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Besorgter Bürger die Dritte
Verglichen mit den Jahren 2015 und 2017 steigt meine Besorgnis als Bürger immer weiter an. Dieses Jahr teilt nun das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Gestalt des WDR diese Besorgnis und hat eine 3teilige Dokureihe mit dem Titel Ungleichland produziert.
Die Lösungsansätze auf der Seite greifen allerdings allesamt zu kurz. Guy Kirschs Vorschlag von 100% Erbschaftssteuer ist ein sinnvoller Ansatz für echte Chancengleichheit. Letzten Endes kommen wir um das Geldsystem selbst und dessen Institution, die Zentralbanken, nicht herum, wenn wir ernsthaft etwas an der Misere ändern wollen.
Am besten an der Doku gefällt mir übrigens die Soziologin Brooke Harrington, die sich für ihre Forschung zur Vermögensverwalterin hat ausbilden lassen. Ihr Buch Capital Without Borders habe ich mir gleich mal bestellt.
Krass finde ich auch das Monopoly-Experiment von Paul Piff.
Nachtrag: Und natürlich gilt es, kollektiv aus unserer Besitztrance aufzuwachen.
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Besitztrance
Dass ich da nicht schon längst selber drauf gekommen bin – neben Opfer- und Schöpfertrance gibt es in unserer Kultur eine massenhaft verbreitete Besitztrance. Das Wort entstammt der Überschrift des 11. Kapitels von How Soon Is Now? (siehe auch den Beitrag Daniel Pinchbeck über die Befreiung der Liebe), wo er im Wesentlichen meinen Beitrag Ego, Schuld und Eigentum: Die Illusion des Getrenntseins in anderen Worten und mit Bezug auf Rousseau, Karl Marx, Oscar Wilde und Buckminster Fuller wiedergibt. Pinchbeck schreibt:
In einer Gesellschaft, die sich auf Eigentumsrechte gründet, fühlen sich die Menschen nicht sicher. Sie sind gezwungen, miteinander zu wetteifern – an des anderen Stuhl zu sägen und einander anzugreifen –, um zu Reichtum zu kommen oder diesen zu schützen. […] Wenn wir darüber nachdenken, können wir sehen, dass der Privatbesitz – ein mentales Konstrukt, das von Gesetzen und Polizeikräften geschützt wird – aus unserer Welt eine unfreie Welt gemacht hat. Eine Taube, eine Ratte und ein Eichhörnchen haben mehr Bewegungsfreiheit als ein Mensch, der, wo auch immer er hingehen will, auf Zäune und Mauern trifft. Diese Zäune und Mauern gibt es auch in uns. Wir verinnerlichen sie. Wahrscheinlich bleibt unsere Welt immer ungerecht und unfrei, bis wir das System abschaffen, das dem Schutz des Privatbesitzes Vorrang vor allen anderen Rechten gibt.
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Was ist los in Schweden?
Hilfe, im Norden Europas braut sich entweder etwas zusammen, oder die drehen “nur” völlig am Rad dort. Am 21. Mai wurden in ganz Schweden Flugblätter verteilt, was man im Kriegsfall tun kann. Das hatte ich bei Fefe gelesen. Nun lese ich bei Augen geradeaus:
Erstmals seit mehr als 40 Jahren wurden am (gestrigen) Dienstag alle rund 22.000 Angehörigen der 40 Heimatschutzbataillone (Hemvärnet) aufgerufen, sich freiwilig zu dieser Übung zu melden
Was ist da los?
Nachtrag vom 21.08.: Jetzt gibt es auch noch Krawalle von Jugendlichen da oben.
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Ich freue mich schon auf die Schlagzeile "Oracle kauft GitLab"
Ja ja, Microsoft hat GitHub gekauft. Jetzt versuchen alle den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben und wechseln zu GitLab.
