Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Grabstejn Worldfest

2005-09-3

Die Kulturfabrik heisst nicht ohne Grund so: Am Donnerstag habe ich in der Hillerschen Villa beim Chor mitgesungen, heute war ich mit ein paar Leute aus der Kulturfabrik beim Grabstejn Worldfest. Das ist ein Weltmusik-Festival auf Burg Grabstejn/Grafenstein in Tschechien, nur ein paar Kilometer von hier. Hauptsächlich waren wir als Fanclub der Trommelgruppe Balumuna dort:
Balumuna beim Grabstejn Worldfest

Rolf beim Trommeln
Der Trommler mit Hut ist Rolf Monitor, wohnt in der Kulturfabrik & hat die Gruppe mit gegründet.
Damit stelle ich überhaupt das erste Mal einen Gemeinschaftsbewohner mit Foto hier vor. Mir ist selbst nicht klar was mich zurückhält, aber ich habe noch kein einziges Foto der BewohnerInnen z.B. beim Essen gemacht. Ob das ein zu starker Eingriff in die Privatsphäre wäre könnte ich ja einfach fragen. Aber ich tu's nicht. Hmm.

Wir haben übrigens eine neue Baustelle eröffnet, bei der ich nächste Woche im Bad die Wand mit Lehm verputzen werde. Sowas hab ich noch nie gemacht, bin mal sehr gespannt. Aber jetzt ist erst mal Wochenende. more

Eindrücke von der Kulturfabrik Mittelherwigsdorf & ihren BewohnerInnen

2005-08-31

Die Mitarbeitswoche ist vorbei & ich bleibe als einziger Gast noch hier, deshalb sammel ich einfach mal unsortiert, was in den letzten Tagen passiert ist & was ich von hier erfahren habe. Arbeiten tue ich in erster Linie im Kinosaal, den hab ich quasi als meine persönliche Baustelle adoptiert ;-)

So richtig los ging es 1997 mit der Kulturfabrik, da wurde auch das Kino in Betrieb genommen. Das war zuerst ein reiner Insidertip & hat sich mit den Jahren zu einem gut besuchten Szenetreff entwickelt. Überhaupt ist hier im Dreiländereck kulturell ne ganze Menge los, wie ich erfuhr.
Enge Connections gibt es von der Kulturfabrik zur Hillerschen Villa. Ein Mitbegründer der Kulturfabrik betreibt dort das Café Jolesch, wo wir letzten Freitag Essen waren (sehr zu empfehlen!). Anschliessend haben wir uns den Film "Das Meer in mir" im Freilichtkino bei den Zittauer Filmtagen angeschaut. Das Kino wird u.a. von BewohnerInnen der Kulturfabrik betrieben.

Letzte Woche Mittwoch sassen wir abends noch gemütlich am Lagerfeuer. Dabei habe ich fotomässig herumexperimentiert & herausgekommen ist folgendes:
nächtliches Feuer

Momentan leben nur sieben Personen hier, es waren aber auch schon mal zwölf (das dreckige Dutzend?!?). Wirtschaftlich ist die Gemeinschaft als GbR organisiert, der allerdings nur vier der sieben BewohnerInnen angehören. Die anderen drei zahlen - wie auch die von der GbR - ganz normal Miete.

Unsortiert, hatte ich eingangs gesagt. Am Sonntag war ich im Nachbardorf Hainewalde, wo ich die meiste Zeit im Park des ziemlich heruntergekommenen Schlosses sass & las. Unterwegs stolperte ich über den genialsten Strassennamen, dem ich bisher über den Weg gelaufen bin:
halsbreche

Vieles regeln die Leute ad hoc, z.B. wer einkaufen fährt & wer kocht - da gibt es keinen Plan für. Im wöchentlichen Plenum werden die Dinge besprochen, die in der Gemeinschaft gerade anstehen. Heute war das z.B. der Tag des offenen Denkmals ausgerechnet am 11. September.

Forum findet normalerweise auch wöchentlich statt. & dann machen die Menschen hier ca. 3-5 Mal im Jahr Intensivzeiten, bei denen fast immer Aussenstehende Supervision machen. Das geht dann jeweils über 3-4 Tage, also ein verlängertes Wochenende.

