Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Auch mal zusammenbrechen

2019-01-4

Bei der letzten Schwitzhütte habe ich in der Weggebe-Runde meine hohen Ansprüche weggegeben.
Als ich mich gestern mal wieder den Tag über mit Kopfschmerzen rumschlug, wurde mir klar, dass das auch für meinen Anspruch gilt, Spannungen auszuhalten. Wenn mir die Spannung zu viel wird, darf ich auch mal zusammenbrechen. Das heisst ja nicht, dass ich das bei der kleinsten Kleinigkeit schon tue. Ich muss mich aber auch nicht unnötig quälen. Und ich glaube auch nicht, dass das meine Makellosigkeit schmälert. Eher würde ich das tun, wenn ich übermäßig hart zu mir selbst wäre.
Und als Regenbogenkrieger hole ich mir ohnehin Unterstützung, sobald mir etwas zu viel wird.

In diesem Sinne: Giving Up Everything.

Siehe auch Pleite als Metamorphose?, Aufgeben ist eine wichtige Konfliktlösungsstrategie und Sterben lassen.

Wir sind kollektiv bescheuert – und suizidal

2018-12-29

Mit meiner Oya-Lektüre hinke ich inzwischen eine Ausgabe hinterher, ich bin bei Nr. 50 "Landfürsorge".
Dazu passend habe ich mir gestern die Dezember-Anstalt mit dem Thema Fleisch-Industrie angesehen. Darin wird die Misere überdeutlich, wenn auch, wie meist in der Anstalt, kein Ausweg daraus gezeigt wurde. Den liefert dafür die Oya, z.B. mit dem Artikel Die Grasfresser wieder zu Landschafts-Gärtnern machen.
Im Artikel Handle with (Agri-)Care! fasst Ute Scheub knapp zusammen, was auch in der Anstalt gezeigt wurde:

Hauptverantwortlich für die Erdüberhitzung ist die Agro­industrie: die Pestizid- und Chemiedünger-Hersteller, Massen­tierhalter, Lebensmittelkonzerne, Landmaschinenbauer, Plantagenbesitzer und Herrscher der Mono- und Reinkulturen. Zusammengerechnet ergibt ihr Ausstoß an Treibhausgasen ungefähr die Hälfte aller klimarelevanten Emissionen. Um nur einen Teil der von ihnen verursachten Schäden aufzuzählen: Pestizide, Kunstdünger und tiefes Pflügen töten Bodenleben und Artenvielfalt; der aus dem Humus freigesetzte Kohlenstoff oxidiert in der Luft zu CO2. Schwere Maschinen verdichten den Boden, so dass Lachgas freigesetzt wird, 300-mal klimaschädlicher als CO2. Massentierhaltung erzeugt Methan, 25-mal schlimmer als CO2. Gülleverklappung führt zu Nitrat im Grund- und Trinkwasser sowie zu immer größeren »Todeszonen« in den Meeren. Das »Institut für Welternährung« meldete im Juli, die US-Fleisch- und Milchkonzerne JBS, Tyson Foods, Cargill und Dairy Farmers hätten als Brandstifter am Weltklima inzwischen sogar die größten Ölkonzerne überholt.
In Europa gibt die »Gemeinsame Agrarpolitik« der EU vor, wie auf den Höfen zu wirtschaften ist. Ihr Grundproblem ist der Irrglaube, die Landwirtschaft müsse sich nach derselben Rationalisierungs-Logik entwickeln wie die Industrie. Die Brüsseler Subventionen machen gezielt Agroindustrielle noch größer, denn sie richten sich vor allem nach der Flächengröße eines Betriebs. ­Sogar Ackergift-Konzerne wie Bayer erhalten Riesensummen, weil auch sie Flächeneigentümer sind. Umgekehrt mussten Hunderttausende von kleinen Höfen und Familienbetrieben aufgeben, weil nach dem Motto »Wachse oder weiche!« nur die Größten und Fettesten überleben. Das führt zu immer höheren Betriebskonzentrationen mit spezialisierten Mono- und Reinkulturen. Immer weniger Menschen arbeiten mit immer schwereren Maschinen auf immer öderen Äckern.
Politisch gewollt wurden auf diese Weise Lebensmittel billiger gemacht, um so Kaufkraft für Industrieprodukte freizusetzen; sie enthalten dafür aber mehr Gifte und weniger Nährstoffe. Die EU exportiert ihre Lebensmittelüberschüsse in südliche Länder, ruiniert dort die Marktpreise für Kleinbauern und schafft damit Fluchtursachen. Und hierzulande erstarken Rechts­populisten in den ausgeräumten ländlichen Regionen, weil dort junge Männer kaum mehr Perspektiven haben. Wenn Agro-Angestellte Lebewesen wie tote Dinge behandeln und gleichzeitig selbst wie tote Dinge behandelt werden, erzeugt das Beziehungslosigkeit und Angst gegenüber allem Lebendigen und Vielfältigen – und in der Folge oftmals Hass auf alles Fremde und vermeintlich Bedrohliche. Monokulturen auf den Feldern verursachen Monokulturen in den Köpfen.

