Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Die schönste Definition von Heilung, die ich kenne

2019-09-5

Dieses Wochenende wollte ich eigentlich den Workshop Kunst des Pirschens noch mal zum Auffrischen mitmachen. Der fällt nun allerdings mangels Beteiligung aus.

Jaguargesicht

Um mich selber damit trotzdem wieder näher zu befassen, habe ich noch mal in Wolf Michaels Artikel zum Pirschen gelesen, in dem ich schon viele Male geschmökert hatte. Diesmal habe ich mir nun diese Sätze über Heilung rot unterstrichen:

Die Absicht ist, die Tunnel der Vereinbarungen zu reinigen, Wunden anzunehmen und zu heilen. Bis zu dem Punkt, an dem es keine Emotionen mehr gibt und die Kraft zurückkehrt. Du wirst erkennen, das die Situation einfach passiert ist.
Heilung bedeutet, dass deine Selbstachtung viel höher ist als alles verletzende Geschehen. more

Konflikte entstehen an der Grenze zwischen Konsensrealität und Traumland

2019-09-5

Was da in der Überschrift steht, ist im Grunde eine Binsenweisheit der prozessorientierten Psychologie. Dennoch ist mir vor kurzem klar geworden, warum das so ist, deshalb dieser Beitrag.

Das Wesentliche steckt schon in dem Wort Konsensrealität: Das, worauf wir uns geeinigt haben, dass es wirklich ist.

Sobald aber z.B. Person A sagt "damals in der Situation war es so" und Person B darauf entgegnet "nein, stimmt gar nicht, es war ganz anders, nämlich so", herrscht kein Konsens darüber, wie es wirklich war. Damit entsteht ein Konflikt, und das Traumland dehnt sich in die stellenweise zerbrechende Konsensrealität hinein aus – das Land von Grinsekatzen und verrückten Hutmachern, von Ekstase, Rausch und Wahn, wo Menschen und Tiere in Zungen reden, wo nichts ist wie es scheint.

Wirklichkeitsebenen

Genauso ist es, wenn jemand sagt "am besten machen wir dies und jenes" und jemand anderes entgegnet, "nein, wir machen besser das" – in diesem Fall besteht kein Konsens über die Zukunft, so wie es beim vorherigen Fall keinen Konsens über die Vergangenheit gibt. Interessant ist dabei, dass über die Zukunft ja eh kein Konsens bestehen kann, da sie naturgemäß ungewiss ist. Man könnte also sagen, dass die Zukunft gänzlich im Traumland liegt.

Wichtig ist nun, dass das nur an der Grenze zwischen Traumland und Konsensrealität überhaupt zu einem Problem wird, denn mitten im Traumland existieren viele scheinbar unüberwindliche Gegensätze einfach nebeneinander her; mehr oder weniger friedlich. Es besteht jedenfalls kein Anspruch, dass alles klar und eindeutig definiert ist, geschweige denn logisch zusammenhängt.

Diesen Anspruch hat jedoch die Konsensrealität, sie kann ihn allerdings nie konsequent durchhalten, weil das Traumland viel größer und umfassender ist und die Konsensrealität deshalb nie alles umfassen und in ein in sich stimmiges System packen kann.

Im Grunde erzeugt also die Konsensrealität alle Konflikte, indem sie versucht, neue Inhalte aus dem Traumland in ihren bisherigen Konsens zu integrieren, oder aber diese mit Gewalt auszuschließen ("es kann nicht sein, was nicht sein darf"). Bewusstseinserweiterung geht offenbar notwendigerweise mit großen Spannungen einher.

Die Essenzebene schaut sich das ganze Spektakel einfach nur wohlwollend an.

Haben wir uns zu viel vorgenommen?

2019-08-27

Bei dieser Überschrift stellt sich zunächst die Frage, wer ist eigentlich "wir"? Nun, ich beobachte, dass diese Frage auf vielen Ebenen sinnvoll gestellt werden kann.

