Schlagwort: Internet
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Internet kaputt – was nun?
Es ist passiert – sie haben für die EU-Urheberrechtsreform gestimmt. Mein Blog trägt deshalb fürs Erste Trauer.
Nachtrag: Martin Sonneborn hat eine Übersicht erstellt, wem wir die Misere zu verdanken haben. Ausnahmsweise haben uns die Sozialdemokraten an dieser Stelle mal nicht verraten.
Nachtrag vom 28.03.: Die Sozialdemokraten haben uns doch auch hier verraten.
Nachtrag vom 01.04.: Urheberrechtsreform – Angriff auf den gesunden Programmiererverstand.
Nachtrag vom 02.04.: Schriftsteller merken jetzt auch, dass sie verarscht wurden.
Nachtrag vom 04.04.: Am Samstag gibt’s noch mal europaweit Demos, weil ausgerechnet an meinem Geburtstag, dem 15. April, der EU-Rat endgültig über die Urheberrechtsreform entscheidet. Inzwischen habe ich allerdings wenig Hoffnung, dass die Bundesregierung noch die Kurve kriegt…
Nachtrag vom 05.04.: Auch Videoproduzenten gucken bei der Reform in die Röhre:
Langsam beschleicht mich das ungute Gefühl, dass es bei dieser Reform nicht um den Schutz der Urheber geht. Vielmehr soll sie wohl Geld von Youtube und Co. in die Kassen der Verwertungsgesellschaften spülen. Geld von Werbetreibenden, das nun weniger an Urheber wie mich ausgeschüttet werden kann, die ihre Inhalte auf Youtube und Co. veröffentlichen. Also wurde diese Reform sowohl in meinem Namen als auch auf meine Kosten beschlossen.
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Warum Filter das Internet kaputt machen #Artikel13
Heute ist ein guter Anlass, den alten Beitrag Das Internet, eine Kopiermaschine in Erinnerung zu rufen, denn morgen stimmt das EU-Parlament über die umstrittene Urheberrechtsreform ab.
Das Wesen des Internet ist das Kopieren von Inhalten.
Das ist schon von Anfang an so. Kris nennt als Beispiel E-Mail:
Unsere Netze sind Kopiermaschinen. Wir sagen wir ‘senden eine Nachricht’, aber das Wort ist falsch. ‘Senden’ impliziert, daß die Nachricht sich bewegt und für den “Ab”-Sender nicht mehr da ist. Das ist in der realen Welt so, aber nicht im Netz: Wir kopieren eine Nachricht an die Empfänger.
Verhindern wir mittels Filter das Kopieren bestimmter Inhalte, dann machen wir also unweigerlich das Internet kaputt.
Damit bleibt natürlich die Frage bestehen, wie kommen die Schöpfer von (digitalen) Inhalten zu einer angemessenen Vergütung ihrer Arbeit? Dieser Frage bin ich schon im Beitrag Urheber sind Schöpfer nachgegangen, und es gibt etliche verschiedene Modelle, wie das in Zeiten des Internet gehen könnte.
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Das Diamond Lotus bloggt jetzt auch
Seit heute gibt es auf der Diamond Lotus-Website auch ein Blog. Den Startschuss macht ein Artikel von Andro über Lust und Orgasmus für Paare, ich habe aus aktuellen Anlass noch einen netzpolitischen Beitrag Rettet das Internet! Sehen wir uns am Potsdamer Platz? hinzugefügt. Ihr könnt das Diamond Lotus Blog auch als RSS-Feed abonnieren, die URL dafür lautet
https://diamond-lotus.de/feed/
Die Kommentarfunktion tut aus mir bisher unbekannten Gründen derzeit nicht, obwohl auch das vorgesehen ist.
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Aufmerksamkeitssteuer für "soziale Medien" wie Facebook, Twitter, Instagram
Aus den USA kommt eine echt bedenkenswerte Idee: eine Aufmerksamkeitssteuer. Das ist vor allem deshalb eine radikale Forderung, weil wir uns in einer voll entwickelten Aufmerksamkeitsökonomie befinden. Sowohl die materiellen Dinge als auch die immateriellen, heutzutage fast ausschliesslich digitalen Inhalte türmen sich im Überfluss vor uns auf. Das einzige, was sich nicht vermehren lässt, ist unsere Lebenszeit und was wir in dieser Zeit unsere Aufmerksamkeit widmen. Und angesichts des ständig wachsenden Angebots fühlt sich unsere Aufmerksamkeit immer knapper und wertvoller an.
Genau deshalb setzen die asozialen Netzwerke alles daran, unsere Aufmerksamkeit so umfassend wie möglich zu binden.
Betrachtet man allerdings unsere Aufmerksamkeit als öffentliches Gut, dann ist einer solchen Privatisierung natürlich energisch entgegenzu_steuern._ Deshalb: Aufmerksamkeitssteuer für Facebook, Twitter, WhatsApp, Instagram, YouTube usw. usf.!
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KI, Machine Learning – alles nur Hype
Diesen Satz aus dem Artikel Forget privacy: you’re terrible at targeting anyway muss ich einfach zitieren, weil er den Hype um KI (Künstliche Intelligenz) und Machine Learning (ML) auf den Punkt bringt:
This is, by the way, the dirty secret of the machine learning movement: almost everything produced by ML could have been produced, more cheaply, using a very dumb heuristic you coded up by hand, because mostly the ML is trained by feeding it examples of what humans did while following a very dumb heuristic.