Kurz gesagt: Wir Menschen benehmen uns kollektiv total bescheuert, und mehr als das, wir zeigen deutliche suizidale Tendenzen. Diese "Strategie" ist hervorragend geeignet, um uns selbst in kurzer Zeit auszurotten.

Dabei sind die Auswege doch bekannt, und zwar schon sehr lange. Die aktuelle Oya 51 "Garten Erde" berichtet beispielsweise von Waldgärten als den wohl ältesten Anbausystemen der Menschheit.

Wir müssten die Auswege "nur" benutzen. Und da liegt eben der Hund begraben – das tut kaum jemand, weil es sich für die Einzelnen nicht lohnt. Damit wären wir wieder bei meinem Lieblingsthema, dem lebensförderndem Anreizsystem.

Übrigens ist dieser Beitrag eine Ergänzung zu Wir sind nicht zu viele - Wir sind nur zu blöd!.

Nachtrag vom 31.12.: Dieser Beitrag ist nebenbei auch eine Ergänzung zu Wir ziehen uns buchstäblich selbst den Boden unter den Füßen weg.
Siehe auch Humusrevolution – Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen können und Aufbauende Landwirtschaft – Boden wieder gut machen. Methoden einer regenerativen Agrarkultur.

Soll mein Blog postmodern werden?

2018-12-7

Der tiefere Hintergrund dieser Frage ist die ausufernde Anzahl an Tags, die ich über die Jahre hier eingeführt habe, um die Beiträge thematisch einzuordnen.
Durch die Känguru-Chroniken wissen wir, dass die einzig relevante Unterscheidung der Postmoderne lautet: Witzig oder nicht witzig.

Was haltet ihr also davon, ich würde alle bisherigen Tags löschen und nur noch 2 an ihre Stelle setzen: eben witzig und nicht witzig?

Der Haken an der Gewaltenteilung

2018-12-6

Zuerst mit der Französischen Revolution, dann mit der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung hielt das Prinzip der demokratischen Gewaltenteilung Einzug in die Staatsorganisation. Die Idee ist auch ganz schön und sinnvoll, hat aber einen großen Haken: Wenn es hart auf hart kommt, dann bleibt nur noch eine Gewalt übrig, nämlich die, die die Waffen hat – die Exekutive. Oder habt ihr schon mal was von einem Parlaments- oder Gerichts-Putsch gehört?

Dieses Thema ist in Deutschland gerade hochaktuell wegen der Ermittlungen in Bundeswehr und Geheimdiensten (siehe dazu auch aktuell Wie sich europäische Geheimdienste in „Gruppen“ und „Clubs“ organisieren) nach einer vermuteten rechtsextremen Schattenarmee.
Schaut man sich das Organigramm des "Veteranenvereins" Uniter e.V. an, dann sieht das doch sehr nach einer Schattenregierung aus, also danach, dass sie am "Tag X" des von ihnen vorhergesehenen gesellschaftlichen Zusammenbruchs alle Schaltstellen übernehmen wollen.

