Schlagwort: Wirtschaften
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Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle
Am Samstag Morgen hielt Prof. Götz W. Werner, Gründer & Geschäftsführer der dm-Drogeriemärkte (& nebenbei im Aufsichtsrat der GLS-Bank), einen beeindruckenden Vortrag über seinen Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens. Diese Idee wird in vielen Abwandlungen von immer mehr Menschen durchdacht & vorgebracht.
Götz Werner begann seinen Vortrag mit einem Blick zurück auf die letzten 5.500 Jahre menschlicher Geschichte & stellte darin zwei Konstanten fest, die das Leben & Wirtschaften der Menschen bestimmten:- Mangel (bzw. Knappheit)
- Selbstversorgung
Das hat sich inzwischen ins Gegenteil verkehrt: Vor allem seit der Industrialisierung hat die Arbeitsteilung & Spezialisierung immer weiter zugenommen, so dass wir heutzutage total abhängig von Fremdversorgung sind. Wer baut sich denn sein Essen schon noch selber an? Ganz zu schweigen von den Baumaterialien für die eigenen vier Wände usw. usf.
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Bei der GLS Gemeinschaftsbank in Bochum
Gestern & heute waren das Einweihungsfest des neuen Gebäudes der GLS Gemeinschaftsbank in der Christstrasse in Bochum sowie die Jahresversammlung der Genossenschaft. Es geht also mal wieder um Geld bzw. die finanziellen Hebel.
Über die GLS Gemeinschaftsbank eG
Ich fange mal mit ein paar Daten aus dem Geschäftsbericht 2004 an, obwohl der erst am Samstag Vormittag vorgestellt wurde. So bekommt Ihr einen Eindruck der Tätigkeit der GLS-Bank. Zum 31.12.2004 betrug die Bilanzsumme der Bank 497,529 Mio. EUR. Die Genossenschaft hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 13.900 Mitglieder, die Anteile in Höhe von insgesamt 12,7 Mio. EUR gezeichnet hatten. 3000 EUR davon stammen von mir ;-) Zu den Genossenschaftsanteilen kommen noch einmal 11,2 Mio. EUR stille Beteiligungen. Die GLS-Gruppe, d.h. Bank & Treuhand (dazu später mehr), beschäftigt z.Zt. 166 MitarbeiterInnen. Die Bank hat 44.000 KundInnen, wobei noch mehr Leute den Bankspiegel abonniert haben. Diese auch noch als Kunden zu gewinnen, hat sich die Bank für die nächsten Jahre vorgenommen. Im Jahr 2004 gab es ca. 17% Kreditwachstum, das gesamte Geschäftsvolumen nahm um gut 12% zu. Kredite werden in den folgenden Bereichen vergeben:
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Feuer im Bauch: Über das Mann-Sein
Wahrhaft demütig ist, wer sich nicht fürchtet, sich zu seiner wahren Grösse aufzurichten, um das zu tun was notwendig ist. Jedem einzelnen von uns stehen grosse Aufgaben bevor. Sich diesen Aufgaben zu verantworten heisst, alles zu tun was wir können. Nicht mehr, nicht weniger. Ich brauche nicht aufzuzählen, was von den allgegenwärtigen Kriegen über die zunehmende Umweltzerstörung bis hin zu den beständig wiederkehrenden Wirtschaftskrisen uns alles herausfordert. & das Allerallerschwerste dabei ist, nicht dem Messias-Syndrom zu verfallen & sich allein verantwortlich dafür zu fühlen. Gerade wir Männer können uns nur vor solcher gut gemeinter Hybris schützen, indem wir uns ein ums andere Mal bewusst machen, dass wir ein Teil des Ganzen sind. Dass wir eine Welle im Ozean sind, & nur der Ozean als Ganzes unterstützt durch den Wind befördert das Schiff ans ferne Ufer.
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Besuch bei Tü!Tü! von den Schenkern
Ein weiteres Projekt auf dem Gelände des LebensGutes ist der Friedensgarten der Schenker. Hier lebt Tü!Tü! ohne Geld & soweit möglich ohne Staat. Sie hat, wie ausserdem noch ihr Lebenspartner Öff!Öff! & Marion, ihre Papiere abgegeben, weil sie ausserhalb des Gewaltsystems Staat leben will. Gewaltsystem Staat klingt vielleicht zunächst seltsam & zumindest in Deutschland übertrieben, aber was ist denn der Staat? Der Staat ist eine Organisation, die auf ihrem jeweiligen Territorium das Gewaltmonopol innehat. Sprich, die Beamten des Staates (Polizisten, Finanzbeamte usw.) sind - aus Sicht des Staates - berechtigt, Gewalt gegen die BürgerInnen des Staates auszuüben, wenn diese gegen staatliche Gesetze & Verordnungen verstossen. & zwar sind die Staatsbeamten allein dazu berechtigt. Deswegen ist das Ganze ein Monopol. Aus diesen Überlegungen heraus hat Tü!Tü! dem Bundespräsidenten ihre Ausweispapiere zurückgeschickt, zusammen mit einem langen Brief zur Erklärung. Als Antwort kam zurück, dass es nicht möglich sei, die Angehörigkeit zum deutschen Staat zurückzuweisen. Tü!Tü! antwortete darauf wiederum, dass sie ihren Austritt aus dem Staat erklärt hat & nicht danach gefragt ob das geht.
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Eine Billion Dollar
Mit einiger Verspätung notiere ich nun meine Gedanken zu dem Roman Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach. Übrigens: wer das Buch noch nicht gelesen hat & sich die Spannung erhalten möchte, lese bitte nicht den Wikipedia-Artikel darüber! Da steht nämlich die Story in Kurzform bis zum Ende drin.
Sonntag vor einer Woche habe ich den grössten Brocken davon draussen in der Sonne gelesen:
Kurz gesagt handelt das Buch von einem Pizzataxi-Fahrer, der eine Billion Dollar erbt, verbunden mit der Prophezeiung, mit Hilfe dieses Vermögens “der Menschheit ihre verlorene Zukunft wiederzugeben”.
Ein perfekter Roman für mich, denn mich beschäftigt sehr ausdauernd die Frage, was Menschen mit Hilfe von Geld alles bewegen können – zum Guten wie zum Schlechten. & nach welchen Mechanismen das funktioniert.
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Was trieb mich in eine technokratische, patriarchale, elitäre und tendenziell sektiererische Partei?
Dieser Beitrag bezieht sich auf meine Zeit als Mitglied der Partei Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo, und war ursprünglich gerichtet an meine damalige Gruppe “Lust auf mehr” (Ex- “Politische Theoriengruppe”) an der Uni Bielefeld.
Kennengelernt hab ich die BüSo ja über meine Beschäftigung mit dem Weltfinanzsystem (der “Globalisierung der Finanzmärkte”). Zuerst las ich zitierte Texte von LaRouche, einfach als eine Quelle von vielen. Dann lag irgendwann eine Neue Solidarität in der Mensa rum, die ich mitnahm, las & an den Verlag mailte. So lernte ich ein erstes Mitglied der BüSo persönlich kennen. In der Bib fand ich ein Buch, “There are no limits to growth”, meine erste grosse LaRouche-Lektüre. Ich war schon sehr skeptisch über die Club of Rome-Verschwörungsvorwürfe. Auch den blinden Fortschrittsglauben fand ich abstossend. In dieser ersten Zeitung übrigens habe ich “Entwicklung der Kernenergie” noch mit Schlangenlinien unterstrichen – mein Code für Kritik.
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