Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Free Julian Assange!

2019-11-7

Diesen Bericht zu lesen, hat mich zutiefst erschüttert. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, Einzelheiten zu zitieren, das ganze "Gerichtsverfahren" (man muss das Wort in diesem Fall in Anführung setzen) ist einfach unfassbar. Die pure staatliche Willkür, und eine Machtdemonstration der USA.

Mir bleibt gerade nur, Matt Taibbis Forderung zu bekräftigen: Julian Assange Must Never Be Extradited.

Und Roger Waters hat im September vor dem Gefängnis, in dem Assange sitzt, Wish you were here gesungen. Recht hat er.

Auch Paul Craig Roberts fordert: We must act now to save Julian Assange and the Rule of Law.

Und bei Telepolis gibt es mehr Hintergründe zu dem Ermittlungsverfahren in Spanien.

Nachtrag vom 08.11.: Und ich frage mit John Pilger Did this happen in the home of Magna Carta?

Nachtrag vom 17.11.: Unterstützung für Julian Assange konsolidiert sich.

Nachtrag vom 29.12.: Auch beim 36C3 war der Fall Assange Thema – The Case Against WikiLeaks: a direct threat to our community.

Nachtrag vom 10.01.2020: Der deutlich gruseligere Vortrag beim 36C3 ist der von Andy Müller-Maguhn über die Überwachung der ecuadorianischen Botschaft. Der hat mich nun auch dazu gebracht, 1.000 € an die Wau-Holland-Stiftung zu spenden.

Ich möchte übrigens in dem Zusammenhang noch mal daran erinnern, dass der IWF Ecuador am 21. Februar 2019 einen 4,2 Mrd. $-Kredit gewährt hat – gerade mal 49 Tage bevor Ecuador das Asyl für Assange aufgehoben hat. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Nachtrag vom 06.02.2020: Der UN-Sonderberichterstatter über Folter Nils Melzer klagt an im Interview mit der Schweizer Zeitung "Republik" – «Vor unseren Augen kreiert sich ein mörderisches System». Auf die Frage "Warum haben Sie sich denn nicht viel früher mit dem Fall befasst?" antwortet er:

Stellen Sie sich einen dunklen Raum vor. Plötzlich richtet einer das Licht auf den Elefanten im Raum, auf Kriegs­verbrecher, auf Korruption. Assange ist der Mann mit dem Schein­werfer. Die Regierungen sind einen Moment lang schockiert. Dann drehen sie mit den Vergewaltigungs­vorwürfen den Lichtkegel um. Ein Klassiker in der Manipulation der öffentlichen Meinung. Der Elefant steht wieder im Dunkeln, hinter dem Spotlight. Stattdessen steht jetzt Assange im Fokus, und wir sprechen darüber, ob er in der Botschaft Rollbrett fährt, ob er seine Katze richtig füttert. Wir wissen plötzlich alle, dass er ein Vergewaltiger ist, ein Hacker, Spion und Narzisst. Und die von ihm enthüllten Missstände und Kriegs­verbrechen verblassen im Dunkeln. So ist es auch mir ergangen. Trotz meiner Berufs­erfahrung, die mich zur Vorsicht mahnen sollte.

Und jetzt haltet euch fest:

Assange hat sich mehrfach bei den schwedischen Behörden gemeldet, weil er zu den [Vergewaltigungs-] Vorwürfen Stellung nehmen wollte. Die Behörden wiegelten ab.

Was heisst das: Die Behörden wiegelten ab?
Darf ich von vorn beginnen? Ich spreche fliessend Schwedisch und konnte deshalb alle Original­dokumente lesen. Ich traute meinen Augen nicht: Nach Aussagen der betroffenen Frau selber hat es nie eine Vergewaltigung gegeben. Und nicht nur das: Die Aussage dieser Frau wurde im Nachhinein ohne ihre Mitwirkung von der Stockholmer Polizei umgeschrieben, um irgendwie einen Vergewaltigungs­verdacht herbeibiegen zu können.

Weiteres Detail:

S. W. hat Julian Assange gar nicht der Vergewaltigung bezichtigt. Sie weigert sich, die Einvernahme weiterzuführen, und fährt nach Hause. Trotzdem erscheint zwei Stunden später im «Expressen», einer schwedischen Boulevard­zeitung, die Titel-Schlagzeile: Julian Assange werde der doppelten Vergewaltigung verdächtigt.

