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Der Staat und die Terroristen, die Guten und die Bösen
Den Kommentar des Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshof, Thomas Fischer, finde ich so gehaltvoll, dass ich ihn hier verlinke: Sind die Terroristen nun Feinde oder Bürger? Als oberster Richter ist Fischer natürlich weit davon entfernt, gegen den Staat zu sein, dennoch findet er überaus deutliche Worte:
So lange nur “Raubritter” auf ihren Burgen saßen und ihre Söldnerhaufen gegeneinander sandten, war jeder der “Terrorist” des anderen. Wenn einer gewonnen hatte, war er mit einem Mal der Staat und die anderen die Verbrecher.
Daraus schließe ich als Anarchist genüsslich: Jeder Staat war früher mal eine Terrororganisation. Und was, bitteschön, hat sich durch die Adelung zum Staat daran geändert? Dass die “Bürger” diese Terrororganisation jetzt als legitime Herrscher mit Gewaltmonopol akzeptieren, sie sogar freiwillig wählen, und dass das Schutzgeld jetzt “Steuern” heißt.
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Denkfehler in Sachen Reinkarnation
Letztens habe ich mich schon mal darüber ausgelassen, dass Reinkarnation eine Nachhaltigkeit fördernde Vorstellung ist. Allerdings schleichen sich dabei in meinen Augen immer wieder gerne Denkfehler ein – dann nämlich, wenn Menschen “sich an frühere Leben erinnern”. Das setzt voraus, es gebe etwas wie eine unsterbliche Seele, die sich sozusagen als roter Faden durch die (Re-) Inkarnationen zieht. Dabei nehmen die meisten Reinkarnationsgläubigen selbstverständlich an, dass diese Seele nach dem Tod eines Körpers nicht mehr an den Raum gebunden ist, sondern sich an einem beliebigen Ort in ein beliebiges Wesen reinkarnieren kann. In einer solchen Vorstellung tritt die Seele zwar aus dem Raum, aber nicht aus der Zeit aus. Es ist vermeintlich nur möglich, in der linearen Zeit nach dem Tod eines Körpers in einen anderen, später gezeugten Körper einzutreten.
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Feindschaft macht dumm
Schon in meinem Beitrag zum Charlie Hebdo-Anschlag hatte ich vor dem Teile & Herrsche-Prinzip gewarnt, das einen Keil zwischen uns Menschen treibt. Deswegen wurde mir allen Ernstes Antisemitismus vorgeworfen. Das ist natürlich allein deshalb schon absurd, weil es da weit und breit gar nicht um Juden geht.
Davon abgesehen wollte ich darauf hinaus, dass es Kräfte gibt, die uns Menschen zu Feinden machen wollen. Diese Kräfte wirken in jedem einzelnen von uns und manifestieren sich in unterschiedlichster Weise. Antisemitismus ist eine Form davon und widerspricht damit völlig den Aussagen im Charlie Hebdo-Beitrag.Eine Vorstufe oder abgeschwächte Form von Feindschaft ist Konkurrenz, wie ich im Beitrag über Lernen im 21. Jahrhundert dargelegt habe.
Darüber hinaus macht Feindschaft tatsächlich dumm. Damit meine ich nicht, dass die einzelnen Feinde als Menschen dümmer werden, nur weil sie sich als Feinde verhalten. Sondern die Menschheit als Ganzes im Sinne der kollektiven Intelligenz wird dadurch dümmer als sie sein könnte, wenn wir alle zusammen arbeiten würden.
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Houston, wir haben ein Problem
Da liest man nichts Böses ahnend eine Rezension des Buches Von der Zukunft her führen und stolpert dann über die Aussage, dass im Jahr 2010 Selbsttötung die häufigste nicht-natürliche Todesursache war. Das habe ich erst mal nicht geglaubt & deshalb etwas recherchiert. Im Jahr 2002 war Suizid noch auf Platz 2 hinter Verkehrsunfällen. Das kann sich durchaus seither geändert haben. Der Spiegel nannte für das Jahr 2012 eine Zahl von etwa 900.000 Menschen, die sich weltweit das Leben nahmen. In Deutschland war im Jahr 2009 Suizid die häufigste nicht-natürliche Todesursache. Als autoritative Quelle kann wohl die Weltgesundheitsorganisation gelten, die für das Jahr 2014 den Report Preventing suicide: A global imperative veröffentlicht hat. Und dann gibt es noch die International Association for Suicide Prevention (IASP). Die WHO schreibt dazu auch, dass es bestimmt noch eine nicht unerhebliche Dunkelziffer gibt, da Selbsttötung in vielen Kulturen als Sünde oder gar Straftat gilt. Ein Satz aus dem Report hat mich noch mal besonders gerüttelt:
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Der Wahnsinn des Krieges, hier und heute
Anscheinend prägt mich mein Kriegsenkel-Dasein doch stärker als ich vermutet hatte. In den letzten Monaten, also seit dem Tod meiner Mutter, bin ich viel häufiger krank als in den Jahren davor. Dazu kommen auch immer wieder Körpersymptome, die für mich sehr fremdartig sind. In dieser Zeit habe ich auch mit meinem Wirtschaftsstudium so heftig gerungen wie nie zuvor, mit dem vorläufigen Ergebnis, es als magische Herausforderung zu betrachten. Mein Informatikstudium habe ich seinerzeit ja nach dem Vordiplom abgebrochen. Und nach der Ausbildung bin ich in der Firma nicht geblieben, sondern auf Wanderschaft gegangen.
