Iromeisters Abenteuerreise

Von einem, der auszog, Vertrauen zu üben

Das Gesetz des Karma ist aufgehoben. Alle Wesen sind frei.

Synergieeffekte

2005-10-26

Durch einen Aushang in Heckenbeck bin ich auf den Bielefelder Mobilitätsberater Bernd Küffner aufmerksam geworden. Er arbeitet schon seit gut 30 Jahren in diesem Bereich, berät vor allem Unternehmen & geht seit einiger Zeit verstärkt auf gemeinschaftliche Lebens- & Wohnformen zu. In Gemeinschaften sollte das Interesse an gemeinschaftlichen Mobilitätslösungen schliesslich gross sein.

In Unternehmen hat Bernd Küffner die Erfahrung gemacht, dass Management & Geschäftsführung sich seine Vorschläge (die dem Unternehmen finanzielle Einsparungen bringen!) zwar anhören, aber in den seltensten Fällen auch umsetzen.

Gemeinschaften hingegen entstehen ja aus dem Wunsch, das Zusammenleben anders zu organisieren als in der bürgerlich-kapitalistischen Konsumgesellschaft. Dennoch ist auch hier das Auto oft noch selbstverständliches Privateigentum, das als zu empfindlich/wertvoll empfunden wird um es mit anderen zu teilen.



Im Zusammenhang mit dem Trampen hat Bernd Küffner mich auf die Informationen zum Haftungsrecht für MitfahrerInnen bei der Mitfahrerbörse mitfahrgelegenheit.de aufmerksam gemacht.



Das Thema Peak Oil beschäftigt Bernd Küffner im Moment stark (mich übrigens auch). Er hat dazu eine interessante Website gefunden, die gemeinschaftliche Lösungen der beginnenden Erdölknappheit vorstellt: The Community Solution to Peak Oil.
more

Vertrauen riskieren

2005-10-25

Der Untertitel meines Blogs heisst ja "Von einem, der auszog, Vertrauen zu lernen." Heute beim Äpfel von den Bäumen schütteln bin ich erneut an eine Angstgrenze gekommen. Auf Bäumen rumklettern löst ab einem bestimmten Punkt körperliche Angst in mir aus. Das habe ich das erste Mal letztes Jahr im ZEGG erlebt, als ich auf den grossen Baum vor dem Gästehaus kletterte. Bis zu einer gewissen Höhe war das überhaupt kein Ding. Dann bekam ich urplötzlich tierische Angst runterzufallen. Mein Herz raste. So heute auch wieder.
Wenn ich dann Julia Butterfly Hill sehe, wie sie auf der Spitze eines Mammutbaums freihändig steht:
Julia auf der Spitze von Luna
- da bin ich einfach sprachlos!

In meinen Träumen fliege ich oft umher. & wenn ich fliegend aufsteige, stosse ich (bis auf eine einzige Ausnahme) an eine unsichtbare Grenze, über die ich einfach nicht hinauskomme. Das ist die Angstgrenze in meinen Flugträumen. Allerdings spüre ich die nicht körperlich, aber ich überschreite sie ja auch nicht.

Die persönliche Freiheit jedes Menschen - die mir ja so wertvoll ist - endet dort, wo dieser Mensch sich von seiner/ihrer Angst beherrschen lässt. Auch wenn ich nicht von völliger Unfreiheit des Willens ausgehe, so begrenzt doch immer die Angst die Willensfreiheit. & folglich wirkt alles emanzipatorisch, was Menschen Mittel an die Hand gibt, wie sie mit ihrer Angst umgehen können.

Ich habe ja seit Herbst 2004 immer einen Kraftsatz bzw. Kraftspruch in meinem Portemonnaie. Normalerweise wechselt der alle paar Tage, spätestens so nach zwei Wochen. Meine derzeitigen Kraftsätze halten schon über einen Monat lang:

Lehn dich zu weit aus dem Fenster!
Überschreite deine Kompetenzen!
Trete nackt in den Sonnenschein hinaus!
Mach dich zum Narren!
& tu es in Liebe von ganzem Herzen!

Dass ich in meinem Blog so deutlich Stellung bezogen habe was spirituelle Verirrungen & Plastikschamanen angeht, ist für mich ein Novum. Konflikten bin ich wenn irgend möglich aus dem Weg gegangen & habe deshalb kaum mal einen festen Standpunkt eingenommen. Für die Meinungen anderer hatte ich immer unheimlich viel Verständnis & ein "Frauenversteher" war ich sowieso ;-)
Bisher habe ich niemals riskiert mich tatsächlich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Vollkaskomentalität. Dabei wird das Spiel doch erst richtig geil & fordernd, wenn ich mehr aufs Spiel setze als ich sowieso entbehren kann.
In dem Buch "Die Stimme des Herzens" von Safi Nidiaye habe ich diese Sätze gelesen:

Vertrauen entsteht aus Verbundenheit mit dem Herzen. Vertrauen bedeutet nicht, keine Angst zu haben; Vertrauen bedeutet, die Angst wahrzunehmen und dennoch der Stimme des Herzens zu folgen.

Nichts anderes hat wohl Julia Butterfly gemacht & ist auf diesem Weg ganz nach oben gekommen! ^^

& als i-Tüpfelchen noch ein Zitat von Kristiane Allert-Wybranietz aus meinem Kalender:

Viele meinen, frei zu sein - frei, weil sie sich nie über die Kreise hinausbewegten, an denen ihre Ketten anspannen. more

Heckenbeck

2005-10-24

Heckenbeck ist ein Dorf, das zu Bad Gandersheim gehört. Dort leben knapp 500 Leute, von denen sich inzwischen ungefähr ein Viertel im "Gemeinschafts-Netzwerk Heckenbeck" (so nenn ich das jetzt mal, es gibt keine offizielle Selbstbezeichnung) verbunden haben.

Angefangen hat alles vor 20 Jahren, als eine Gruppe von Menschen einen Selbstversorgerhof gründeten. Mit der Zeit wuchs die Gemeinschaft an, & vor allem seit vor fünf Jahren die Freie Schule eröffnete, boomt Heckenbeck richtig. Gerade Familien mit Kindern zieht es hier hin, weil es alles im Dorf gibt was die so brauchen: neben der Schule ein Kindergarten, eine Kinderärztin & eine Hebamme hat's auch. Also "von der Wiege bis zur Schule" alles da ;-)

So sieht die Schule aus:

Freie Schule Heckenbeck

Das pädagogische Konzept der Schule richtet sich nach Maria Montessori & Rebeca Wild.



Ganz besonders fotografierenswert fand ich das Meditationshaus:

Meditationshaus in Heckenbeck



Einer der vielen Vereine in Heckenbeck betreibt die Weltbühne, ein kulturelles Zentrum in der ehemaligen Dorfkneipe.



Übrigens sind die meisten HeckenbeckerInnen aus dem Gemeinschaftsnetzwerk Kunden des Ökostrom-Anbieters Lichtblick.



Wohnen tue ich bei Nadja, die ich über das Schlafbuch der ErdenbürgerInnen schon mal in Bielefeld beherbergt hatte. Sie arbeitet zur Zeit in der Alten Mühle, einem Seminarhaus & "Zentrum für Salutogenese".
more

Resümee: Zwei Wochen Anarchie auf Burg Lutter

2005-10-23

Danke an die Lutter-Gruppe, insbesondere an Martin, dass Ihr mich trotz meines "ZEGG-Hintergrunds" als Gast empfangen habt! Solche Unvoreingenommenheit ist eine wichtige Geste der Verständigung. Egal mit wem ich etwas zu tun habe, ob politisch rechts oder links, ob unpolitisch & "nabelbeschauend", diese Person ist zunächst mal ein Mensch & als solcher fähig sich zu verändern.
Die Zeit auf der Burg hat mir viele Anregungen gegeben & mir auch meinen eigenen Standpunkt klarer gemacht. Darüber habe ich mich ja schon ausgiebig hier ausgelassen.

Mir hat es bei der Lutter-Gruppe gefallen. Ich habe mich wohl gefühlt. Das lag vor allem an der Abwesenheit von Zwang. Jedenfalls habe ich keinen Zwang gespürt, & das will schon was heissen. Soweit ich das nach zwei Wochen sagen kann, ist die Anarchie auf der Burg gut verwirklicht.

Ob in der Mosterei, auf dem Acker, in der Bäckerei oder beim Tagungshaus aufräumen & putzen, ich habe gern mitgearbeitet. Auch das ein Zeichen, dass Anarchie kein Wunschtraum bleiben muss: Menschen wollen sich in der Gemeinschaft tätig einbringen, in der sie leben. Da schliesse ich jetzt mal ganz frech von mir selber auf andere. ^^

Es ist auf der Burg Lutter immer möglich, sich eigene Freiräume zu schaffen. Vielleicht gibt es derzeit sogar zu viel freien Raum, ein paar mehr Menschen könnten der Gemeinschaft durchaus gut tun. Aber es muss natürlich menschlich passen.

Mir gefällt auch das gemeinsame Wirtschaften der Lutter-Gruppe. Es gibt eine gemeinsame Kasse für alle Einnahmen & Ausgaben, über grössere Geldbewegungen wird gemeinsam entschieden.

Zum Abschluss ein Blick auf den Burgturm:
moreBurgurm vom Graben aus

Vorgeschichtliches

2005-10-20

Tag zusammen! Es gibt seit kurzem eine Rubrik Vorgeschichtlich, in der ich Texte veröffentliche, die ich lange vor Beginn dieses Blogs geschrieben habe. Momentan findet sich da mein Artikel "Was ist eigentlich Politik?" sowie der Bericht vom Zen-Retreat im Konzentrationslager Auschwitz/Buchenwald. Je nach "Bedarf" kann da immer wieder was dazukommen.

Schenken

Spenden

Suchen

Archiv

Browse Archives