Digital Independence Day in Organisationen: gewusst wie

Auf dem vergangenen Chaos Communication Congress 39C3 hat Marc-Uwe Kling den Digital Independence Day vorgestellt. Der erste DID ist gleich morgen am 4. Januar.

Worum es dabei geht, erläutert die Website di.day:

An jedem ersten Sonntag im Monat veranstalten wir deshalb den #DigitalIndependenceDay: Wir holen uns unser freies digitales Leben zurück, zerstören die Demokratie nicht weiter und wechseln zu demokratiefreundlichen digitalen Alternativen. Und wir sichern uns nach und nach unsere digitale Unabhängigkeit!
Was kann ich tun?
Alternativlos erscheinen die Angebote von Big Tech nur durch ihre übergroße Sichtbarkeit. Dabei gibt es zu Social-Media-Plattformen, Online-Einkauf oder Videostreaming eine Vielzahl gesellschaftsschonender Alternativen.
Die größte Hürde hast du schon genommen: Du bist hier! Und hier haben wir Optionen und Anleitungen zum Wechsel zusammengestellt. Es ist nicht kompliziert: Heute mal einen Wechsel ausprobieren, am nächsten ersten Sonntag im Monat den nächsten. Also schnell in den AppStore, Alternative herunterladen und mit uns #DIDay feiern!

Dabei richten sich die Wechselrezepte von di.day bisher an Einzelpersonen, in Organisationen ist so ein Wechsel doch etwas anspruchsvoller. Das zeigt sich z.B. an der angegebenen Zubereitungszeit für den Wechsel von Gmail zu unabhängiger E-Mail – “45 Minuten (plus Nachlaufzeit)”. Für eine einzelne Person mag das in etwa hinkommen, eine Organisation braucht, je nach ihrer Größe, erheblich länger dafür. Genau darauf will ich in diesem Beitrag hinweisen.

Herausforderungen und Chancen in Organisationen

Wahrscheinlich gibt es in jeder Organisation ein paar Leute, die mit wehenden Fahnen beim Digital Independence Day mitmachen, weil sie z.B. vielleicht privat schon Nextcloud oder Opencloud statt Google Drive oder Dropbox benutzen. Andererseits wird es auch einige Menschen in der Organisation geben, die vom Wechsel genervt sind, weil sie Werkzeuge aufgeben müssen, an die sie sich gewöhnt hatten. Und jedes neue Werkzeug braucht eine gewisse Einarbeitungszeit. Der First Level Support (wenn es denn einen gibt in der Organisation) wird eine gewisse Zeit lang erheblich mehr zu tun haben als üblicherweise, was dann nach ein paar Tagen bis Wochen oder Monaten (je nach Größe der Organisation) nachlassen und im normalen Grundrauschen aufgehen wird.
Die Produktivität der Organisation wird deshalb während des Wechsels für eine Weile niedriger sein als sonst.

Wichtig deshalb: die Ressourcen dafür müssen in der Organisation vorhanden sein, wenn der Digital Independence Day kein Desaster werden soll.

Der Aufwand zahlt sich längerfristig aber aus, denn die Organisation ist mit jedem Digital Independence Day weniger der Willkür der Technofeudalisten ausgeliefert.

Und manchmal kann es auch so gehen wie beim Wechsel meiner Gemeinschaft von WhatsApp zu Signal, der erstaunlich reibungslos ablief.