Im Interview mit Ingrid Meyer-Legrand über Kriegsenkel in der Therapie sagt diese:
Viele stehen beruflich auf der Bremse und kommen einfach nicht in die Gänge. Oder fangen beruflich und privat immer wieder neu an.[…] Die Reflexion gilt insbesondere der eigenen »Ruhelosigkeit«, des »Nicht-Ankommen-Könnens« und der Sehnsucht, endlich seinen eigenen Platz in dieser Gesellschaft bzw. im Leben überhaupt zu finden.
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1 + 1 = #CharlieHebdo war ein Inside Job
So sieht eine Geheimdienstoperation aus: Ein Kommando stürmt die Charlie Hebdo-Redaktion und exekutiert zwölf Personen. Dann flüchtet dieses Kommando genau so professionell, wie es stürmt und schießt, mit mehreren Fluchtwagenwechseln. Einer der Attentäter “vergisst” seinen Personalausweis im Fluchtwagen. Nach Geiselnahmen werden dann alle Attentäter fein säuberlich von Spezialeinheiten der Polizei erschossen. Damit können diese nichts mehr ausplaudern und der Fall scheint für die Öffentlichkeit geklärt zu sein. In Langley klirren bestimmt gerade die Sektgläser.
Das Ziel der Operation hat im Jahr 2010 schon Michael Hayden festgelegt: Bürgerkrieg in Deutschland und der EU bis 2020. Das reiht sich in Samuel Huntingtons Masterplan vom Kampf der Kulturen ein.
Auch PEGIDA, wenn es nicht sogar auf dem Mist der Dienste gewachsen ist, spielt diesen voll in die Hände.
Das Grundprinzip all dessen lautet Teile und Herrsche. Solange sich die Judäische Volksfront und die Volksfront von Judäa in erster Linie gegenseitig bekämpfen, können die Römer in aller Ruhe Judäa kontrollieren.
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Life itself is the most uber-bizarre thing ever
Statt zu schlafen, hänge ich mal wieder bei YouTube rum. Während andere sich da Gangstarap oder “Epic Fail Videos” angucken, bilde ich mich weiter über das bizarre Universum, in dem wir hier rumexistieren. Dieser Beitrag ist also mal wieder eine Fortsetzung von Willkommen in der Simulation.
Fangen wir an mit Amit Goswami & dessen Film “Der Quantenaktivist”:
Noch ne Doku über Quantenschaum & das diskrete Universum:
Die Physiker sind sich bei weitem nicht einig darüber, welches Modell wohl unsere Welt am besten beschreibt. Halton Arp z.B. vertrat eine alternative Theorie der Gravitation und argumentierte gegen die Urknall-Hypothese.
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Fingerabdrücke sind kein Sicherheitsmerkmal
Auf dem 31C3 gab es einen Vortrag von starbug darüber, wie er aus Fotografien Fingerabdrücke extrahiert und daraus funktionierende Attrappen gebaut hat: Ich sehe, also bin ich … Du. Die Zeit hatte im Vorfeld schon einen Artikel darüber veröffentlicht, Mit der Kamera Merkels Fingerabdruck hacken. Für mich persönlich bedeutet das: Am 16. Januar läuft mein Personalausweis ab. Ich werde mich weigern, meinen Fingerabdruck für einen neuen abzugeben und dennoch versuchen, einen neuen Ausweis zu beantragen. Argumente habe ich ja genug. Ich halte euch auf dem Laufenden, was dabei herauskommt.
Update: Ich erfahre gerade, dass die Fingerabdrücke im Ausweis bisher optional sind. Relevanter ist daher eher, die Proportionen des Gesichts für das biometrische Foto vor Abgabe etwas zu variieren. Und dazu werde ich mir auf jeden Fall eine der RFID-Schutzhüllen bei Digitalcourage kaufen, denn im neuen Perso steckt ein RFID-Chip.
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Jenseits von Gut und Böse
Immer wieder ist es gar nicht so leicht für mich, in dieser Welt ohne feste Wertmaßstäbe herumzulaufen. Das tue ich noch gar nicht so lange, bin darin sozusagen Anfänger. Leute werfen mir vor, kein Gewissen zu haben, und ich kann nur antworten, “ja stimmt, das hab ich mir abgewöhnt”. Überhaupt bemühe ich mich, Dingen, Empfindungen und Ansichten dauerhaft keine allzu große Bedeutung beizumessen, weil das einfach einschränkt (siehe Innerer Anarchismus). Die Betonung liegt auf dauerhaft, denn für den Moment gibt Bedeutung den Erlebnissen die Würze. Ein Spiel macht nur mäßig Spaß, wenn es “nur ein Spiel” ist. Wenn wir so tun und uns für die Dauer des Spiels selbst davon überzeugen, als hätten die Chips beim Pokern zuhause tatsächlich einen Geldwert, ist der Nervenkitzel ungleich größer.
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Ein glückliches Jahr 2015
Liebe Leserinnen und Leser,
ich wünsche uns allen ein glückliches, erlebnis- und erkenntnisreiches Jahr 2015.
**Mögen wir alle gemeinsam alles dafür tun, dass alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen!
Ahow!**
Und ich eröffne das Jahr in meinem Blog mit dem Gebet an den Planet von Thomas D: