Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.
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Geldschöpfung aus dem Nichts - eine Luftnummer?

2013-05-25

Gefährliches Halbwissen Teil 2 - nachdem ich dank Renée Menéndez das Konzept des Vollgeldes als Murks erkannt habe, geht es nun dem Fiat Money an den Kragen - der Vorstellung, Banken könnten Geld beliebig aus dem Nichts schöpfen.
Zunächst haben wir bei Renée Menéndez gelernt, dass private Geschäftsbanken ohnehin kein Geld im Sinne von Zentralbankgeld erzeugen können, sondern lediglich Geldforderungen.

Ganz wichtig ist, bei allen Überlegungen über das Geldsystem zwischen Geldvermögen einerseits und Zahlungsmitteln andererseits zu unterscheiden. Ich zitiere von pinkepinke.net:

Bei Transaktionen, die das Geldvermögen verändern, handelt es sich entweder um Einnahmen oder um Ausgaben.
Sie sind terminologisch scharf von Zahlungs-Ein-/-Ausgängen zu trennen. Nur bei Barkauf (Barverkauf) fallen zufällig Ausgaben und Zahlungsausgang (Einnahmen und Zahlungseingang) zusammen.

Und weiter:

Bei der Geldschöpfung (Zahlungsmittelerzeugung) wird also von der Bank immer ein Kreditverhältnis dokumentiert, zusätzlich von ihr mit Eigenkapital besichert und abgewickelt.

Ich muss in dem Zusammenhang auch sagen, dass ich Jens Berger von den Nachdenkseiten Unrecht getan habe, seine Darstellung der Geldschöpfung trifft die Realität, im Gegensatz zu dem was z.B. Dirk Müller von sich gibt. "Aus dem Nichts" schöpfen Banken lediglich Zahlungsmittel, an den Geldvermögen ändert sich damit zunächst nichts. Das passiert erst beim Bezahlen.

Mir ist aber auch klar geworden, dass in Sachen Geldschöpfung sogar eine doppelte Verwirrung bzw. Verirrung herrscht.

  1. Im Alltag und in der Schule wird uns nämlich die vollkommen irrige Vorstellung beigebracht, dass Banken das Geld der Sparer weiter verleihen.
  2. Die immer noch irrige Vorstellung von Fiat Money als "Geld aus dem Nichts" räumt mit diesem verbreitetsten Irrtum auf, bleibt jedoch immer noch dem Glauben verhaftet, Sparen sei etwas Lobenswertes und volkswirtschaftlich Sinnvolles.

Der am Ende des Beitrags über Vollgeld bereits angesprochene Jörg Buschbeck hat sich ebenfalls ausführlich über den vermeintlichen Skandal der Geldschöpfung der Banken ausgelassen.

Tja, da hab ich doch vor wenigen Stunden noch Stephan Goldammer retweetet:

Für ein gutes Argument bin ich bereit meine gesamten Überzeugungen über Bord zu werfen.

So be it! :)

Bleibt noch die Frage nach Zins und Zinseszins nebst dem damit - vermeintlich? - einhergehenden Wachstumszwang. Aber dazu höre ich mir ein andermal den Mumble-Mitschnitt der Geldsystempiraten an. Für heute gehe ich erst mal schlafen. Gute Nacht!

3 Responses to Geldschöpfung aus dem Nichts - eine Luftnummer?

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3 Comments

  • ...

    Wie eben schon gesagt...

    https://plus.google.com/u/0/113468403201697228884/posts/7YkUDDKZS74

    Ich zweifle am Sinn des Spiels.

    Warum überhaupt Geld, wenn Informationen in der Computervernetzung überall vermittelt und verfügbar gemacht werden können?!
    Wer braucht Geld und wozu?

    Wenn wir Pflichten und Obligationen ("Schuld/ Schulden?") und gegenseitiges Engagement jeweils ohne weiteres faktisch dokumentieren und vermitteln können, wozu müssen wir uns dann noch mit der Idee von Geld herumschlagen?

    DAS ist für mich der springende Punkt.
    Nicht wie man Geld implementieren sollte, SONDERN: Ob das überhaupt sinnvoll ist, sollten wir überlegen.

    Ist das nicht verrückt, dass sich nicht einmal Experten auf eine sinnvolle und unmissverständliche Definition von Geld einigen können..?

    Geld ist wirklich Irrsinn.
    Alleine die Idee von Geld projiziert eine fatale, verrückte Komplikationsebene auf unsere Gesellschaft.

    Wir sollten meiner Ansicht auch bloß keine falsche "Rücksicht" nehmen, auf Menschen, die noch nicht "bereit" sind, von der Idee des Geldes loszulassen.

    Einfach Kreise bilden in denen man sich jenseits der Rituale und Konventionen der Vermarktung arrangiert.

    Die essenzielle gesellschaftliche Frage kann viel besser direkt mit faktischer Information in freier (souveräner, plattformunabhängiger) Vernetzung beantwortet werden.

    Faktisch dokumentieren, was passiert... alles andere ist Ableitung.

    #762 | Comment by Manu am Mai 25, 2013 03:56am
  • Hallo Manu, wenn wir, wie du schreibst, keine falsche "Rücksicht" nehmen, auf Menschen, die noch nicht "bereit" sind, von der Idee des Geldes loszulassen. - dann sind wir ziemlich allein auf weiter Flur... Gesellschaftliche Veränderung wird sich auf die Art nicht erreichen lassen. Grundsätzlich gebe ich dir ja Recht, aber es sollte halt schon praktikabel sein.

  • Das Zitat habe ich (sinngemäß) von Nicolas Hofer übernommen (Er ist glaube ich jetzt bei den [Geldsystem]Piraten).

    Minute 09:30

    http://www.youtube.com/watch?v=jnc8OCEgk9Y

    Das (ganze) Interview (6 Teile) ist sehr empfehlenswert, weil Nicolas Hofer hier seine persönliche Entwicklung beschreibt, vom Beginn seiner Beschäftigung mit dem Geldsystem, seinem Wirtschaftsstudium und wie er seine damaligen Gedanken und Äußerungen heute (anders) betrachtet. [Aber: Die Plattform „iknews“ ist keine seriöse Quelle, schon gar nicht Quelle der Weisheit, man muss, wie immer, differenzieren, Wahrheit von Dichtung trennen, Selbst nachdenken und immer wieder seine eigene Meinung überprüfen.] Hofer beschreibt diesen Prozess sehr gut.

    Zinserklärung => Ich erhalte (neugeschöpfte) 100 Euro durch Kredit bei der Bank. Die 5 Euro Zins sind in diesem Moment nicht vorhanden. Ich muss deshalb ein Produkt oder eine Arbeitsleistung anbieten, die andere so gut finden, dass diese bereit sind, sich wiederum selbst in Höhe von 5 Euro zu verschulden und mir das Produkt abzukaufen. Dann zahle ich diese 5 Euro an die Bank.

    Nun muss der Bankeigentümer dem „anderen“ ein Produkt abkaufen und die 5 Euro Kredit des „anderen“ können getilgt werden und verschwinden.
    Sicher, der „andere“ zahlt wiederum Zinsen, aber 5% von jetzt nur noch 5 Euro sind… ...Rechnen kann ja jeder selbst.

    Der Zins ist also unproblematisch. Wie sehen Sie das?


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