Schlagwort: Open-Source
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Neues Jahr, neue Linux-Distribution: Artix
Leute, ich habe ein Déjà-vu. Im November 2007 hatte ich hier schon mal unter dem Titel Gentoos schwer wiegende Nachteile geschrieben
Dieses Kompilieren nimmt dermassen viel Zeit (& Festplattenplatz) in Anspruch, dass ich fast sagen kann mein Notebook ist hauptsächlich damit beschäftigt, das System auf dem aktuellen Stand zu halten. Was das selber kompilieren an Beschleunigung beim Ausführen der Programme bringt, steht in keinem Verhältnis zum Aufwand für das Kompilieren selber.
Genau das gleiche erlebe ich nun wieder. Das weitaus dickste Paket ist inzwischen allerdings Chromium, dessen komprimierter (!) Quelltext über ein Gigabyte groß ist (chromium-143.0.7499.109-linux.tar.xz hat 1088 MB). Ich sage ja, Komplexität ist der Feind…
Damals fiel meine Wahl für eine Gentoo-Alternative ja auf Arch Linux, und der einzige Grund, warum ich von Arch wieder auf Gentoo umgestiegen war, ist systemd. Das kommt mir nämlich nicht in die Tüte.
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Digital Independence Day in Organisationen: gewusst wie
Auf dem vergangenen Chaos Communication Congress 39C3 hat Marc-Uwe Kling den Digital Independence Day vorgestellt. Der erste DID ist gleich morgen am 4. Januar.
Worum es dabei geht, erläutert die Website di.day:
An jedem ersten Sonntag im Monat veranstalten wir deshalb den #DigitalIndependenceDay: Wir holen uns unser freies digitales Leben zurück, zerstören die Demokratie nicht weiter und wechseln zu demokratiefreundlichen digitalen Alternativen. Und wir sichern uns nach und nach unsere digitale Unabhängigkeit!
Was kann ich tun?
Alternativlos erscheinen die Angebote von Big Tech nur durch ihre übergroße Sichtbarkeit. Dabei gibt es zu Social-Media-Plattformen, Online-Einkauf oder Videostreaming eine Vielzahl gesellschaftsschonender Alternativen.
Die größte Hürde hast du schon genommen: Du bist hier! Und hier haben wir Optionen und Anleitungen zum Wechsel zusammengestellt. Es ist nicht kompliziert: Heute mal einen Wechsel ausprobieren, am nächsten ersten Sonntag im Monat den nächsten. Also schnell in den AppStore, Alternative herunterladen und mit uns #DIDay feiern!
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Wer hätte gedacht, dass ich mal Fan von Smart Home werde?
Bis vor ein paar Tagen habe ich immer, geprägt durch Fefes Blog, gesagt: “Smart Home – nein danke!”. Dabei hatte ich Smart Home jedoch kategorisch als “Verbinden von Geräten aus dem Haushalt mit dem Internet/der Cloud” verstanden. Dass das nicht unbedingt so sein muss, wurde mir beim Anschauen dieses Vortrags von der FrOSCon 2024 klar:
Der hat mich so gepackt, dass ich gleich an dem Abend noch in den Hausanschlussraum gegangen bin und dort festgestellt habe, dass wir ein LOGAREX LK13BE803039 Smart Meter haben. Das lässt sich mit diesem Gerät (Wifi v2 Lesekopf lese-schreib-Kopf EHZ Volkszähler Original Hichi Smartmeter) auslesen, auf dem schon Tasmota vorinstalliert ist.
Dazu habe ich auf unserem Synology-NAS gleich Home Assistant Core installiert, um dann aber festzustellen, dass sich dort MQTT nicht mit dem Mosquitto MQTT broker installieren lässt. Den brauche ich aber, um auf die Daten des Volkszählers zugreifen zu können.
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Gentoo Linux auf Thinkpad W540
Nach acht Jahren ist mein T430 nun so abgenutzt, dass ich mir bei Refurbed ein gebrauchtes Thinkpad W540 gekauft habe. Bestellt hatte ich eigentlich ein T540p, bekommen nun aber jenes W540, was mir auch recht ist.
