Externalisierung von Kosten
Beim erneuten Lesen meines Artikels über Antivirus-Software als Schlangenöl bin ich in einem Blogpost von Fefe gelandet, aus dem ich einen Satz mal herausgreifen möchte:
Wenn sich euer Geschäftsmodell nur durch Externalisierung von Kosten trägt, DANN TRÄGT ES SICH GAR NICHT.
Nun zeichnet sich der gesamte Kapitalismus durch Externalisierung von Kosten aus, und auch vor ihm hat Herrschaft von Menschen über Menschen immer dazu geführt, dass Kosten der Herrschenden auf die Beherrschten abgewälzt wurden. Mit dem Kapitalismus und der Industrialisierung hat sich die Externalisierung nur ein gutes Stück von den beherrschten Menschen auf die beherrschte nicht-menschliche Welt verschoben. Die Kapitalisten beuten immer größere Teile der mehr-als-menschlichen Welt aus.
Charles Eisenstein bringt das in seinem Gegenmodell so auf den Punkt, wie ich im Beitrag Globales Projekt 2018: Ein lebensförderndes Anreizsystem zitiert habe:
Dieses System würde die sozialen und ökologischen Kosten vollständig internalisieren.
Das führt er dann weiter aus:
Private Erzeuger müssten für Dinge bezahlen, die jetzt – zumindest für sie – “gratis” sind. Man könnte das als eine Form von indirekter Besteuerung betrachten, aber eine andere Sicht darauf könnte sein, dass die Produzenten einfach für das bezahlen, was sie sich von den Commons nehmen, für das, was sie sich von uns allen nehmen. Das ist nur gerecht. Wir könnten sagen, dass eine solche Besteuerung einfach die Umsetzung des Prinzips ist, dass jene, die von der größeren Gemeinschaft des Lebendigen profitieren, auch zu dieser größeren Gemeinschaft des Lebendigen beitragen sollen. Wer sich der Commons bedient, muss in gleichem Maß zum Gemeinwohl beitragen.
Und Wolfgang Berger, den ich im gleichen Beitrag zitiere, geht sogar noch konkreter auf Fefes Satz vom Geschäftsmodell, das sich nicht trägt, ein:
Unser transzendentes Ziel, das sich selbst genügt, darf nicht mehr Wachstum sein, welches durch eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität und durch eine Erhöhung der Kapitalproduktivität erreicht wird, sondern die Erhaltung des Kapitalstocks des globalen Unternehmens, in dem wir alle arbeiten – des Unternehmens Menschheit. Dieser Kapitalstock ist die Natur.
Eigentlich ist es so einfach und logisch, dass es jede Kapitalistin verstehen müsste: eine Wirtschaftsform, die diesen Kapitalstock aufbraucht, trägt sich nicht.
Andererseits erklärt das auch, warum die Milliardäre so auf den Weltraum aus sind: die Erde genügt nicht mehr für den Kapitalismus…
Deshalb schließe ich diesen Beitrag mit einem passenden falsch zugeordneten Zitat ab.