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Wenn sich Edward Snowden und Alexei Nawalny beide gegen Zensur von Trump aussprechen, läuft etwas gewaltig schief
Wir leben in interessanten Zeiten. Dabei ist das Jahr 2021 gerade mal erst 10 Tage jung.
Edward Snowden schreibt bei Twitter zur Sperrung von Donald Trumps Account bei Facebook:
Facebook officially silences the President of the United States. For better or worse, this will be remembered as a turning point in the battle for control over digital speech.
Und weiter:
I know a lot of folks in the comments read this are like “YAAAAS,” which, like—I get it. But imagine for a moment a world that exists for more than the next 13 days, and this becomes a milestone that will endure.
Und Alexei Nawalny (ja, der bekannte russische Rechtspopulist) kritisiert mit den gleichen Argumenten Trumps Sperrung bei Twitter. Nawalny schreibt bei Twitter:
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Die Blockchain lockt euch mit ihrem Versprechen von Anonymität in eine Falle
Offenbar bin ich gerade in Debunking-Stimmung. Nach dem Thema Geldschöpfung wende ich mich als nächstes der Blockchain und den Kryptowährungen zu, die hier im Blog auch schon mehrfach Thema waren.
Liebe Libertäre und Anarchokapitalistinnen, ihr müsst jetzt sehr tapfer sein: Die Blockchain- und Kryptowährungs-Industrie verarscht euch nach Strich und Faden. Sie versprechen euch nämlich, die Transaktionen in einer Blockchain seien anonym.
Grundsätzlich stimmt das zwar; in der Blockchain selber sind deine Transaktionen beispielsweise bei Bitcoin nur durch eine Bitcoin-Adresse gekennzeichnet, die z.B. so aussehen kann:
3GL1MMJvw99DbrzoPQYhu7H5Zv2S8ykvPy. Nun kommt das große Aber: Sobald du deine Bitcoins oder sonstigen Kryptowährungen benutzt, um damit etwas zu kaufen, entsteht ein Risiko, dass deine Bitcoin-Adresse mit deiner Identität verknüpft wird. Denn was du kaufst, muss ja irgendwie zu dir kommen, nachdem deine Bitcoins zur Verkäuferin übertragen wurden.
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Gefährliches Halbwissen über Geld(schöpfung)
Der Kommentar von Renée Menéndez zu meinem Beitrag über Giorgio Agambens Deutung des Kapitalismus als Religion hat mich nun doch dazu angeregt, mal einen Versuch zu starten, der mich schon länger umtreibt.
Es herrscht eine große Begriffsverwirrung um Geld und Geldschöpfung, ein Thema mit dem ich mich bekanntlich schon seit vielen Jahren auseinandersetze. Dabei habe ich eine Menge gelernt und auch eine Menge gefährliches Halbwissen abgelegt. Darüber gibt es zwar schon diese dreiteilige Reihe hier im Blog:
- Vollgeld ist voll daneben
- Geldschöpfung aus dem Nichts – eine Luftnummer?
- Der Zins ist nicht das Problem, sondern seine Garantie
Allerdings fürchte ich, dass Laien danach auch nicht unbedingt schlauer als vorher sind. Deshalb kommt hier nun der Versuch, allgemeinverständlich aufzuschreiben, was es mit den Irrungen und Wirrungen der Geldschöpfung auf sich hat.
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Eisbaden rockt
Eine Premiere noch im Jahr 2020: Heute morgen beim kalt Duschen fiel mir mal wieder auf, dass das erst dann richtig wirkt, wenn das Wasser echt kalt ist. Kombiniert mit dem herrlichen Sonnenschein brachte mich das auf die Idee, im Wannsee zu baden. Die ursprüngliche Inspiration dafür, wie auch für das regelmäßige kalte Duschen, kommt von Wim Hof.
Gesagt – getan. Der Rauhreif im Wald auf dem Weg zum Ufer war schon eine gute Einstimmung. Übrigens ist es im Winter gar nicht so einfach, dort am Wannsee einen Wasserzugang zu finden. Das Strandbad ist natürlich komplett geschlossen.
Nördlich von Schwanenwerder fand ich dann eine Stelle im Sonnenschein, wo auch nicht direkt Fußgänger vorbeiliefen.Dabei habe ich einen praktischen Tipp, wenn du das Eisbaden nachahmen willst: Ich empfehle besser eine nicht so flache Stelle wie dort, wo ich heute war. Sonst bist du nämlich ewig mit den Füßen schon im kalten Wasser, bis der ganze Körper drinnen ist, & auf dem Rückweg umgekehrt. Meine Füße sind erst in der S-Bahn so richtig wieder aufgetaut.
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Die Weihnachtsgeschichte andersrum
Passend zu meiner neuen Sprachregelung im Blog haben Suchtpotential die Weihnachtsgeschichte andersrum erzählt:
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Agent Timo channelt den kosmischen Witz bei Telegram
Da Telegram-Kanäle zur Zeit voll in zu sein scheinen, bin ich nun auf diesen Zug aufgesprungen und channele den kosmischen Witz bei Telegram.