Warum genau dieses Modell? 15 Zoll sollten es sein, weil ich das Notebook im Wesentlichen am Schreibtisch benutze, da ist ein größeres Gerät & vor allem Display angenehmer zum Arbeiten. Und das T540p respektive W540 ist das letzte Modell, das noch ein optisches Laufwerk hat.
Auf das neue Thinkpad habe ich meine Gentoo-Installation im Wesentlichen einfach übernommen, indem ich die SSD dort eingebaut habe. Einige Feinarbeit brauchte es natürlich dennoch, um alles zu meiner Zufriedenheit zum Laufen zu bringen. Dabei habe ich mich zunächst am Lenovo Thinkpad W540-Artikel im Gentoo-Wiki orientiert, der allerdings unvollständig ist. Im Einzelnen:
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Fairphone entgoogeln jetzt mit /e/OS
Vor ein paar Wochen ist mein Fairphone so gründlich kaputt gegangen, dass ich es zur Garantie-Reparatur einschicken musste. Sie haben in der Werkstatt das Motherboard getauscht, da war offensichtlich wirklich einiges im Argen.
Der große Haken an LineageOS
Das hatte zur Folge, dass ich das Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt wiederbekommen habe, also auch ohne LineageOS. Zu LineageOS ist ohnehin ein großer Haken anzumerken: ich hatte mich monatelang nicht getraut, es von 17.1 auf 18.1 upzugraden & bin daher monatelang mit einem nicht aktuellen Smartphone-Betriebssystem unterwegs gewesen. Der Grund dafür ist, dass ein Bekannter berichtet hat, bei ihm sei das Upgrade fehlgeschlagen & er habe alles komplett neu installieren müssen.
Nun, diesen Zustand habe ich jetzt zwar auf anderem Wege erreicht, es bleibt aber das grundsätzliche Problem, dass das wohl bei jedem LineageOS-Upgrade passieren könnte. In der Zwischenzeit hatte ich von mehreren Leuten gehört, dass das mit der Android-Alternative /e/OS besser sei. Deshalb probiere ich nun mal /e/OS statt LineageOS aus. Von meinen Installations-Erfahrungen berichtet dieser Beitrag.
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Der Iromeister im Fediverse
Tja, kaum habe ich meinen Telegram-Kanal hier noch mal explizit beworben, wurde es auch schon notwendig, einen Plan B zu erarbeiten für den Fall, dass Telegram mich zensiert.
Dieser Plan B ist das Fediverse – konkret habe ich mir einen Mastodon-Account zugelegt:
@iromeister@social.dev-wiki.de@iromeister@social.anoxinon.deMastodon ist eine freie Twitter-Alternative, die ich schon lange kenne, bisher allerdings keinen Anlass hatte, dort auch noch einzusteigen. Nun ist es so weit.
Der Gag beim Fediverse ist, dass es eben föderiert ist; das heisst, es gibt eine beliebige Anzahl von Servern, die von unterschiedlichen Leuten & Organisationen betrieben werden & alle untereinander kommunizieren können. Das klingt erst mal kompliziert, ihr kennt es aber alle: E-Mail ist ein klassischer föderierter Internetdienst. Du hast eine E-Mail-Adresse beispielsweise bei mailbox.org, loggst dich dort ein (per Webmail oder mit einem E-Mail-Programm wie Mozilla Thunderbird) und kannst dann Mails an Leute bei web.de oder Posteo schicken. Das funktioniert, weil alle E-Mail-Server das gleiche, standardisierte Protokoll benutzen (in dem Fall SMTP).
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Das Silicon Valley und die Geheimdienste
“Don’t be evil” – Google
Dass Google eben doch evil ist, hatte ich schon vor Jahren hier im Blog. Auch dass die anderen Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley nicht gerade die größten Menschenfreunde sind, dürfte Leserinnen meines Blogs kein Geheimnis sein. In diesem Beitrag erfahrt ihr nun noch eine ganze Menge Details darüber, wie eng diese Tech-Konzerne von Anfang an mit den Geheimdiensten verbandelt sind.
