einmal nur dann etwas wert, wenn man auch Meinungen zulässt, die man eben nicht teilt. Ideologen haben mit diesem Konzept häufig ein strukturelles Problem.

Und noch einer vom 02.12.: Im Blog von Impuls berichtet Johannes Blatt von seinem Gespräch mit einem AfD-Wähler:

Ich verstand ein bisschen besser, dass wir in verschiedenen Welten leben: Wir nutzen verschiedene Informationsquellen, unsere sozialen Umfelder überschneiden sich nicht – wir leben in Parallelgesellschaften, deren Wirklichkeiten kaum noch miteinander kommunizieren. Ich verließ das Gespräch etwas beklommen und mit vielen Fragen. Die Kluft ist tief. Dies ist der zweite, vielleicht viel größere Clash of Cultures, mit dem wir es zu tun haben.

Doch noch ist nicht alles verloren:

Immerhin, das eine haben Woldemar und ich geschafft: Wir haben miteinander gesprochen, tatsächlich in gegenseitigem Respekt und dem Bemühen, uns trotz der gewaltigen Differenzen nicht zu verurteilen. Ich erinnere mich sogar an drei Punkte, in denen wir uns einander annähern konnten: 1. Menschen in Not (zB Kriegsflüchtlingen), muss man helfen. 2. Wer kommt, muss sich an die Regeln des Landes halten. 3. Es ist wichtig, sich für diplomatische Lösungen zur Beendigung des Krieges in Syrien einzusetzen. Das sind Gemeinplätze? Vielleicht. Aber angesichts der Masse an Trennendem, war ich froh, wenigstens noch die paar „Gemeinplätze“ zu finden, die Woldermars Welt und meine verbinden.

Der 02.12. ist echt ergiebig: Norbert Häring schreibt über Die unwahrscheinliche Unperson Ken Jebsen. Jebsen selber zitiert er darin u.a. hiermit:

Journalismus bedeutet, etwas zu bringen, von dem andere wollen, dass es nicht veröffentlicht wird. Alles andere ist PR. Orwell hatte Recht mit dieser Erkenntnis. Was die Medien tun und immer getan haben, ist nicht die Realität zu beschreiben, sie erschaffen sie. Fast alles, was wir heute als Wirklichkeit betrachten, ist ein künstlich erzeugtes Produkt der Massenmedien, auf die wir uns dann beziehen, wenn wir unsere Urteile bilden. Nur werden die ‚Fakten‘ erst zuvor von den Medien selbst geschaffen.

Nachtrag vom 06.12.: Trump ist offenbar kein Stück besser als Killary: Die Zeit der Schadenfreude über Clintons Niederlage ist vorbei. Wir müssen uns jetzt der neuen (brutalen) Realität stellen: Donald Trumps Außen- und Sicherheitspolitik. Wer Starhawks Roman "Das fünfte Geheimnis" kennt: Die USA haben die Stewarts gewählt. Es bleibt, was Charles Eisensteins Freundin Kelly Brogan schreibt: Die US-WählerInnen haben statt eines Wolfes im Schafspelz (Killary) einen Wolf im Wolfspelz (Trump) gewählt. In Eisensteins Worten:

A Clinton Presidency would have offered four more years of that pretense. A woman President following a black President would have meant to many that things are getting better. It would have obscured the reality of continued neoliberal economics, imperial wars, and resource extraction behind a veil of faux-progressive feminism. Now that we have, in the words of my friend Kelly Brogan, rejected a wolf in sheep’s clothing in favor of a wolf in wolf’s clothing, that illusion will be impossible to maintain.

Und noch eine Bemerkung zum Artikel von Jan-Hendrik Cropp: Er weist korrekt darauf hin, dass ein neues Feindbild, "die (globale) Elite" uns nicht weiterbringt. Er will deshalb zurück zu den alten Feindbildern, die Linken gegen die Rechten bzw. die Liberalen gegen die Konservativen. Dass es auch ganz ohne Feindbilder gehen könnte, scheint für ihn undenkbar zu sein. Doch der Etappensieg in Standing Rock zeigt, dass wir gerade auf diesem Wege weiterkommen.

Nachtrag vom 08.12.: Titanic-Chefredakteur Tim Wolff hat den Nachweis erbracht, dass Facebook komplett ironieunfähig ist.