Hier kannst du reinschnuppern & wenn du magst den Kanal abonnieren: t.me/agent_timo.
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Giorgio Agamben über den Kapitalismus als leere Religion
Der italienische Philosoph Giorgio Agamben fiel mir zuerst auf durch das Interview “Europa muss kollabieren” in der Zeit.
Schon vor Monaten hatte mir nun ein Freund seinen langen Artikel Der Kapitalismus ist eine leere Religion, die vollständig auf Glauben – also Kredit – beruht. Wie kann sie funktionieren? in der NZZ empfohlen. Als ich den das erste Mal las, keimte schon der Plan, darüber zu bloggen. Offenbar musste dieser Plan allerdings erst noch eine ganze Weile reifen, bis ich ihn nun in die Tat umsetze.
Immerhin ist das Geld eines der Kernthemen meines Lebens. Von daher bilde ich mir ein, auch zu Agambens Artikel einiges sagen zu können.
Das faktische Ende des Bretton-Woods-Systems am 15. August 1971 ist in der Tat ein historischer Moment. Wie dieser zu bewerten ist, daran scheiden sich die Geister. Renée Menéndez betrachtet ihn z.B. als einen historischen Fortschritt:
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Die Corona-Krise ist eine Vertrauenskrise
Die Kernfrage der Lagerbildung in der Corona-Krise scheint mir letztlich die Frage zu sein, wie gefährlich SARS-CoV-2 und die davon ggf. ausgelöste Krankheit COVID-19 tatsächlich sind (wobei schon diese Formulierung Kritik von manchen Gruppen, die der Milieu-Theorie bzw. Terrain theory anhängen, hervorrufen wird). Davon hängt hauptsächlich ab, wovor jemand in erster Linie Angst hat in dieser Krise. Andere Faktoren sind die eigene wirtschaftliche Situation und auch eventuelle Vorerfahrungen mit Diktaturen (Stichwort DDR-Bürgerinnen).
Nun ist es so, dass bestimmt 99% der Bevölkerung, mich eingeschlossen, keine wirkliche Ahnung von Viren und Pandemien haben. Wir sind also darauf angewiesen, in der Regel indirekt Leuten zu vertrauen, die sich damit tatsächlich oder vermeintlich auskennen. Ich hatte an anderer Stelle schon erwähnt, dass ich zum einen über meinen dritten besten Freund und zum anderen über meine Schwester, die beide bei Sucharit Bhakdi studiert haben, dessen Einschätzung vertraue. Wäre ich mit der Cousine von Christian Drosten zusammen, wer weiss was ich dann von der ganzen Geschichte hielte.
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Ackerland jenseits von Spekulation
Wer mein Blog schon eine Weile verfolgt, weiss, dass mir gesunde Böden durch aufbauende Landwirtschaft sehr am Herzen liegen, siehe Klimagerechtigkeit braucht die Agrarwende. Nun weht diesem Anliegen in unserem kapitalistischem Wirtschaftssystem ein heftiger Gegenwind entgegen. Denn mit Eigentum an Grund und Boden wird spekuliert, und das treibt die Preise hoch. Grundeigentum eignet sich dafür besonders gut, denn im Wesentlichen lässt sich der Boden nicht vermehren (sieht frau von künstlichen Inseln o.ä. mal ab).
Das betrifft in besonderem Maße auch das Ackerland. Vor fünf Jahren bin ich deshalb Mitglied bei der BioBoden Genossenschaft geworden. Deren erste Generalversammlung führte zu meinem Beitrag Wir ziehen uns buchstäblich selbst den Boden unter den Füßen weg.
Erst vor kurzem habe ich die Kulturland Genossenschaft entdeckt, obwohl diese schon 2014 gegründet wurde. Da bin ich nun auch frisch Mitglied geworden. Kulturland gefällt mir noch besser als BioBoden, weil sich Kulturland explizit als eine neue Allmende versteht. Damit reiht sich Kulturland in die Riege des Gemeinschaffens bzw. Commoning ein. Und während BioBoden bei guter wirtschaftlicher Entwicklung eine Dividende nicht ausschliesst, tut Kulturland das explizit.
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Corona und die Angst
Sehr wertvolle 2 Stunden mit Daniele Ganser:
An diesem oder auch an diesem Beitrag wird deutlich, dass zumindest am Anfang der “Pandemie” bei mir deutlich die Diktatur-Angst überwog. Die hat in den letzten Monaten wieder ein gutes Stück abgenommen, wachsam bleibe ich dennoch.
Nachtrag vom 08.12.: Sahra Wagenknecht spricht bei Maybrit Illner darüber, in welchem Missverhältnis die Ängste zur Zeit in den Medien repräsentiert werden:
Nachtrag vom 10.12.: Dieses Interview mit Gerald Hüther passt hervorragend hier hin:
Aufhänger ist sein aktuelles Buch Wege aus der Angst. Im Deutschlandfunk Kultur erläutert er die Strategien von Angstmachern.
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