Fangen wir bei mir an: Als ich in die Antinous Gemeinschaft kam, hatte ich vor, bald selber in die Workshops einzusteigen; anfangs als Assistent, später wollte ich dann auch eigene Workshops (mit)gestalten. Und darüber hinaus wollte ich sogar einen Floating-Tank betreiben & auch das in Workshops einbinden.

Relativ schnell stellte sich heraus, dass sich weder das eine noch das andere so schnell in die Tat umsetzen liess. Und an diesem Punkt habe ich jeweils die weise Entscheidung getroffen, "na dann eben (noch) nicht", & bin dem Fluss des Lebens gefolgt. Wohin mich das bis jetzt geführt hat, beschreibt u.a. der Beitrag Ich werde konservativ.
Als mir klar wurde, dass ich mir zu viel (oder jedenfalls zu viel vom Falschen) vorgenommen hatte, habe ich in dem Bereich schnell die Kurve gekriegt.

An anderer Stelle habe ich viel zu lange an dem festgehalten, was ich mir vorgenommen hatte – ich habe die Komplexität von KDE unterschätzt. Das merke ich akut daran, welche Unmengen von Paketen ich durch den Wechsel auf LXDE jetzt einfach deinstallieren kann, weil ich sie nicht mehr brauche.
Warum hatte ich mich überhaupt seinerzeit für KDE entschieden? Weil ich mich nicht näher damit befasst hatte & schlicht zu faul war, die einmaligen (!) Anpassungen zu machen, die ich jetzt nachhole. KDE konnte das halt alles out of the box; der Preis dafür war über die Jahre sehr hoch: alle paar Wochen ein Update von zig Paketen, das dann auch einen Neustart des Rechners nach sich zog, & davor habe ich natürlich aus Sicherheitsgründen jeweils ein Backup vom System gemacht. Dazu immer wieder mal Probleme, die ich erst nach ausgiebigen Recherchen lösen konnte, oder auf das nächste Update warten musste bis zur Lösung. Da sind bestimmt mehrere Wochen meiner Lebenszeit für draufgegangen, weil ich mir vorgenommen hatte, die Komplexität des Systems vor mir selber zu verstecken. Das hat natürlich nicht funktioniert…

Nun zur nächst größeren Ebene, der Gemeinschaft, in der ich lebe: Immer wieder beschleicht mich der Verdacht, dass auch die Antinous Gemeinschaft bzw. das Diamond Lotus Tantra Institut sich zu viel vorgenommen hat, wenn es die ganze Menschheit mit Tantra & Freier Liebe/Polyamorie beglücken will. Das Ganze dann auch noch mit immer neuen Projekten wie Saranams Buch "Hautgeflüster".

Es dient doch dem Ganzen nicht, wenn wir uns übernehmen. Dadurch können wir unser eigentliches Potential gar nicht ausschöpfen. Ich erinnere in dem Zusammenhang noch mal daran, wie wichtig es ist, dass wir uns Unterstützung holen für alles, was wir nicht allein tun können.

So, und auf der großen Ebene der Menschheit sehe ich am deutlichsten, dass wir uns zu viel vorgenommen haben: Wir haben uns zur Krone der Schöpfung gemacht & kriegen diese Rolle so überhaupt nicht gebacken. Die Krankheit unserer Zeit heisst Burnout.
Und auch die Erde brennt: zum einen wird sie immer wärmer, zum anderen brennt sie buchstäblich, zur Zeit am Amazonas und auch in der Arktis.

Der Machbarkeitswahn & der (Irr-) Glaube, dass sich für all unsere Probleme schon technische Lösungen finden werden, sind für mich Ausdruck davon, dass auch homo sapiens sapiens insgesamt sich zu viel vorgenommen hat. Faktisch werden mit jedem Lösungsversuch die Probleme nur immer größer & münden im globalen Clusterfuck. Dabei stellen wir uns viel zu selten die Frage Wohin rennen wir eigentlich?

