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Micah White ist gerade in Davos
Micah White, einer der Gründer von Occupy Wall Street, ist einer Einladung zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos gefolgt. Ich bin sehr gespannt, was dabei herauskommt. Er schreibt im Guardian und auf der WEF-Seite sowie ausführlicher bei Medium, was ihn dazu bewegt hat:
- I co-founded Occupy Wall Street. Now I’m headed to Davos. Why?
- Why I’m going to Davos - and why I’m hoping my peers don’t find out
- I’m an activist going to Davos for the World Economic Forum. Here’s what I hope to accomplish.
Über das Forum in Davos ist vor kurzem eine Dokumentation erschienen: THE FORUM – Hinter den Kulissen des World Economic Forum.
Micah White ist eine spannende Persönlichkeit, mit der ich mich noch intensiver befassen werde. Es lohnt sich, sich auf seiner Website umzuschauen. Es gibt dort auch ein deutschsprachiges Interview mit ihm.
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Was der indische Straßenverkehr mit Frieden zu tun hat
… verrät dieser schöne Erfahrungsbericht vom Symposium Rebell*innen des Friedens beim Permakultur-Institut. Es geht um empfundenes Chaos und dass das vielleicht eine voreingenommene negative Bewertung ist. Hier geht’s zur Seite des Symposiums.
Arnold Mindell hat ähnliches erfahren:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass soziale Ereignisse, welche zuerst zufällig und chaotisch zusein scheinen, sich durch die Wirkung vorher verborgener Parameter immer sinnvoll und in einer gewissen Ordnung entwickeln. Turbulente Situationen, welche sich in Zeiten rascher Veränderungen oder sogar während Revolutionen abspielen, enthalten potentiellen Sinn und Ordnung. … Auch körperliche Krankheiten, seelische Erkrankungen und chaotische Beziehungsprobleme sind sehr genau strukturiert. Das Wissen darum, wie diese Strukturen und Muster gefunden und entfaltet werden können, führt zu einem Gefühl der Stille, ins Auge des Taifuns inmitten der globalen Verwirrung.
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Neues von der Backup-Front: restic
Nach dem Umstieg von rdiff-backup sichere ich die Daten auf meinem Rechner nun schon seit 10 Jahren mit Back in Time. Das hatte sich auch ganz gut bewährt, nun habe ich aber letztes Jahr restic entdeckt über die Präsentation beim Open Chaos Köln von 2016. Schon die Kurzbeschreibung machte mich neugierig:
Die Designziele orientieren sich dabei an praktischen Gegebenheiten und sollen Backups für Benutzer komfortabel machen. Dies schließt ein, dass Backups einfach, schnell und effizient erstellt werden können, und der Wiederherstellungsprozess unkompliziert und schnell geht. Weiterhin soll es möglich sein, regelmäßig mit wenig Benutzerinteraktion zu überprüfen, ob die gespeicherten Daten vollständig und fehlerfrei abgerufen werden können.
Es kann auch sein, dass meine erste Begegnung mit resticein Artikel im Blog von Detlef Stern war. Nein, kann natürlich nicht sein, der Artikel ist von Ende August. Ich habe ihn offenbar entdeckt, nachdem ich restic schon erfolgreich im Einsatz hatte.
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Sidebar auf der rechten Seite mit Divi 4
Ich bin mir echt nicht sicher, ob ich diesen Hack hier gerne veröffentliche – angesichts dessen, dass vermutlich viele das gleiche Problem haben werden, tue ich es dennoch. Jedenfalls läuft ja die Diamond Lotus-Website unter Wordpress (was ich mir so nicht ausgesucht hätte) mit dem Theme Divi von Elegant Themes. Auch das hätte ich mir nicht ausgesucht, weil es zwar einfach zu bedienen ist, aber erwartungsgemäß stark aufgeblähten HTML- und CSS-Code produziert.
