Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.
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Regenerative Kultur für alle

2019-09-16

Einer der Hauptgründe, warum mich Extinction Rebellion so begeistert, ist der Fokus auf die regenerative Kultur innerhalb der Bewegung. Prinzipien & Werte Nr. 3:

Wir brauchen eine Kultur der Regeneration
Wir schaffen eine Kultur die gesund, anpassungsfähig und belastbar ist.

Das hat bei allen bisherigen Revolutionen gefehlt und ist der Hauptgrund, warum ich wieder Hoffnung für die Menschheit habe. Denn eine solche Kultur tut uns allen gut, und zwar nicht nur uns Menschen, sondern genauso auch der mehr-als-menschlichen Welt.

Deshalb erinnere ich an dieser Stelle noch mal an die Core Nonviolence Commitments von Miki Kashtan. Sie hat diese vor ein paar Monaten erweitert, auf deutsch gibt es bisher nur die Übersetzung der ersten Version.

Dazu stelle ich als Inspiration weiterhin gerne die Regenbogenkrieger-Sätze zur Verfügung, die mir in der Zeremonie letzten Sommer gekommen sind.

Gestern bei der Hour of Silence im Mariannenpark hat sich in meinem Geist ein Schalter umgelegt: Wir sitzen nicht für die mehr-als-menschliche Welt, wir sitzen mit ihr. Bis zu dem Moment hatte ich noch im Kopf, dass wir das für andere machen, für die nachfolgenden Generationen usw. usf. Damit habe ich mich selber gedanklich von denen abgetrennt, "für" die ich sitze. Das ist aber gerade das Denken, das uns in diese Situation gebracht hat.

Daher wiederhole ich noch mal auch für mich selbst, was ich vor einer Woche geschrieben habe:

Meine momentane Verzweiflung über die sich zuspitzende Weltsituation rührt ihrerseits aus der Denkweise, die unsere Krise überhaupt erst ausgelöst hat. Ich bin nämlich deshalb so verzweifelt, weil ich mich insgeheim selber frage "was soll ich denn da ausrichten?"

Das ist genau der Punkt: Ich allein kann und soll da gar nichts ausrichten! Wir schaffen das gemeinsam!

Da ich mich schon lange intensiv mit dem Geldsystem auseinandersetze, gehört an diese Stelle auch die Einladung, an einem lebensförderndem Anreizsystem bzw. eben einem empathieförderlichen Geldsystem mitzuwirken. Denn so lange wir uns ernsthaft fragen müssen, ob wir uns eine regenerative Kultur überhaupt leisten können, wird sie schwer zu realisieren bleiben.

Der Aufstand gegen das Aussterben ist auch eine Gelegenheit für viele Menschen, schon mal für kurze Zeit aus dem Hamsterrad auszusteigen, zu verschnaufen & sich einen Überblick zu verschaffen, was eigentlich auf der Erde los ist.

Mir hat es jedenfalls sehr gut getan, ein Seminar in der Aktionswoche & ein anderes jetzt am kommenden Wochenende kurzfristig abzusagen.

Zum (vorläufigen) Schluss empfehle ich noch, dich mit dem Wasserweg zu befassen, den Ilan Stephani beschreibt. Im Beitrag Haben wir uns zu viel vorgenommen? hatte ich darüber schon mal als Nachtrag geschrieben. Und aktuell hat Ilan ein 5-Minuten-Video dazu gemacht, Wie du den kollektiven Bewusstseinssprung unterstützen kannst.

Nachtrag vom 17.09.: Im Zusammenhang mit der regenerativen Kultur darf natürlich auch das ganze Thema Care/Sorgearbeit nicht fehlen. Götz Werner ist schon relativ nah dran, wenn er sagt "Wirtschaft ist das füreinander Leisten". Das ist auf jeden Fall besser als, wie in der Neoklassik üblich, Wirtschaften als die allgemeine Konkurrenz aller gegen alle zu definieren, aus der dann die unsichtbare Hand auf wundersame Weise das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen erzeugt.
Solange wir Wirtschaften aber von Leistung abhängig machen, machen wir auch den Wert der Menschen von ihrer Leistungsfähigkeit abhängig, & das schafft dann wieder die bekannten, sich verschärfenden Ungleichheiten.

Deshalb definiere ich hiermit Wirtschaften als füreinander sorgen.

Und ich verlinke Wirtschaft ist Care sowie das Care Revolution Netzwerk.

Nachtrag vom 29.09.: Am Aufbau einer neuen Kultur wirke ich schon seit 12 Jahren mit, dank XR hat sie endlich einen Namen bekommen.

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