Weil wir uns so viel vorgenommen haben & das alles unbedingt durchziehen wollen, trauen wir uns nicht, auch mal zusammenzubrechen. Das bleibt dann ja kein Dauerzustand, wir können uns wieder aufrappeln. Aber wenn du auf eine Wand zurast, solltest du schlauerweise vorher abbremsen, sonst kannst du dich hinterher nicht mehr aufrappeln. Als kollektive Menschheit machen wir bisher leider kaum Anstalten abzubremsen.

Besser wir überdenken unsere Ansprüche noch mal, bevor es zu spät ist. Schaffen wir es, eine makellose Menschheit zu werden?

Übrigens steht im Handbuch, dass auch die Materie selbst findet, dass wir uns zu viel vorgenommen haben:

Die Quark-Allianz ist für viele technologische Fehlschläge der letzten Zeit verantwortlich, die irrtümlich menschlichem Versagen, gelegentlich auch der Materialermüdung zugeschrieben wurden. Obwohl man den Faktor des menschlichen Versagens nie unterschätzen sollte, kommt das Stichwort »Materialermüdung« den wahren Hintergründen schon wesentlich näher. Was da nämlich abläuft, ist bewußte Kommunikation auf der atomaren Ebene, die zu der einmütigen Entscheidung geführt hat, das Gewebe Ihrer physischen Welt zu verändern.

Nicht das Material ermüdet, die Moleküle ermüden. Tatsächlich sind sie nicht nur müde - sie haben die Schnauze gestrichen voll. Sie sind nicht länger bereit, einer Technologie zu dienen, die das Leben leugnet und den Planeten gefährdet. In der Konsequenz verweigern sie geradeheraus die Zusammenarbeit und sorgen für einen gewissen Anteil technischer Stolpersteine.

In der Sprache der Prozessarbeit kann ich sagen: Die Doppelsignale werden immer stärker, weil die Sekundärprozesse der Menschheit endlich integriert werden wollen. Worauf warten wir noch? Oder in den Worten von Daniel Pinchbeck: How Soon is Now?

Nachtrag: Hab gerade gemerkt, dass das sechste der Core Commitments von Miki Kashtan perfekt hier hinpasst:

6. Ausgleich: Selbst wenn ich versucht bin, mich zu überlasten (einschließlich aufgrund irgendeiner dieser Erklärungen), will ich in jedem Moment achtsam gegenüber meinen Grenzen sein. Wenn ich merke, dass ich mich unter Druck setze,will ich mir Unterstützung dafür holen, die natürliche Weisheit meines Organismus zu respektieren und darauf zu vertrauen, dass es mich unterstützt, mit der Zeit meine Fähigkeit zu erhöhen, wenn ich innerhalb meiner derzeitigen Grenzen bleibe.

Nachtrag vom 28.08.: Auch Charles Eisensteins Essay Das Zeitalter, in dem wir einander brauchen passt hier hin:

Das war der erste Schlag gegen meine großen Ambitionen. Zuerst wurde also mein persönlicher Ehrgeiz zunichte gemacht. Dann wurde im zweiten Schritt meine Hoffnung zerstört, Großes zu leisten, um die Welt zu verändern. Wir wollen ja eine möglichst große Wirkung erzielen, nicht nur eine kleine, aber das ist, wie ich zu verstehen begann, Teil der Krankheit, die es zu heilen gilt. In unserer Kultur werden jene wertgeschätzt und bewundert, die da draußen auf großen Bühnen stehen und zu Millionen von Menschen sprechen, während die anderen ignoriert werden, die eine bescheidene, stille Arbeit leisten und sich um einen kranken Menschen, ein Kind, einen kleinen Flecken Erde kümmern. […]

Bestimmte Entscheidungen fühlen sich unwillkürlich bedeutsam an. Das Herz ruft uns auf zu handeln, ohne dass unsere Vernunft das angesichts der globalen Probleme rechtfertigen kann. Die Logik, dass nur das Große zählt, kann uns das Gefühl geben, bedeutungslos zu sein. Sie verleitet uns, Bedeutsamkeit auf die Leute zu projizieren, die wir auf unseren Bildschirmen sehen. Aber im Wissen, dass gerade diese Leute im Namen der Weltverbesserung schon so viel Schaden angerichtet haben, wurde ich es leid, dieses Spiel zu spielen.