(Hervorhebung von mir)

Diesen Absatz muss ich unbedingt auch zitieren:

Wir müssen aufhören zu glauben, dass es hier wirklich darum gegangen ist, eine Untersuchung wegen Sexual­delikten zu führen. Was Wikileaks getan hat, bedroht die politischen Eliten in den USA, England, Frankreich und Russland gleichermassen. Wikileaks veröffentlicht geheime staatliche Informationen – sie sind «Anti-Geheimhaltung». Und das wird in einer Welt, in der auch in sogenannt reifen Demokratien die Geheim­haltung überhand­genommen hat, als fundamentale Bedrohung wahrgenommen. Assange hat deutlich gemacht, dass es den Staaten heute nicht mehr um legitime Vertraulichkeit geht, sondern um die Unter­drückung wichtiger Informationen zu Korruption und Verbrechen.

Lest das ganze Interview. Setzt euch dabei stabil hin & nehmt euch Zeit. Es ist wichtig.

Und ich verlinke Assanges Essays über Verschwörungen, die seine Haltung skizzieren, die ihn zur Gründung von Wikileaks gebracht hat. Außerdem noch die letzte Version seiner Website im Internet Archive.

Nachtrag vom 08.02.2020: Es gibt einen Appell, Assange freizulassen, der von über 100 deutschen Prominenten unterzeichnet wurde, darunter mehrere ehemalige Bundesminister und Leute wie Jakob Augstein, Volker Pispers, Sebastian Krumbiegel oder Ranga Yogeshwar.

Nachtrag vom 18.02.2020: Die Doctors for Assange warnen:

We have real concerns, on the evidence currently available, that Mr Assange could die in prison

Das haben sie nun auch im renommierten Medizin-Journal The Lancet geschrieben, und mehr:

Since doctors first began assessing Assange in the Ecuadorian Embassy in 2015, expert medical opinion and doctors' urgent recommendations have been consistently ignored. Even as the world's designated authorities on arbitrary detention, torture, and human rights added their calls to doctors' warnings, governments have sidelined medical authority, medical ethics, and the human right to health. This politicisation of foundational medical principles is of grave concern to us, as it carries implications beyond the case of Assange. Abuse by politically motivated medical neglect sets a dangerous precedent, whereby the medical profession can be manipulated as a political tool, ultimately undermining our profession's impartiality, commitment to health for all, and obligation to do no harm.

Should Assange die in a UK prison, as the UN Special Rapporteur on Torture has warned, he will have effectively been tortured to death. Much of that torture will have taken place in a prison medical ward, on doctors' watch. The medical profession cannot afford to stand silently by, on the wrong side of torture and the wrong side of history, while such a travesty unfolds.

Nachtrag vom 20.02.2020: Die Linksfraktion im Bundestag hat Julian Assange, Chelsea Manning und Edward Snowden für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Weiterer Nachtrag vom 20.02.2020: Die Seite Candles4Assange sammelt Mahnwachen und Petitionen für Julian.

Edward Snowden bei Joe Rogan

2019-11-6

Ein absolutes Must see (knapp 3 Stunden):

Inzwischen gehe ich nicht mehr davon aus, dass Snowden immer noch für die NSA arbeitetmore

Google Webfonts durch die Hintertür

2019-10-26

Es ist doch zum Kotzen! Da macht man sich alle Mühe, Google Webfonts lokal zu hosten und bindet vermeintlich vorbildlich datenschutzkonform ein YouTube-Video von youtube-nocookies.com ein, und was muss ich im Wasserfall sehen? Die Seite bindet, ohne mich zu fragen, die Google Webfont Roboto ein. (nicht mein Blog hier, sondern eine andere Seite, die ich verwalte)

Des Rätsels Lösung: das YouTube-Einbette-Skript von Google macht das. Scheißverein!!

Psiram ist genau so wenig eine seriöse Quelle wie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten

2019-10-25

tl;dr Medienkompetenz tut not, ich erinnere in dem Zusammenhang an Robert Anton Wilsons Rezept zum Ausbruch aus der Filterblase.

Weil auch innerhalb von Extinction Rebellion an manchen Stellen Psiram als "Informationsquelle" benutzt wird, sehe ich in diesem Punkt akuten Aufklärungsbedarf. Denn bei Psiram schreiben die Autor*innen anonym, wodurch es keinerlei Möglichkeit gibt, deren eigene Interessen beim Veröffentlichen von Artikeln abzuschätzen. Und das ist für mich ein entscheidendes Kriterium für Seriösität von Medien.