Geheizt wird mit einer Kombination aus Blockheizkraftwerk, Holzgebläsekessel & herkömmlicher Ölheizung. Der Öl-Heizkessel springt aber nur an wenn die anderen beiden nicht genug Wärme liefern.
Auch hier gibt es eine Pflanzenkläranlage; das scheint nahezu Standard in Gemeinschaften zu sein...
Dass die meisten Räume mit Lehm verputzt sind, versteht sich von selbst, gell ;-)

...wow, ist das ein chaotischer Beitrag! more

Beten

2005-08-27

Nachdem wir uns zu später Stunde in der Küche trafen & sogar nachts um halb eins noch mit Kuchen backen angefangen wurde, schmökerte ich danach noch in "The Legacy of Luna" von Julia Butterfly Hill. Dabei merkte ich erneut, wie wichtig & gut es ist zu beten. Immer wieder.
Wenn's einem gut geht, wenn's einem schlecht geht, wenn's grad überhaupt nicht passt, beim Spaziergang im Wald, in der Strassenbahn, ... Immer wieder halt.
Beten bedeutet sich mit dem Göttlichen verbinden. Das muss gar nicht in der klassisch-christlichen Form sein, dass mensch mit der Person "Gott" spricht. Beten geht nur, wenn ich mich hingebe. Darum geht es: ein Mensch anerkennt, dass er/sie ein begrenztes kleines Wesen in einem unendlichen All ist. Ich bin nicht der Mittelpunkt der Welt. Weise oder grossartig bin ich auch nicht. Weise ist dieses grosse, unfassbare göttliche All.
Wenn ich bete, dann bitte ich um Rat für mein Leben, um einen kleinen Klecks Weisheit. & am Wichtigsten ist es diese Ratschläge zu hören & anzunehmen. Sie klingen nämlich meist gaanz anders als ich selber mir das vorgestellt hatte.

Beten wird mein roter Faden sein, das was mich in meinem Nomadenleben führt & schützt. Das Stück Heimat die ich in meinem Herzen tragen kann.

Gelegentlich habe ich ja schon öffentlich hier in meinem Blog gebetet oder im Nachhinein darüber geschrieben. Bei anderen Gelegenheiten - so wie heute - bete ich im Stillen. Manches wirkt stärker wenn es nicht veröffentlicht wird.
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Kinosaal streichen und Forum

2005-08-26

Der Tag begann mit einem Blick aus dem Fenster, wo sich mir das wunderschöne Wetter offenbarte:
Morgendlicher Blick aus dem Fenster

Heute wie die letzten Tage habe ich viel im Kinosaal gestrichen:
Iromeister beim Streichen

Dabei hatte ich bis heute Nachmittag das Gefühl noch nicht richtig hier angekommen zu sein. Ich fühlte mich eher wie ein "Gastarbeiter". Heute war ich im Forum (schon wieder eine ZEGG-inspirierte Gemeinschaft...) & hab da genau das Thema reingebracht: Wie beheimate ich mich als Nomade da wo ich grad bin? & das tat richtig gut. Nach meinem Auftritt bin ich angekommen, fühlte mich gleich viel wohler.

Weil mir grad nix sinnvolles Eigenes mehr zu schreiben einfällt hier ein Spruch aus dem Talmud:

Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden Deine Worte.

Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal! more

Erster Arbeitstag in der Kulturfabrik Mittelherwigsdorf

2005-08-23

Heute hab ich den grössten Teil des Tages in der Kulturfabrik Mittelherwigsdorf gearbeitet. Bin noch gar nicht dazu gekommen, die Leute über die Gemeinschaft auszufragen sondern direkt mit Wände streichen & Kinositze renovieren eingestiegen:

beim Kinositze Leimen



Immerhin habe ich erfahren, dass das Gebäude Anfang des 20. Jahrhunderts entstand (Baugenehmigung von 1906) & zuerst eine Nudelfabrik war. Bevor die Gemeinschaft hier eingezogen ist, war eine Möbelfabrik hier drin, deshalb steht unten auch noch ein grosses Fass Knochenleim rum, den wir zum Leimen der Kinositze verwendet haben.



Zum Abschluss für heute noch die Ansicht von der Strasse aus:

Kulturfabrik von der Strasse aus



sowie vom Hof betrachtet:

Kulturfabrik vom Hof aus
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