Daher die Überschrift. Denn wie Jamie Zawinsky schreibt:
THIS IS WHAT HAPPENS WHEN YOU STORE YOUR DATA IN THE CLOWN.
The Clown is just someone else’s computer and they can and will fuck you. If it’s not on your computer, it’s not under your control. Why do you all keep doing this to yourselves??
Stop hitting yourself. Seriously, stop it.
Es geht halt nix über Selberhosten. Das war übrigens auch mal die Ursprungsidee des Internet: Dezentralität.
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Daniel Pinchbeck über die Befreiung der Liebe

Das “Manifest gegen die Apokalypse” von Daniel Pinchbeck, How Soon Is Now?, begleitet mich schon seit ein paar Monaten kapitelweise. Inzwischen bin ich im Teil 4 “Gott, Liebe und Revolution” angekommen. Was er dort über Liebe und Sexualität schreibt, animiert mich nun doch auch zum Bloggen.
Zunächst mal zitiert er aus Sex. Die wahre Geschichte von Christopher Ryan und Calcida Jethá, dass
Menschen sich in vertrauten Gruppen entwickelten, in denen fast alles miteinander geteilt wurde – Essen, Obdach, Schutz, Kindererziehung, sogar sexualles Vergnügen… Unsere zeitgenössische Kultur stellt den Bezug zwischen Liebe und Sex falsch dar. Sei es mit oder ohne Liebe, Gelegenheitssex war für unsere prähistorischen Vorfahren normal… Menschen und unsere hominiden Vorfahren haben den allergrößten Teil der vergangenen Jahrmillionen in kleinen, innigen Gruppen verbracht, in denen die meisten Erwachsenen jederzeit mehrere sexuelle Beziehungen hatten.
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DSGVO tötet Meinungsfreiheit und fördert Polizeistaat
Aua, ich muss meine positive Einschätzung der DSGVO revidieren. Schon bei Lutz Donnerhacke bekam ich mit Schrecken in den Kommentaren mit, dass viele private Blogs deswegen komplett dichtmachen. Über Jens Scholz’ Beitrag zur DSGVO fand ich nun auch die erschreckend lange Liste geschlossener Blogs bei Enno Park. So wird die gut gemeinte Datenschutzverordnung nun zum Zensurinstrument.
Ein weiterer Aspekt, der im allgemeinen Rauschen leicht untergeht, wird von Jens Scholz auf den Punkt gebracht:
Datenschutz finde ich trotzdem wichtig: aber da reden wir über die Daten, die der Staat über mich sammelt. Der tritt mir nämlich im Zweifel die Tür ein. Und genau an dieser Stelle passiert gar nichts. Im Gegenteil. Behörden nehmen sich immer mehr Rechte, Daten von mir und über mich zu erheben und zu speichern.
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Spam-Mail des Tages
Heute drehen alle am Rad, weil morgen die DSGVO in Kraft tritt (siehe auch die Onlinemarketing-Schlangengrube). Pünktlich dazu passend habe ich folgende Spam-Mail des Tages bekommen:
Guten Tag, Ich verkaufe Emails! Die Datenbank setzt sich wie folgt zusammen: @gmx.de 9,6 Millionen Emails @web.de 7,2 Millionen Emails @t-online.de 8,8 Millionen Emails @gmx.net 3,2 Millionen Emails @freenet.de 4,2 Millionen Emails @bluewin.ch 2,2 Millionen Emails 1 Million Emails kosten 1000 Euro Ich akzeptiere als Zahlungsmittel nur bitcoin wenn Ihr also keine Bitcoins habt kontaktiert mich auch nicht! Es kann auch nicht verhandelt werden die Preise sind fix! Falls ich Ihr Interesse geweckt habe können Sie mich wie folgt auf Jabber kontaktieren. Meine Jabber-ID [xxxxx](at)jabber.ru (at) durch @ ersetzen. Wenn Sie nicht wissen was Jabber ist dann laden Sie sich erstmal pidgin herunter und erstellen Sie Ihre eigene Jabber-ID Gruss Der DatenhändlerNoch Fragen?