Aus diesem Grund binde ich die 8 Gründe, warum ich "Deutsche Wirtschafts Nachrichten" nicht lese ein, die schon 5 Jahre alt sind:

Wohlgemerkt, es geht nicht um die Inhalte dieser Medien; es kann durchaus sein, dass Aussagen aus den Deutschen Wirtschafts Nachrichten oder von Psiram auch anderswo zu finden sind. Einzelne Aussagen können durchaus zutreffen. Der Punkt ist allerdings, dass ich wegen der Anonymität des Mediums keinen Anhaltspunkt habe, ob was dort steht zutrifft und vor allem wem die veröffentlichen Aussagen dienen. Unter dem Deckmantel der Anonymität kann man seine Feinde ganz ungeniert denunzieren.
Da ich als Leser keine Möglichkeit habe zu unterscheiden, ob da gerade jemand denunziert wird oder ernsthafte Kritik geäußert, kann ich Psiram & Co. nicht als seriöse Quellen behandeln.

Aus diesem Grund betrachte ich Psiram als eine reine Denunziationsplattform.

Und Psiram ist in gewisser Weise sogar noch schlimmer als 4chan oder Indymedia, wo auch anonym veröffentlicht wird. Bei 4chan ist klar, dass da einfach jedeR irgendwas posten kann, es wird nichts moderiert. Bei Indymedia wiederum bin ich mir ziemlich sicher, dass da jedenfalls nur Linke schreiben, die Strukturen an sich sind bekannt.

Bei Psiram ist zu vermuten, dass es wohl eine irgendwie geartete Redaktion gibt, die ebenso anonym ist, und die nach völlig intransparenten Kriterien entscheidet, was dort veröffentlicht werden darf und was nicht. Daher bin ich mir bei Psiram überhaupt nicht sicher, ob das nicht selber die Querfront ist.

Fazit: Psiram am besten komplett ignorieren.

Türkisches Militär raus aus Rojava!

2019-10-9

Kaum habe ich über die Solidarität mit allen Wesen gebloggt, muss ich noch direkt die Solidarität mit Rojava nachschieben, denn heute hat das türkische Militär einen Großangriff auf Nordsyrien gestartet.

#RiseUp4Rojava!

Nachtrag: Dabei ist es wichtig, sich klarzumachen, dass auch Erdoğan und sein Militär nicht böse, sondern verblendet sind. Oder buddhistisch ausgedrückt: Sie sind vom Geistesgift der Unwissenheit befallen, eine Epidemie, die auch mich & dich jederzeit erwischen kann.

Dennoch braucht es aktuell, um sie zu stoppen, Waffengewalt.

Nachtrag vom 11.10.: Fridays For Future Rojava appelliert an Weltöffentlichkeit

Unsere Realität in Rojava, den kurdischen Gebieten Nordsyriens, unterscheidet sich von der Realität vieler anderer Orte, an denen es FFF-Ortsgruppen gibt. Seit 2012, beginnend mit der Revolution von Rojava, bauen wir gemeinsam ein alternatives Gesellschaftsmodell auf – basierend auf den drei Grundprinzipien Frauenbefreiung, Ökologie und Radikaler Demokratie. In den letzten sieben Jahren sind überall basisdemokratische, selbstverwaltete und ökologische Projekte entstanden: Nachbarschaftsräte – Frauenhäuser – Bildungsakademien – ein alternatives, freies Schulsystem – Wirtschafts- und Landwirtsschafskooperativen und vieles mehr. Alle Bereiche des Lebens werden von Grund auf neu organisiert. Früher wurde alles zentral aus der Hauptstadt Syriens Damaskus geregelt. Jetzt verwalten wir uns selber. In allen entstehenden Strukturen organisieren sich Frauen autonom, um ein Gegenpol zu den Machtstrukturen des Patriarchats zu setzen. […]

In dieser schweren Stunden wenden wir uns euch, liebe Freundinnen und Freunde von Fridays For Future. Für uns ist eine Lösung der ökologischen Krise nur durch Selbstbestimmung möglich. Es braucht eine kooperative Form des Wirtschaftens an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet. Dafür steht die Revolution von Rojava. Zeigt Haltung, diskutiert über das Thema, lasst euch von den Medien nicht täuschen, geht auf die Straße! So lange der Angriff anhält, wird es auf der ganzen Welt zu Aktionen der Solidarität und des Widerstands kommen. Gebündelt werden die Aktionen in der Kampagne #Riseup4Rojava.

