Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.
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Westliche Migranten

2017-04-10

Seit kurzem lese ich The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order von Samuel Huntington, das wirklich eine Fülle von Hintergründen zur aktuellen Weltlage liefert. Vor allem sehr interessant, was er damals 1996 schon alles gesehen hat, was sich in der Zwischenzeit bewahrheitet hat (böse Zungen behaupten, das Buch sei eine Vorlage der US-amerikanischen Außenpolitik samt ihrer Geheimdienste, was allerdings nicht damit zusammenpasst, dass es einen gewissen Niedergang des Westens und der USA vorhersagt). Das Buch gibt es auch auf Deutsch unter dem Titel Kampf der Kulturen.
Im achten Kapitel fiel mir gerade wie Schuppen von den Augen, dass die neuzeitliche Völkerwanderung im Grunde als das Zurückschwappen einer Welle von Menschen betrachtet werden kann, die über Jahrhunderte hinweg in die andere Richtung sich bewegt hatte. Huntington schreibt:

Between 1821 and 1924, approximately 55 million Europeans migrated overseas, 34 million of them to the United States. Westerners conquered and at times obliterated other peoples, explored and settled less densely populated lands. The export of people was perhaps the single most important dimension of the rise of the West between the sixteenth and twentieth centuries.

Ich übersetze mal: "Zwischen 1821 und 1924 sind ungefähr 55 Millionen Europäer nach Übersee ausgewandert, davon 34 Millionen in die Vereinigten Staaten. Westler eroberten andere Völker und rotteten diese manchmal aus, sie erkundeten und besiedelten weniger dicht bevölkterte Länder. Der Export von Menschen war vielleicht die wichtigste einzelne Dimension des Aufstiegs des Westens zwischen dem sechzehnten und dem zwanzigsten Jahrhundert."

Klar, Kolonialismus funktionierte nicht so, dass da ein paar versprengte Europäer nach Amerika, Afrika und Asien gefahren sind und dort andere Völker unterjocht haben. Millionen von Europäern sind dorthin ausgewandert, haben sich niedergelassen und ganz selbstverständlich an ihrer Kultur festgehalten, die sie für weit überlegen hielten.

Und wir regen uns jetzt über muslimische Einwanderer auf, die das Gleiche tun? Hmm…

Was die USA angeht, da war doch was. Und nicht zu vergessen der Sklavenhandel, vgl. The Trans-Atlantic Slave Trade Database.

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