Weiterer Nachtrag vom 28.08.: Ich stelle mir gerade wieder die Frage, ob ich mir auch damit zu viel vorgenommen habe, das alles hier verstehen zu wollen. Immer wieder gehe ich der Frage nach "was läuft hier eigentlich?", wovon auch mein Bücherregal Bände spricht (und das ist nur das eine von zweien):
Bücherregal

Vielleicht begebe ich mich lieber in die Wolke des Nichtwissens

Nachtrag vom 08.09.: Vielleicht sollten wir alle mal für eine Weile unsere Feuerwege verlassen und uns auf einen Wasserweg begeben:

„An sich arbeiten“ – all unsere westlichen Techniken, Methoden und unsere Meditationen für den Aufstieg (oder wenigstens Fortschritt) können wir zusammenfassen als das Prinzip „FEUER-Weg“. […]

Nahezu alle Traditionen, die die westliche Kultur importiert hat, sind von Techniken und Arbeit an uns geprägt – etwas an unserer Natur müsse verbessert werden, um heilen zu können und Erleuchtung zu finden.
Damit ist der FeuerWeg von einem tiefen Misstrauen gegen uns selbst geprägt.
Oh ja, der FeuerWeg gibt uns mehr als genug Inspiration dafür, wie wir hart AN uns arbeiten können. Wir gewinnen nichts mit dieser Selbstverbesserung – denn wir arbeiten hart GEGEN uns. YANG.

Arbeiten wir hart AN uns - oder arbeiten wir hart GEGEN uns?

Der #WasserWeg verbessert nichts, sondern vertieft alles. Wir transzendieren, indem wir in die Tiefe unseres Nervensystems, unserer Zellen, unserer Körperin TAUCHEN - wir transzendieren, indem wir inkarnieren.

Das Tantra drückt es so aus: Du steigst, wodurch du fällst.

Das ist im übrigen auch die Grundhaltung der Prozessarbeit: Follow nature. Arnold Mindell hat diese Grundhaltung am ausführlichsten in seinem Buch River's Way: The Process Science of the Dreambody beschrieben, das es auf deutsch unter dem Titel Traumkörper-Arbeit oder Der Weg des Flusses gibt (beide nur noch antiquarisch).

Facebook lügt, indem es die Wahrheit sagt

2019-08-27

Das Bayerische Rote Kreuz hat heikle Gesundheitsdaten [von Blutspendern] an Facebook übermittelt. Sie nutzten Pixel als Marketing-Werkzeug.

Das allein ist ja schon mal ein Knaller. Nun lassen wir uns mal die Antwort von Facebook auf der Zunge zergehen:

Für die Verwendung des Pixels haben wir klare Regeln für Werbetreibende: Es dürfen keine sensiblen Nutzerdaten wie Informationen zur Gesundheit oder Finanzen an uns geschickt werden. Außerdem werden Pixel-Daten von uns nicht zur Erstellung von Interessensprofilen verwendet.

Natürlich erstellt nicht Facebook selber Interessensprofile – das machen Facebooks Kunden! Und zwar zu zigtausenden mit teilweise wiederum sehr vielen Profilen. Das Stichwort heisst Targeting.

Fefe spricht in so einem Fall gerne von einem "überspezifischen Dementi".

Nachtrag vom 04.09.: Das Rote Kreuz ist nicht allein – Studie: Gesundheitsportale leaken Daten an Werbenetzwerke.

Jeffrey Epsteins Tod ist ein weiterer Beleg für die Theorie einer strukturellen Weltverschwörung

2019-08-12

Den Tod von Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle nehme ich mal zum Anlass, an meinen Beitrag Theorie einer strukturellen Weltverschwörung von Juli 2015 zu erinnern. Diesen Beitrag ergänze ich fortwährend. Wenn es dich interessiert, schau also in gewissen Abständen dort mal rein.

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