Was tut eine "wehrhafte Demokratie", von der mein Gemeinschaftskunde-Lehrer immer sprach, in so einem Fall? Bisher erschreckend wenig. Die Kommentare zu dem Welt-Artikel über die Ermittlungen gegen den Verein lassen auch nicht gerade Hoffnung aufkommen.

Übrigens: Schon im Jahr 2007 stellten der GSG-9-Gründer Ulrich Wegener und der ehemalige KSK-Kommandeur Reinhard Günzel in ihrem Buch Geheime Krieger das KSK und die GSG-9 in die Tradition der Wehrmachts-Division Brandenburg. Beim Buchdienst der Jungen Freiheit gibt's das Buch derzeit nicht, aber da könnt ihr euch den Titel angucken.

In der Bundeswehr-Serie KSK auf YouTube kommt immer wieder vor, dass bestimmte Details "natürlich nicht gezeigt werden können", wegen der Geheimhaltung. Aus Sicht einer solchen Truppe ist das auch ganz folgerichtig, birgt aber das generelle Problem von Geheimhaltung in einer Demokratie. Das verträgt sich nämlich ganz grundsätzlich nicht.

Vergleiche im übrigen meine Theorie einer strukturellen Weltverschwörung, für die die Schattenarmee-Ermittlungen ein weiterer Beleg sind.

Nachtrag vom 11.02.2019: Plant Uniter den politischen Zusammenbruch Deutschlands?

Nachtrag vom 11.03.2019: Gegen die russischen Speznas ist das KSK ein Kindergarten.

Automatisierung: Warum der Kapitalismus das Grundeinkommen braucht

2018-11-29

Mensch, Mensch, Mensch. Statt zu schlafen, schreibe ich jetzt schon den 2. Beitrag zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen. Im letzten Beitrag Finanzierbarkeit/Kosten des bedingungslosen Grundeinkommens hatte ich das Buch Arbeitsfrei von Constanze Kurz und Frank Rieger erwähnt. Ich habe es nicht gelesen, kann mir allerdings ganz gut vorstellen, was drin steht.

Jedenfalls ist mir jetzt klar geworden, warum in Zeiten zunehmender Automatisierung der Kapitalismus ein Grundeinkommen braucht, um weiter existieren zu können:
Durch ebenjene Automatisierung braucht der Kapitalismus immer weniger menschliche Arbeitskräfte, um die gleiche Menge (oder sogar mehr) Zeug herzustellen. Solange allerdings Arbeit und Einkommen noch aneinander gekoppelt sind, heisst das auch, dass die Masse der Menschen immer weniger Einkommen zur Verfügung hat. Und Einkommen braucht der Kapitalismus aber, damit die Leute das ganze viele Zeug auch kaufen und damit konsumieren können.
Das haben die Menschen bei allem KI-Hype den Maschinen nämlich voraus: Sie können Dinge produzieren und konsumieren. Maschinen können nur Dinge produzieren aber eben gerade nicht konsumieren. (Oder? s.u.)

Ein einzelner Kapitalist kann sich noch freuen, dass er immer weniger Menschen bezahlen muss, um seine Produkte herzustellen. Alle Kapitalisten zusammen haben damit aber ein Problem: Immer weniger Leute können ihnen ihr Zeug abkaufen.

Aus genau diesem Grund werden immer mehr Kapitalisten zu Grundeinkommens-Fans: Das Grundeinkommen erhält ihnen die Konsumenten, die ihre Produkte kaufen.

Das gibt dem Ganzen einen, hmm, sagen wir mal, seltsamen Beigeschmack…

In Marc-Uwe Klings dystopischem Roman QualityLand gehen übrigens sogar schon die Roboter einkaufen. ;-)

Nachtrag vom 10.12.: Adam Curtis sagt in einem sehr lesenswerten Interview mit dem Economist:

I’ve always thought that most people’s jobs aren’t their real jobs. Their real job is to go shopping. That’s your function in this society. more

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