Nun ist es so wie es ist, wir benutzen das & haben letzten März auch ein Blog auf unserer Seite gestartet. Damit dessen Beiträge sowie das Archiv auf jeder Seite verfügbar ist, habe ich eine Sidebar mit den entsprechenden Widgets eingerichtet. Damit diese nun auch tatsächlich auf allen Seiten (außer denen, wo es anders eingestellt ist) in einer rechten Spalte angezeigt wird, musste ich auf einen Hack von Sudari Webdesign zurückgreifen.
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Liebe CIA, ich habe gerade 1000 € an die Wau-Holland-Stiftung gespendet
Der Vortrag von Andy Müller-Maguhn über die Überwachung der ecuadorianischen Botschaft, wo Julian Assange bis April 2019 Asyl genoss, hat für mich das Fass zum Überlaufen gebracht: Ich habe 1.000 € an die Wau-Holland-Stiftung gespendet, die sich (u.a.) für mutige Menschen wie Assange oder Chelsea Manning einsetzt.
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Quantum Supremacy – klingt beeindruckend, sagt aber erst mal nicht so viel
Der Vortrag Quantum Computing: Are we there yet? vom 36C3 erklärt gut verständlich den Stand der Forschung an Quantencomputern. Dass Google mit ihrem Chip Quantenüberlegenheit (Quantum Supremacy) erreicht hat (was vom Konkurrenten IBM bezweifelt wird), sagt in diesem konkreten Fall nicht viel, weil das Problem, das sie bearbeitet haben, für das reale Leben gar nicht relevant ist. Trotzdem stellt es natürlich vor allem aus Ingenieursperspektive einen Fortschritt dar. Ein weiteres Problem bei der Sache: bei Problemen, die nur noch ein Quantencomputer überhaupt lösen kann, kann man natürlich nicht mehr mit einem klassischen System überprüfen, ob der Quantencomputer überhaupt richtig gerechnet hat.
Der Vortragende Andreas Dewes sieht jedenfalls erhebliche Fortschritte im Bereich der Quantencomputer. Post-quantum crypto ist also definitiv ein heißes Thema – auch auf diesem Kongress. Letztes Jahr haben sich ja schon djb & Tanja Lange darüber ausgelassen.
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Ich leite das neue Jahr mit dem Video einer IETF-Arbeitsgruppe ein
Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch allerseits!
In meiner freien Zeit zwischen der ganzen Organisation rund um unseren tantrischen Jahreswechsel & Andros Tod ziehe ich mir mit Genuss die diversen Vorträge vom 36C3 rein. Über den von Sebastian Grüner, Encrypted DNS? D’oh! - The Good, Bad and Ugly of DNS-over-HTTPS (DoH) bin ich nun beim Treffen einer IETF-Arbeitsgruppe gelandet, die sich mit den neuen Entwicklungen & Anforderungen der Namensauflösung im Internet befasst:
Details zu dem ganzen Thema habe ich in meinen alten Beitrag zu DNS over HTTPS eingefügt.
Nachtrag: Es wird wohl auch Zeit, dass ich mich mal intensiver mit QUIC beschäftige. Es sieht ja ganz danach aus, dass da HTTP/3 draus wird.
