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#Koranlesen Folge 3
Die 3. Folge des Projekts #Koranlesen ist ein Meta-Kommentar: Ich werde nämlich die Lese-Reihenfolge ändern und mich dabei am Corpus Coranicum orientieren (vgl. auch Wikipedia Geschichte des Korantextes). Es geht also zunächst weiter mit den Suren 93ff. Stay tuned!
Was diese Reihenfolge der Suren im Koran angehört, habe ich übrigens auch ein neues Wort gelernt: Abrogation – “die Aufhebung einer normativen Bestimmung des Korans oder der Sunna durch eine andere, zeitlich nachfolgende Bestimmung aus Koran oder Sunna”. In Informatikersprache: spätere Suren patchen frühere.
Übrigens gibt der englische Wikipedia-Artikel Islamic schools and branches einen Überblick über das stark verästelte Gebilde, welches wir oft extremst vereinfachend als “den Islam” bezeichnen (Grafik aus besagtem Artikel):
By Angelpeream - Own work, CC BY-SA 3.0, Link
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#Koranlesen Folge 2
Die 2. Folge des Projekts #Koranlesen behandelt nur die Sure 4 (“Die Frauen”) und einen Nachtrag zu Folge 1. Schon in den ersten drei Suren fiel mir nämlich auf, wie prominent der Satan darin vorkommt. In dem Punkt ist der Islam eindeutig näher beim Christentum als beim Judentum. Nach jüdischer Vorstellung ist Satan wohl direkt von Gott beauftragt, die Menschen zu prüfen und “in Versuchung zu führen”, siehe Wikipedia-Artikel zu Satan:
Im normativen Judentum ist Satan der Hauptankläger, Staatsanwalt, Gegner, Feind im Kampf und die spirituelle Kraft, die im Judentum die Neigung zum Bösen (jezer ha-rah) genannt wird. Satan ist dabei jedoch wie alle Engel unter vollkommener Kontrolle und Befehl von Gott, er ist keinesfalls ein Wesen von freiem Willen, das gegen Gott rebellieren könnte oder als “Gegenspieler” und Führer des Bösen auftritt. Freien Willen schreibt das normative Judentum nur den Menschen zu.
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Projekt #Koranlesen Folge 1
Eindruck nach den ersten 3 Suren – noch nie empfand ich eine Lektüre so ermüdend. Unzählige Wiederholungen; das an sich wäre noch kein Grund für die Erschöpfung, wenn es sich nicht um Inhalte wie “Gott ist rasend in der Abrechnung”, “Gott ist hart in der Strafe” u.ä. handeln würde. Dazu kommen die himmelschreienden Widersprüche, denn eine andere Formulierung, die sich ebenfalls ständig wiederholt, ist “Du bist der unübertrefflich Gnädige, der Barmherzige.”
Öfters folgt einer Aussage direkt ihr Gegenteil, so z.B. in Sure 2,159-163:
Diejenigen, die verbergen, was Wir herabgesandt an klaren Beweisen und Rechtleitung, nachdem Wir es den Menschen in der Schrift offenbarten, verflucht Gott, und sie verfluchen auch die Fluchenden. Ausgenommen diejenigen, die umkehren, sich bessern und klar bekennen. Ihnen wende Ich Mich zu. Siehe, Ich bin der unübertrefflich Gnädige, der Barmherzige. Wahrlich, über diejenigen, die leugnen und sterben in ihrem Leugnen, kommt der Fluch Gottes und der Engel und aller Menschen. Darin werden sie ewig weilen. Die Strafe wird ihnen nicht erleichtert, noch wird ihnen Frist gewährt. Euer Gott ist der Gott, der Eine, kein Gott außer ihm, der unübertrefflich Barmherzige, der Erbarmer!
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Projekt #Koranlesen
Die Koran-Übersetzung von Ahmad Milad Karimi (herausgegeben von Bernhard Uhde) stand schon länger in meinem Bücherregal, jetzt habe ich endlich angefangen, darin zu lesen. Was ich beim Lesen vorfinde, werde ich hier nun Stück für Stück, jeweils unter dem Tag Koranlesen, präsentieren.
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Von meinem Egotrip runter
Am heutigen dritten Tag des krank im Bett liegens nehme ich endlich die Lektion auf – eine Lektion in Demut. Eine Auswirkung davon gibt es auf www.timo-ollech.de. Mir wurde bewusst, dass ich immer noch subtil werte, & zwar in “wichtig” und “weniger wichtig”. Und Zack – sind Verlangen und Abneigung da: Her mit dem “Wichtigen”, weg mit dem “Unwichtigen”. Dabei hatte ich ja schon beim letzten Vipassana erkannt, dass sprachliche Anhaftung darin besteht, den Objekten unseres Denkens Wichtigkeit zu verleihen. Nun ja, herzlich Willkommen in der Wiederholungsschleife.