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Ein tiefer Blick in die Onlinemarketing-Schlangenhöhle
Diese Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU hat doch echt was für sich. Sie fördert nämlich zu Tage, welche unfassbaren Ausmaße die kommerzielle Datensammlung inzwischen angenommen hat.
Ich habe ja so nebenbei auch eine E-Mail-Adresse bei AOL/Oath. Die sind nun durch die DSGVO gezwungen, ihren Kunden mitzuteilen, an wen sie alles deren Daten weiterverkaufen. Mir wurde schlecht, als ich diese Liste sah:
(auf das Bild klicken, um das volle Elend zu sehen – ich musste ein wenig im HTML hacken, um alles auf eine Seite zu bekommen)
Und natürlich musste ich jeden Schalter einzeln umlegen, um meinen Willen zu erklären, dass Oath denen meine Daten nicht weitergeben soll. Wenn das Opt-Out ne geschlagene Viertelstunde dauert, läuft etwas gewaltig schief…
Ein 21seitiges PDF 3rd Party Vendors listet die Schlangenhöhle noch detaillierter auf, nach AOL und Yahoo getrennt.
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2 neue Suchmaschinen entdeckt
So nebenbei habe ich gerade zwei (für mich) neue Suchmaschinen entdeckt: Qwant aus Frankreich und Unbubble aus Deutschland. Vor allem erstere macht einen guten ersten Eindruck, auch was die Suchergebnisse angeht. Aufmerksam wurde ich auf die beiden übrigens bei Mike Kuketz, der sich über Qwant näher auslässt.
Qwant gibt es seit 2013, Unbubble seit 2014. Aber ich habe ja auch Ixquick erst 2007 entdeckt, das schon seit 1998 existiert, also fast so lange wie Google. Auch DuckDuckGo gibt es seit 2008 & ich habe es erst 2013 zur Kenntnis genommen. Was Suchmaschinen angeht, bin ich nicht gerade ein Schnellmerker.
Kennt ihr eigentlich noch AltaVista und HotBot? Kinder, wie die Zeit vergeht…
Nachtrag vom 26.06.2019: Na toll, Unbubble hat ja nicht lange gehalten:
Die Suchmaschine Unbubble startete im Jahr 2014 mit dem Ziel, Internetnutzern freien Zugriff auf neutrale Informationen aus vielen verschiedenen Quellen zu ermöglichen. Als Metasuchmaschine durchsuchte sie über 30 Dienste nach Webseiten, Bildern, Nachrichten und wissenschaftlichen Artikeln.
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Meditation über die unfassbar großen Ströme
Die unfassbar großen Strömen haben sich in meinem Geist zu einem geflügelten Wort ausgewachsen. Zuerst schrieb ich in Den Ruf hören von ihnen und kam dann in Vertrauen üben reloaded auf sie zurück mit dem Tenor, dass ich übe, mich diesen Strömen anzuvertrauen.
Zunehmend kam dabei die Frage auf, woraus speisen sich diese unfassbar großen Ströme?
Und irgendwie erscheint es mir ganz klar, wir alle speisen die unfassbar großen Ströme. Es handelt sich also um kein passives Mittreiben, sondern wir gestalten mit. JedeR einzelne von uns beeinflusst die Richtung der Ströme ein klein wenig mit. Das macht jede Handlung zu einer magischen. Wir träumen gemeinsam die Ströme, die die Welt formen.
Hier passt auch der physikalische Feldbegriff wunderbar hin, denn ein Feld ist nicht irgendwie von “außen” vorgegeben, sondern jeder Körper in einem Feld beeinflusst dieses mit. Ein Feld ist auch nicht irgendwo “zu Ende”, sondern umspannt jeweils die gesamte (physikalische) Wirklichkeit.
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