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Hinaus, hinaus, darüber hinaus: Andro hat seine Form verlassen

Am Sonntag früh ist Andro in Brasilien gestorben, in der Nacht der Wintersonnenwende. Mit dem Nachruf auf der Diamond Lotus-Website ist schon sehr viel gesagt, weshalb ich hier in aller Kürze meinen persönlichen Dank ausspreche:
Andro war für mich ein großer Lehrer, gerade auf meinem Weg heraus aus der Opferrolle. Das Motto “Create yourself” habe ich erst nach mehreren Workshops im Diamond Lotus begriffen. Erschaffe dich selbst – das klingt erst mal anmaßend, so als habe ich alles selbst in der Hand. Doch darum geht es nicht. Am besten drückt Andro es selber aus in seinem Text “Die Buddhaschaft”:
Alles, was du siehst, hörst, riechst, empfindest und fühlst, wird von dir erst zu dem gemacht, als was es dir erscheint. An der Grenze deines Körpers wandeln sich die Dinge um. Zwar möchtest du glauben, dass eine Farbe, die dein Auge sieht, die gleiche sei, wie jene, die ein anderer sieht, und doch gibt es keine gänzlich gleiche Farben. Es ist deine Empfindung, welche gleicht, die den Farbwert setzt. Wie oft wertest du nach Maßen, die dir unbekannt, welche du nicht selber für wahr genommen, sondern von anderen genommen hast? Nicht das Aussen bestimmt dich, sondern dein Innen bestimmt das Aussen, welches du auf dich wirken lässt. Niemand ausser dir selber zwingt dich zu setzen, Werte zu bestimmen, und dennoch verfällst du aus Angst und Bequemlichkeit den Wertungen anderer, die du nicht liebst und nicht kennst.
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Nach der Rebellion ist vor der Rebellion
Zwar bin ich die letzten Wochen hauptsächlich mit ganz anderem als Extinction Rebellion beschäftigt, es bewegt mich aber natürlich weiterhin. Der Anlass für diesen Beitrag ist ein wirklich toller, ausführlicher Blogbeitrag der Interventionistischen Linken (IL): Extinction Rebellion (XR) – Eine solidarische Kritik der Interventionistischen Linken.
Besonders freut mich, dass es sich wirklich um solidarische Kritik handelt, denn es gab auch viel unsolidarische Kritik von linker Seite an XR. Die IL schreibt nun
Nur gemeinsam können wir eine machtvolle, weil plurale, miteinander streitende und doch solidarisch zusammenstehende Klimagerechtigkeitsbewegung aufbauen. Aus dieser Überzeugung heraus stellen wir uns entschieden gegen die Spaltungsdynamik, die in den letzten Wochen auch von Teilen der (radikalen) Linken angeheizt wurde. Dem vielfach überzogenen und selbstgerechten Shitstorm gegen Extinction Rebellion (XR) wollen wir eine hoffentlich konstruktive Rückmeldung unserer Wahrnehmungen entgegensetzen. Ihr habt uns und andere Gruppen wiederholt um Kritik gebeten und erkennbar versucht, aus Fehlern, wie sie gerade für eine junge Bewegung nicht überraschend sind, zu lernen. Wir sind insofern zuversichtlich, dass ihr unsere Anregungen ernst nehmt und wir die Diskussion und Zusammenarbeit fortsetzen und intensivieren können.
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Doppeltes Theorieversagen: Purpose Economy
Wer sich mit Wirtschaftstheorie beschäftigt, begegnet dabei früher oder später sowohl dem Marktversagen als auch dem Staatsversagen. Marktversagen bedeutet, dass entgegen dem neoliberalen Mantra, dass der Markt schon alles zum Besten regelt, der Markt das eben manchmal doch nicht tut. Staatsversagen bedeutet, dass der Staat durch sein Handeln nicht das bestmögliche Ergebnis erzielt.
Heute ist mir (bei der Veranstaltung Unfuck the economy #3) eine weitere Form des Versagens begegnet, nämlich das Theorieversagen. Die (neo)klassische Wirtschaftstheorie behauptet bekanntlich, dass Unternehmer nur aus einem einzigen Grund ein Unternehmen gründen: nämlich um aus Geld mehr Geld zu machen. Diesen Teil der klassischen Wirtschaftstheorie unterschreibt auch die marxsche Wirtschaftstheorie.
Nach beiden Theorien dürfte es das also gar nicht geben: Unternehmer, die das Eigentum am Unternehmen an das Unternehmen selbst übertragen und damit auf jeglichen Profit verzichten, den sie aus dem Unternehmen herausziehen könnten. Oder anders ausgedrückt: Kapitalisten, die das Eigentum an den Produktionsmitteln dem Unternehmen und damit den Menschen, die dort arbeiten, übertragen.
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