FFF Bremen zeigt sich gleich solidarisch mit Rojava.

Nachtrag vom 15.10.: Statement von Make Rojava Green Again – Was können wir als Umweltschützer*innen tun, um den Widerstand im Nordosten Syriens zu unterstützen?

Die Widerstandsbewegung ist auch hier interessant, weil sie alle verschiedenen Bewegungen zusammenführt. In Europa sind die Bewegungen sehr zersplittert. Die Umweltschützer*innen machen ihre Sachen, die Feminist*innen machen ihre Sachen, und alle sind isoliert. Dieser Widerstand gibt Euch die Möglichkeit, all diese Menschen zu treffen und sie an einen Tisch zu bringen. Der Widerstand in Rojava ist ein Kampf für all’ diese Bewegungen. Bringt alle zusammen. Seid kreativ. Wir lieben Euch alle.

Nachtrag vom 18.10.: Die PARTEI sammelt Spenden für Rojava.

Weiterer Nachtrag vom 18.10.: Die Botschaft von Fridays for Future Rojava ist angekommen.

Nachtrag vom 28.10.: Verdammt – Putin-Erdogan-Deal: Wohin die türkische Reise führt.

Nachtrag vom 17.11.: Kontext TV schreibt in Rojava, oder: Die Kunst des Übergangs in einer scheiternden Zivilisation über Die Bedeutung Rojavas in den gegenwärtigen globalen Krisen:

Die 500jährige gewaltsame Expansion der kapitalistischen „Megamaschine“ hat sowohl Gesellschaften als auch den Planet an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Das „Kapitalozän“ hat das sechste große Massenaussterben in der Geschichte der Erde in Gang gesetzt. […]

Vor diesem Hintergrund, könnte es überlebenswichtig werden, von Rojava zu lernen. Denn die Menschen in Rojava haben sowohl auf die Gewalt in der Region als auch auf den Zusammenbruch von Infrastrukturen und Versorgung auf bemerkenswerte Weise geantwortet. Unter extremsten Bedingungen, vom IS auf der einen Seite und der Türkei auf der anderen angegriffen, inmitten von fast einem Dutzend lokaler, regionaler und geostrategischer Kriege, ist es den Frauen und Männern des westlichen Kurdistan gelungen, eine Insel der Selbstbestimmung und echten Demokratie zu schaffen, die zu einem Leuchtturm der Hoffnung für Menschen auf der ganzen Welt geworden ist. Abgeschnitten von globalen und interregionalen Versorgungsketten haben sie damit begonnen, eine Wirtschaft aufzubauen, die auf Kooperativen und kollektiver Entscheidungsfindung basiert.

Das ist umso erstaunlicher, als Krieg in der Regel selbst emanzipatorischen Bewegungen eine militaristische, straff zentralisierte Logik aufzwingt und Selbstorganisation im Namen militärischer Effizienz unterdrückt. Die geschichtlichen Beispiele dafür sind Legion, von der Oktoberrevolution in Russland bis zu vielen Unabhängigkeitsbewegungen und unzähligen Guerillas im Globalen Süden. Selbst wenn der Krieg gewonnen wurde, war er in einem anderen Sinn zugleich verloren, weil die Sieger ihren Gegnern zum Verwechseln ähnlich geworden waren. Die Menschen in Rojava hingegen – ähnlich wie die Zapatisten in Mexiko – haben aus dieser Geschichte gelernt. Inspiriert von den Schriften Abdullah Öcalans (der sich seinerseits auf feministische Theorie, Murray Bookchin, Immanuel Wallerstein und viele andere bezieht), haben sie damit begonnen, nicht nur eine spezifische Form der Macht herauszufordern, etwa den Kapitalismus oder einen bestimmten Staat, sondern die Wurzeln der Herrschaft.

Übrigens gibt es im Zuge des Trump-Impeachment Gerüchte, dessen Sohn Jared Kushner habe den Saudis grünes Licht für die Kashoggi-Ermordung gegeben, der türkische Geheimdienst habe das mitgeschnitten und damit Trump erpresst, und der habe deshalb die Truppen aus Syrien abgezogen und den Einmarsch der Türkei ermöglicht. more

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