Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.
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Integrale Herausforderungen

2015-07-24

Ich lerne immer wieder dazu. Da ich mich explizit als einen Lernenden definiere, wäre es daher auch Grund zur Beunruhigung, wenn ich mal längere Zeit nichts lerne. :)
In mehreren integralen Facebook-Gruppen lerne ich immer mehr über die integrale Theorie und Praxis. Aktuell lese ich sowohl Susanne Cook-Greuters Text über die neun Stufen des zunehmenden Erfassens (siehe dort) als auch Ken Wilbers Buch Ganzheitlich handeln.
Darin wird mir erst so richtig klar, was es mit dem Integralen Denken und Handeln wirklich auf sich hat, dass das eben keine Spielerei für ein paar Auserwählte ist:

Ich glaube, dass die wirklich notwendigen Revolutionen, die in der Welt von heute anstehen, nicht ein glorreicher kollektiver Sprung in transpersonale Domänen, sondern die einfachen fundamentalen Veränderungen sind, die in den magischen, mythischen und rationalen Wellen der Existenz erreicht werden können.
Menschen werden geboren und beginnen ihre Evolution durch die große Spirale des Bewusstseins, wobei sie sich vom Archaischen zum Magischen zum Mythischen zum Rationalen und vielleicht zum Integralen bewegen, und von da aus vielleicht zu wahrhaft transpersonalen Bereichen. Doch werden für jede Person, die sich ins Integrale oder noch höhere Wellen bewegt, Dutzende ins Archaische geboren. Die Spirale der Existenz ist ein großes, nicht endendes Fließen, das sich vom Körper zum Geist zur Seele zum GEIST erstreckt, wobei Millionen über Millionen ständig durch diesen großen Fluss von der Quelle zum Ozean fließen. Keine Gesellschaft wird sich jemals einfach auf einer integralen Ebene befinden, weil das Fließen unaufhörlich weitergeht (auch wenn sich der Schwerpunkt einer Kultur in der Tat nach oben verlagern kann, wie es im Verlauf der Geschichte geschehen ist – siehe mein Buch "Halbzeit der Evolution"). Das Hauptproblem bleibt bestehen. Die Frage ist nicht: Wie können wir es dahin bringen, dass jedermann ins Integrale oder höher gelangt?, sondern: Wie können wir für die Gesundheit der Gesamtspirale sorgen, da Milliarden von Menschen sie nach wie vor jahraus, jahrein von einem Ende zum anderen durchlaufen?
Mit anderen Worten: Der größte Teil der zu erledigenden Arbeit besteht darin, die niedrigeren (und fundamentalen) Wellen im Kontext ihrer eigenen Bedingungen gesünder zu machen. Bei den wichtigsten Reformen geht es nicht darum, wie man eine Handvoll Boomer in die Sekundärschicht bringt, sondern wie man die hungernden Millionen in den grundlegendsten Wellen ernährt, wie man den heimatlosen Millionen auf den einfachsten Ebenen ein Dach über dem Kopf beschert, wie man den Millionen Gesundheitsfürsorge angedeihen lässt, die sie nicht haben. Eine integrale Vision ist tatsächlich eines der am wenigsten dringlichen Probleme auf der Oberfläche unseres Planeten.

Dann weist er auf das Gedankenexperiment hin, wenn die Menschheit ein Dorf von 100 Menschen wäre. Das verdeutlicht, dass die allermeisten Menschen auf dem Planeten wichtigeres zu tun haben, als über eine integrale Vision nachzudenken.

Zugleich kann gerade eine solche integrale Vision und integral denkende & handelnde Menschen sehr helfen, die Gesundheit der gesamten Spirale zu fördern:

Nichtsdestoweniger besteht der Vorteil des integralen Sekundärschicht-Bewusstseins darin, dass es kreativer zur Lösung jener dringlichen Probleme beitragen kann. Indem es den größeren Horizont erfasst, kann es dazu beitragen, stimmigere Lösungen anzuregen. Es sind also die uns regierenden Organe, die dringend einer integraleren Methode bedürfen. Es sind unsere Bildungsinstitutionen, die, von der dekonstruierenden Methode überwältigt, verzweifelt nach einer integraleren Vision Ausschau halten. Es sind unsere von fragmentierten Gewinnen gesättigten Geschäftspraktiken, die nach einer ausgeglicheneren Methode schreien. Es sind die Einrichtungen unseres Gesundheitswesens, die erheblichen Nutzen aus den sanften Segnungen eines integralen Ansatzes ziehen könnten. Es sind die Führungsschichten der Nationen, die vielleicht eine umfassendere Vision ihrer eigenen Möglichkeiten schätzen würden. In dieser und vieler anderer Hinsicht könnten wir eine integrale Vision für eine leicht verrückt gewordene Welt tatsächlich gut gebrauchen.

Exemplarisch nenne ich deshalb Charles Eisenstein und Otto Scharmer als integrale Vordenker, die genau das vorantreiben. Beide sind übrigens in der aktuellen evolve (Ausgabe 07/2015) vertreten.

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