Nachtrag vom 13.12.: Donald Trump – der verkappte spirituelle Lehrer (siehe auch Warum gilt Osho als erleuchtet, Trump oder Erdogan aber nicht?):

In erster Linie helfen spirituelle Lehrer, das Ego zu erkennen und zu transzendieren, so dass wir die Illusionen des Egos ablegen können, damit wir zur Wahrheit unserer göttlichen Natur aufwachen können. Der Charakter von Donald Trump funktioniert in meinem Traum als spiritueller Lehrer der höchsten Ordnung, weil er mir unmissverständlich zeigt, wie das Ego aussieht. […]

Dank meinem spirituellen Lehrer bin ich in der Lage, das Ego in einer karikierten, übertriebenen Form zu bezeugen. Wenn ich sein Beispiel ansehe, kann ich sehen, wie das Ego Aufmerksamkeit sucht, sich als größer empfindet als andere und glaubt, dass seine Größe auf Reichtum, Ruhm, Einfluss und auf der Fähigkeit, andere zu dominieren, beruht.

Hier wird es besonders interessant:

Nur das Ego attackiert. Tatsache ist: Außerhalb der verdrehten, illusorischen Welt des Egos existiert gar kein Angriff. Wenn ich also meinen spirituellen Lehrer angreife, der mir so gnädig zeigt, was ich in mir selbst sehen muss, wenn ich auf ihn oder seine Anhänger mit Zorn, Lächerlichkeit, Hass und Schuld antworte, habe ich in der Tat das Ego gewählt, eingeweiht und eingesetzt in meinem Oval Office. Ich halte den Trugschluss der Getrenntheit lebendig und sorge dafür, dass der Alptraum weitergeht.

Nachtrag vom 17.12.: Der Freitag bezeichnet das von Trump zusammengestellte Kabinett nebst Beratern als Arg oligarchisch und merkt an, dass es sich dabei um "Milliardäre noch und noch" handelt. Damit steht Trump allerdings in sehr guter amerikanischer Tradition – schon der allererste US-Präsident George Washington gehörte zu den Reichsten des Landes. Über John Adams, den zweiten Präsidenten, berichtet Wikipedia "Sein Privatvermögen betrug, umgerechnet auf das Jahr 2010, 19 Millionen Dollar." Nummer drei, Thomas Jefferson, "wurde als Sohn einer wohlhabenden und alteingesessenen Familie in Virginia geboren." Sodann James Madison: "Sein Vater hatte durch Erbschaft und Heirat mit Madisons Mutter ein bedeutendes Vermögen erlangt." Und so weiter und so fort.

Nachtrag vom 19.12.: Fefe hat gerade ein geniales Beispiel dafür ausgegraben, was sich erreichen lässt, indem man mit seinen Gegnern redet. Der schwarze Pianist Daryl Davis hat den Ku Klux Klan in Maryland aufgelöst. Davis äußert sich auch zu Trump:

Davis hat Trump zwar nicht gewählt, aber glaubt überraschenderweise, »dass Trump das Beste ist, was diesem Land passieren konnte. Er bringt die Hässlichkeit des Landes zum Vorschein.« Nun könne niemand mehr die Augen vor dem grassierenden Rassismus verschließen.

Und er betont, wie wichtig Dialog außerhalb der eigenen Filterblase ist:

»Ich halte an meinen Ansichten fest und respektiere ihr Recht, ihre Ansichten auszudrücken. In diesem Land haben wir das Recht zu hassen, aber wir haben nicht das Recht, andere zu verletzen.« Aber musste er sich denn gleich die schlimmsten Rassisten für seinen Selbstversuch aussuchen? Ausgerechnet die gewaltbereiten, die es genießen, Terror zu verbreiten? Die Begegnungen hätten ja auch anders ausgehen können – Davis hätte seine Dialogbereitschaft durchaus mit dem Leben bezahlen können.
Gerade da sei der Dialog am allerwichtigsten, findet Davis. »Wenn man nur zu den Leuten predigt, die ohnehin die eigenen Ansichten teilen, was soll dann dabei heraus kommen? Ich kann mich mit anderen Menschen zusammensetzen, die keine Rassisten sind, und wir können uns darüber unterhalten, wie schlimm Rassismus ist, aber verändern tut sich dadurch nichts.«

Andererseits, wer so Klavier spielt, hat auch gute Karten, mit Rassisten ins Gespräch zu kommen:

Weiterer Nachtrag vom 19.12.: Es könnte tatsächlich sein, dass Trumps Leute versuchen, den Goldstandard wieder einzuführen. Nächstes Jahr wird mindestens genau so spannend wie dieses…

Nachtrag vom 20.12.: Donald Trumps Kabinett ist das mit Abstand reichste in der Geschichte der USA. Einer Rechnung zufolge besitzen seine designierten Minister mehr Vermögen als ein Drittel der US-Bevölkerung zusammengenommen.

Nachtrag vom 21.12.: FIfF äußert sich differenziert zur Digitalcharta; siehe auch Alternativlos Folge 38 (Frank Rieger hat an der Charta mitgearbeitet).

Nachtrag vom 23.12.: John Higgs sagt in einem Interview über Robert Anton Wilson:

In the modern internet world you have what I talk about as the 'War of the Certain': people insisting that their absolutist viewpoint, in 140 characters, is exactly the right way to think, and anyone who doesn't agree with them is terrible. If you've grown up reading Robert Anton Wilson this is awful. Having all of these certain people with no nuance or doubt, and no understanding of multiple model agnosticism, is not going to go anywhere good. And I figured if more people were into Robert Anton Wilson and reading his books, it would be a better world and I'd like it more!

Und weiter:

The importance not only of not falling for other peoples' bullshit, or their belief systems, but also of not falling for your own, is massively useful. It just makes life much more enjoyable and pleasurable. He's one of those authors where the twenty-first century would be much improved if he got his due.

Und noch ein schöner Artikel mit Videos: The Wisdom of Robert Anton Wilson: A Tonic for the Internet Age. Auch darin kommt John Higgs vor, der u.a. folgendes sagt:

And the fact that the underlying principle of Robert Anton Wilson's philosophy is "I know I'm wrong, I want to be less wrong", is very different to now, our current internet culture, where the underlying philosophy is "I'm right, and I want you to know that". And if you go onto any internet discussion, or debate, or things like that, you find people declaring certainties loudly, people with very fixed positions that they can express in 140 characters, that they hunker down and defend, and don't listen to anything else, and attempt to drown out all the others. That's so different to Robert Anton Wilson: he believed – hang on, the word believe is difficult with Bob – he thought that what you believed imprisoned you, he thought convictions create convicts.

Nachtrag vom 28.12.: Bei Paul Craig Roberts findet sich eine stark vom üblichen abweichende Darstellung des ehemaligen US-Präsidenten Reagan und des Zusammenbruchs der Sowjetunion.

Reagan had no intention of dominating the Soviet Union or collapsing it. Unlike Clinton, George W. Bush, and Obama, he was not controlled by neoconservatives. Reagan fired and prosecuted the neoconservatives in his administration when they operated behind his back and broke the law.

Der Roberts scheint da echt aus dem Nähkästchen zu plaudern:

The US military/security complex did not want Reagan to end the Cold War, as the Cold War was the foundation of profit and power for the complex. The CIA told Reagan that if he renewed the arms race, the Soviets would win, because the Soviets controlled investment and could allocate a larger share of the economy to the military than Reagan could.
Reagan did not believe the CIA’s claim that the Soviet Union could prevail in an arms race. He formed a secret committee and gave the committee the power to investigate the CIA’s claim that the US would lose an arms race with the Soviet Union. The committee concluded that the CIA was protecting its prerogatives. I know this because I was a member of the committee.

Aufhänger seines Artikels ist die Ansage des Kriegsverbrechers Henry Kissinger, Donald Trump möge sich mit Russland gegen China verbünden.
Auf Alles Schall und Rauch lese ich nun, dass sich die Chinesen ausgerechnet von Kissinger über Trump informieren lassen. Bloomberg bestätigt. Verrückte Welt.

Nachtrag vom 03.01.2017: Ein US-amerikanischer Anwalt nennt 5 Gründe, warum er Donald Trump seine Stimme gab.

Nachtrag vom 08.01.2017: Endlich komme ich mal dazu, in den Vortrag von Daniel Suarez beim Symposium re:claim autonomy reinzuschauen. Auch ihm geht es darum, wie Social Media den confirmation bias verstärken. Denn es geht den sozialen Medien ja ausschliesslich darum, dass ihre Nutzer möglichst viel Zeit darin verbringen. Zugespitzt:

Social Media – Dein ganz persönlicher Ponyhof! ;-)

Oder auch:

Social Media – Deine rosa Brille fürs Internet!

Dieser Suarez ist allerdings (wie Fefe) in Spiral Dynamics-Kategorien sehr orange unterwegs. Wobei er auch ziemlich szientistisch rüberkommt, wenn er wieder und wieder von (wissenschaftlichen) "Fakten" spricht. Seit Popper sollte einem Wissenschaftler doch klar sein, dass so etwas nicht existiert, sondern nur Hypothesen, Theorien und Modelle.

Viel interessanter finde ich den an Suarez anschließenden Vortrag von Jan Kalbitzer, der auf die zunehmende Emotionalität in den Filterblasen eingeht; womit wir wieder beim emotionalen Mittelalter wären. Zur Makellosigkeit eines Kriegers gehört vor allem, nüchtern zu bleiben angesichts dessen, was um einen herum (wie auch in einem drin) abgeht.
Der Kalbitzer arbeitet übrigens am Zentrum für Internet und seelische Gesundheit an der Charité. Ja, so was gibt's tatsächlich!

Kalbitzer spricht oft von "we", z.B. "we can decide how we use the Internet". Dabei ignoriert er völlig, wie sich dieses Wir konkret zusammensetzt, wen es einschließt und wen es auschließt. Larry Page und Sergey Brin entscheiden wesentlich mehr darüber, wie "wir" das Internet nutzen, als du und ich. Das nur mal als ein Beispiel. Die NachDenkSeiten sprechen vom Daten-Kartell.

Nachtrag vom 09.01.2017: Oh Mann, ich hab grad erst vor kurzem Tichys Einblick per RSS abonniert (neben vielen anderen Seiten verschiedenster Richtung), jetzt machen Leute Progrome gegen ihn und gegen XING, das manche jetzt schon als "neurechtes Netzwerk" bezeichnen (es handelt sich dabei nicht um Linke). Meinungsfreiheit, my ass!
Oh, und ich habe auch gleich den Feed von Metronaut abonniert.

Nachtrag vom 16.01.2017: Die weitgehend unbekannte Geschichte des Begriffs "politisch korrekt" (PC).

Weiterer Nachtrag vom 16.01.2017: Paul Newsman – Schreib deinen eigenen Fake Zeitungsartikel. Fefe ist voll drauf reingefallen. Heil Eris! All Heil Discordia!

Nachtrag vom 18.01.2017: John Higgs schreibt über das Vermächtnis von Robert Anton Wilson, speziell über Operation Mindfuck und dass diese inzwischen "gesiegt" hat. Willkommen im postfaktischen Zeitalter! Unsere Kultur ist in Chapel perilous angekommen. Dabei haben wir nun als Kultur die Wahl zwischen Agnostizismus und Paranoia. Ersteres erfordert, unsere Selbstwichtigkeit zu verlieren. Danach sieht es zur Zeit kollektiv eher weniger aus.
Deshalb gilt für DiscordierInnen: Operation Mindfuck ist abgeschlossen, jetzt geht's um Operation Mindfix.

Nachtrag vom 19.01.2017: Jonathan Kirshner kommt in seinem Artikel America, America zu einem gravierenden Fazit:

And so the election of Trump will come to mark the end of the international order that was built to avoid repeating the catastrophes of the first half the twentieth century, and which did so successfully — horrors that we like to imagine we have outgrown. It will not serve us well.

Nachtrag vom 25.01.2017: The Brexit-Trump Syndrome: It’s the Flawed Economics, Stupid.

Nachtrag vom 31.01.2017: Trump scheint sich grob an Erdogan zu orientieren gerade, er säubert die Administration.

Nachtrag vom 09.02.2017: Houssam Hamade plädiert für den Dialog mit Konservativen und erkennt die eigenen linken Grenzen an:

Ein Argument haben Konservative uns Linken beispielsweise voraus: Sie verstehen, dass die Welt in vielen Fällen keine mathematisch saubere Lösung bereithält. Eine sinnvolle Lösung, die für alle gut ist, ist oft nicht menschenmöglich. Warum sollte es auch anders sein? Dazu müsste es ja eine übermenschliche Kraft geben, die eine letztendlich harmonische Ordnung geschaffen hat, in die wir uns nur fügen müssten, indem wir die richtigen “Regeln” befolgen. Die Welt ist aber in Wirklichkeit chaotisch und kann sehr grausam sein.

Darum ist das Verlangen der Konservativen nach Stabilität gar nicht so blöd. Wir Linken neigen dagegen dazu, die gute Weltformel herbeizuwünschen, die alles Böse aus der Welt vertreibt.

Nachtrag vom 04.04,2017: Norbert Bolz holt im Telepolis-Interview weit aus:

Wirklichkeitskonstruktion ist ja nicht nur ein Problem der Medien. Es gibt keinen unmittelbaren Zugang zur Wirklichkeit. Wir alle gehen konstruktiv und präventiv an die Realität heran. In gewisser Weise sieht und erlebt jeder immer nur das, was er sehen und erleben will. Bei Massenmedien kommt allerdings die fast unentrinnbare Suggestion hinzu, sie würden tatsächlich objektiv zeigen, was ist. Aber im Grunde ist das unproblematisch, denn wir haben ja eine Vielzahl von Informationsquellen. Und ich würde empfehlen, keiner dieser Quellen eine besondere Autorität einzuräumen. Auch den wissenschaftlichen nicht!

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