Bisher habe ich hier im Blog vor allem darauf abgehoben, dass Geheimdienste eben im Geheimen agieren, und dass sich diese Geheimniskrämerei nicht mit einer Demokratie verträgt. Im Zusammenhang mit dem Silicon Valley kommt es vor allem auf den anderen Aspekt an, der sich in der Definition eines Geheim- bzw. Nachrichtendienstes bei Wikipedia findet:
Ein Nachrichtendienst oder Geheimdienst ist eine Organisation, zumeist eine Behörde, die Informationen mit nachrichtendienstlichen Mitteln sammelt und auswertet. Die Informationen sollen zur Gewinnung von Erkenntnissen (z. B. in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Militär, Wissenschaft und Technik) dienen, an denen ihr Auftraggeber (i. d. R. Regierungen) ein Interesse hat.
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Mein Blog ist endlich statisch dank Hugo
Was lange währt, wird endlich gut – dieser Spruch passt nun wirklich zu meinem Projekt, mein Blog auf einen Static Site Generator umzustellen. Ich habe nämlich vor sage & schreibe 5 Jahren damit angefangen, wie ihr im Beitrag Statisch, praktisch, gut: Pelican nachlesen könnt.
Warum doch nicht Pelican, sondern Hugo?
Damals stand noch Pelican im Titel, womit ich dann schließlich meine Agentenwebsite gebaut habe. Deshalb erkläre ich zunächst mal, warum es letztlich Hugo geworden ist.
Dafür muss ich mich über die Programmiersprache Python auslassen, in der Pelican geschrieben ist. Die gefällt mir als Programmiersprache sehr, allerdings stößt mich das Ökosystem drumherum zunehmend ab. Mit meinem Gentoo Linux-System gerate ich in schöner Regelmäßigkeit in die Dependency Hell, wenn mal wieder eine neue Python-Version zum Standard wird. Auch dass neue Python-Versionen nicht abwärtskompatibel sind (insbesondere der Sprung von Python 2.7 auf Python 3), macht das Leben nicht gerade einfacher. Das hat sich übrigens sogar im Zuge der Blog-Umstellung zu Hugo negativ bemerkbar gemacht, aber dazu später mehr.
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Mein entgoogeltes Fairphone3+
Einem ziemlich spontanen Impuls folgend habe ich mir ein Fairphone3+ bestellt, um darauf endlich noch weitere Messenger installieren zu können. Auf dem Uralt-Motorola, das ich bisher benutzt hatte, war dafür nämlich der Speicherplatz zu knapp. Das Fass zum Überlaufen gebracht hatten die letzten Entwicklungen bei Signal.
Google-freie Zone
Da ich schon länger in eine solche Richtung gedacht hatte, war auch der Plan schon lange klar, dieses Gerät dann gemäß der Anleitung von Mike Kuketz zu entgoogeln. Warum das eine empfehlenswerte Sache ist, zeigt z.B. mein Beitrag Alle hacken auf Facebook rum, dabei sammelt Google ein Vielfaches an Daten.
Das fing ich mit großem Elan an, wobei ich für die Installation von LineageOS mich an die Anleitung im LineageOS-Wiki für das Fairphone 3 halten musste. Die wiederum verweist auf die Fairphone-Dokumentation Manage the bootloader of your FP3/FP3+. Die Images für Recovery sowie das eigentliche LineageOS findest du bei den Builds for FP3.
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Warum ich immer noch ext4 als Dateisystem einsetze
Heute kommt mal wieder ein technischer Beitrag. Ich hatte die Eingebung, euch mal zu erläutern, warum ich im Jahre 2021 immer noch bevorzugt ext4 als Dateisystem unter Linux benutze.
Die Kurzversion lautet: Das liegt daran, dass ich inzwischen konservativ geworden bin. Im Fall der Dateisysteme gehen wir dabei mal wieder auf den Wortsinn zurück – mir kommt es in erster Linie darauf an, dass ein von mir verwendetes Dateisystem meine Daten möglichst gut konserviert.
Vor Jahren hatte Fefe mich im Jahr 2016 auf den Vortrag Filesystem Fuzzing with American Fuzzy Lop aufmerksam gemacht. Da hatten Leute von Oracle den Fuzzer American fuzzy lop auf Dateisysteme unter Linux losgelassen. LWN.net hatte das Vorgehen in einem Artikel skizziert.
Mich interessierte in erster Linie das Ergebnis, nämlich wie lange die unterschiedlichen Dateisysteme durchgehalten haben, bis der erste Bug auftrat:
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