Außerdem hatte mich schon Charles Eisensteins Essay The Age of We Need Each Other (deutsche Übersetzung Das Zeitalter, in dem wir einander brauchen) ins Grübeln gebracht.
Tja, die eigene Selbstwirklichkeit verliert man offensichtlich stufenweise.
Nachtrag: Um Signale empfangen zu können, muss ich zunächst mal aufhören zu senden. In den Worten von Sebastian Elsässer:
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Es kann einsam werden auf der Metaebene
Dieser Beitrag ist inspiriert von zwei Büchern, die ich zeitweilig parallel gelesen habe: Simulations of God – The Science of Belief von John C. Lilly und The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order von Samuel Huntington; letzteres auf Empfehlung von Ken Wilber in “Ganzheitlich handeln”.
Mein großes Vorbild John Lilly beschreibt in seinem Buch, wie wir Menschen uns Glaubenssysteme basteln, an deren Wahrheits- & Wirklichkeitsgehalt wir dann nachher glauben:No one can know securely where we came from, where I came from, where you came from. No one can know securely who his parents are or were. We must exist as if real in a world that we were precipitated into without ballast. […]
We are part of the universe trying to describe itself and the rest of the universe. When one looks inside and sees himself, there is nothing. Feedback is complete in the void; however, there is a sense of being, consciousness, a state of being I am, I am that, I am it, which finally leads one to a variety of apparatus commonly called the human body. We are assigned either a male or a female body and hence the roles we must play with our neighbors are those of a male or a female.
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Globales Projekt 2018: Ein lebensförderndes Anreizsystem
Ein Geldsystem ist – neben vielem anderem – immer auch ein Anreizsystem. Bestimmte Tätigkeiten sind lukrativer als andere. Es geht also beim Geld nicht nur um abstrakten Wert, sondern auch um ganz konkrete Werte: Was wollen wir als Gesellschaft/als Kultur fördern, was soll weniger werden?
Ich erzähle Euch wohl nichts neues, wenn ich sage, dass unser derzeitiges Geldsystem massiv schädliche Anreize für Planet und Menschheit setzt: Es ist lukrativ, Gewehre und Panzer zu bauen, Wälder zu roden, mit Schleppnetzen zu fischen, usw. usf. Es ist nicht lukrativ, seine dementen Eltern zu pflegen, Wälder aufzuforsten, Böden zu regenerieren, Kinder aufzuziehen usw. usf.
Dass es durchaus ganz anders gehen könnte, und das mit gar nicht so massiven Veränderungen, beschreibt Charles Eisenstein in meinem Lieblings-Wirtschafts-Buch. Ich fasse hier das 11. Kapitel “Die Währungen der Gemeingüter” zusammen. Da sollte die Reise hingehen:
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Funkstille im Blog wegen viel zu tun
Liebe LeserInnen, jetzt habt Ihr doch tatsächlich ein ganzes Quartal lang nix von mir gehört. Das liegt daran, dass ich die letzten Monate viel zu tun habe mit Buchhaltung & anderem Organisatorischen fürs Diamond Lotus. Dazu kommen Aktivitäten wie dieses Wochenende die Mitgliederversammlung des Mietshäuser Syndikats. Wenn ich dann mal einen Nachmittag frei habe wie heute, habe ich einfach keine Lust auf lange inhaltsreiche Blogbeiträge.
Daran wird sich voraussichtlich auch die nächsten Wochen nichts ändern. Ihr werdet schon merken, wenn ich wieder mehr Zeit zum Bloggen habe. :)
In der Zwischenzeit wünsche ich Euch einen besinnlichen Advent – damit Ihr was zu lachen habt, mit Horst Schlämmer:
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Grundlos leben
Heute habe ich einen Entschluss gefasst: Ich werde mein Handeln nicht mehr begründen. Vor allem nicht vor mir selbst. Ich werde einfach tun, was immer ich tue.
Macht euch also auf interessante Erlebnisse mit mir gefasst! ;-)
Das Lied zum Entschluss (Liedtext):
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Ein makelloser Krieger werden
Gestern habe ich auf der Agentenwebsite eine kleine feine Änderung vorgenommen: Ich habe in dem Satz “Am 6. August 2014 hat Agent Timo Ollech sich entschieden, ein makelloser Krieger zu sein.” das Wort “
sein” durchgestrichen & “werden” dahintergeschrieben. Mir ist nämlich klar geworden, dass man sich zwar zu vielem mit einem Fingerschnippen entscheiden kann. Ein makelloser Krieger zu sein gehört nicht zu diesen Dingen. Dafür braucht es jahrelange gründliche Arbeit in Demut. Zu diesem Sinneswandel hat wesentlich der Kurs Kunst des Pirschens beigetragen. Am letzten Wochende wurde mir dabei bewusst, wie viel ich noch in meinem Leben aufzuräumen habe. Der Kurs war dafür nur ein Anfang, der die grundlegenden Techniken lieferte, die ich fortan täglich anwenden werde. Und mir kam dazu der Satz in den Sinn
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