Und ich übersetze ihn für euch auch ins Deutsche:
Das ist übrigens das schmutzige Geheimnis der Machine Learning-Bewegung: Fast alles, was ML produziert, hätte auch billiger produziert werden können mit einer sehr dummen, von Hand programmierten Heuristik, weil das ML im Wesentlichen dadurch trainiert wird, dass man es mit Beispielen von Menschen füttert, die ihrerseits einer sehr dummen Heuristik folgen.
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Feed me with (RSS/Atom) feeds
Heute breche ich eine Lanze für RSS- oder auch Atom-Feeds von Blogs und generell allen Websites mit regelmäßig aktualisierten Inhalten. Denn diese bieten eine Graswurzel-Alternative zu den großen Plattformen wie Facebook oder Twitter.
Was ist das Besondere an so einem Feed? Ein Feed stellt zunächst einfach eine Schnittstelle zur Verfügung, über die du mit entsprechender Software (einem Feedreader, der auch als Komponente in einem anderen Programm wie Mozilla Thunderbird integriert sein kann) den Veröffentlichungen einer Website folgen kannst. Du musst also nicht ständig von dir aus nachschauen, ob es etwas Neues gibt, dieses Nachschauen übernimmt das Programm für dich und zeigt dir automatisch die neuen Inhalte an.
Nutzer von sozialen Medien (=Plattformen) könnten nun denken, hey, folgen kann ich doch viel einfacher direkt bei Facebook & Co. Ja, stimmt, einfacher ist das dort – wenn du auf einer solchen Plattform angemeldet bist.
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Wie krank ist das denn?
In solchen Momenten komme ich mir doch einsam hier vor. In meinem direkten Umfeld versteht schon niemand die Frage ein BGP-Router unter Windows – wie krank ist das denn? Und doch, ich musste sie einfach stellen…
Nachtrag vom 01.04.: Auch diesen Aprilscherz versteht außer mir wohl niemand in der Gemeinschaft…
Nachtrag vom 23.07.: Wenn ich eines nicht vermutet hätte, dann dass Stackoverflow auf Windows-Servern läuft…
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Der Iromeister bei Wire
Seit kurzem findet man mich online auch bei Wire, natürlich unter dem altbekannten Benutzernamen iromeister. Wie komme ich ausgerechnet auf diesen Messenger? Ganz einfach: Er ist Open Source, das war Kriterium Nummer 1. Inzwischen ist sogar der Quellcode des Wire-Servers auf Github. Threema, das ansonsten einen ganz guten Eindruck macht, scheidet dadurch für mich aus. Das 2. Kriterium: Ich brauche kein Smartphone, um Wire zu benutzen. Wenn ihr eins habt, dann könnt ihr euch natürlich auch auf dem Smartphone Wire als App installieren. Der für mich entscheidende Punkt ist eben, dass das auch ohne geht. Es gibt sogar einen Windows-Client und einen für den Mac…
Im Vorfeld habe ich natürlich recherchiert, neben dem Wikipedia-Artikel auch im Privacy-Handbuch, bei Motherboard, bei heise und bei Mike Kuketz, wo Wire nicht gut abschneidet. Für meine Zwecke erscheint es mir dennoch als der geeignetste Messenger.
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All Creatures Welcome – Schöner Film über den Chaos Computer Club
Da habe ich doch jetzt erst den Film All Creatures Welcome von Sandra Trostel entdeckt, der einen wunderbaren Einblick in die Szene der Nerds & Hacker rund um den Chaos Computer Club gibt:
Aufmerksam wurde ich darauf durch den Vortrag Internet, the Business Side vom 35C3. Überhaupt lohnt es sich unbedingt, mal in den Mitschnitten vom 35C3 zu stöbern.
Eins findet ihr dort übrigens nicht, nämlich den Vortrag von Martin Sonneborn über seine Abenteuer im EU-Parlament. -
Quellen-TKÜ = Staatstrojaner = Sicherheitslücken für alle
Die CDU/CSU hat so was von gar nichts aus dem “demokratiegefährdenden” Hack gelernt, da möchte man fast meinen, die wollen gar nichts lernen: CDU/CSU fordern nach Datenklau mehr Ermittlungsinstrumente im Netz. Schauen wir uns mal an, was sie da fordern (nachdem CSU-Staatssekretär Stephan Mayer sich bei Maybrit Illner als wahlweise Ignorant oder Lügner geoutet hatte):
Der CDU-Politiker nannte zudem die Quellen-TKÜ, bei der die Kommunikation von Sicherheitsbehörden erfasst wird, bevor diese verschlüsselt wird, oder Online-Durchsuchungen.
Quellen-Telekommunikationsüberwachung, was verbirgt sich hinter diesem Wortungetüm? Mit einem Wort: ein Staatstrojaner. Der Netzpolitik-Artikel zu Stephan Mayer bringt es auf den Punkt:
Tatsache ist, dass die staatlich geförderte Offenhaltung von Sicherheitslücken dazu führt, dass die Rechner von Millionen von Menschen unsicher sind – auch der Computer von Herrn Mayer.
Mein alter PC ab 50-Vortrag “Was ist eigentlich eine Sicherheitslücke?” klärt auf, was es mit diesen Sicherheitslücken auf sich hat. Die Innenministerien brauchen für ihre Staatstrojaner zwingend solche Sicherheitslücken, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind (sog. Zero-Days), um die Trojaner auf den Geräten der zu Beschnüffelnden unterzubringen.
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